Filmdokumentation zu NS-Unrecht: Schüler auf Spurensuche

Mit dem 1. November steht auf dem Gelände der Cesar-Klein-Schule in Ratekau eine Skulptur. Manch ein Betrachter mag sich vielleicht gefragt haben, was die Botschaft dieses Kunstwerks sein soll. Erste Erklärungen erhält man von der nahen Informationstafel. Und über einen QR-Code kann man dann mehr über das Schicksal des jüdischen Geschwisterpaares Hanna und Hermann Mecklenburg aus Lübeck erfahren, an die das Denkmal erinnern soll.

Anlass ist der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages wird am Freitag, 27. Januar, um 18 Uhr in der Schul-Mensa die Filmdokumentation „Dahin wie ein Schatten“ gezeigt. Der Film verfolgt unter anderem die Entstehungsgeschichte der Skulptur. „Dahin wie ein Schatten“ ist eine im Alten Testament genutzte Metapher für das von Menschen erlittene Leid oder die Vergänglichkeit allen men- schlichen Tuns und Lebens – so lautet auch der Titel des Films.

Was haben damals jüdische Kinder erlebt?

Angesichts des unermesslichen Leids, das den Juden während der Herrschaft des Nationalsozialismus widerfahren ist, haben sich Schüler und Lehrer aus Ratekau und vom Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand auf Spurensuche von jüdischen Kindern und Jugendlichen aus ihrer Region begeben, die diese Zeit erlebt haben. Sie sind dabei unter anderem auf das jüdische Geschwisterpaar Hanna und Hermann Mecklenburg gestoßen. Diese wurden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Kamera begleitete Schüler bei ihren Recherchen

In dem Film erzählen vier jüdische Jugendliche aus Lübeck ihre Familiengeschichten, die von den Schülern vor den ehemaligen Wohnhäusern mit Elementen des Darstellenden Spiels inszeniert werden. Außerdem wird die Geschichte des Lübecker Judentums anhand von Fotos und Aufnahmen in der Synagoge und des jüdischen Friedhofs in Moisling erzählt. Die Kamera begleitet die Schüler auf ihrer Gedenkstättenfahrt ins ehemalige KZ Auschwitz und verfolgt den Entstehungsprozess des Erinnerungsmals im Atelier des Lübecker Künstlers Winni Schaak.

Der Eintritt zur Filmvorführung ist frei

Die Schüler setzen sich in Interviews auch mit der Frage auseinander, wie in der Zukunft, in der es bald keine Zeitzeugen mehr geben wird, weiterhin an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden kann und was wir dafür tun können. Der Eintritt zur Veranstaltung am 27. Januar ist kostenlos. Weiter Infos zum Projekt gibt es auf  www.dahin-wie-ein-schatten.de.

Pressemitteilung CKS Ratekau

Das Mahnmal „Identität“ erinnert an zwei im KZ ermordete jüdische Jugendliche. (Foto: Dirk Schneider)

Immer wieder „Nie wieder“?
Am internationalen Holocaust-Gedenktag lädt der „Arbeitskreis 27. Januar Eutin“ gemeinsam mit dem Dorfvorstand Haffkrug zu einem Vortrag ein. Die Veranstaltung am kommenden Freitag, 27. Januar, um 18.30 Uhr im Haffhuus, Bahnhofstraße 7a, dreht sich um das Thema „Immer wieder ,Nie wieder‘? Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus gestern und morgen“. Referent ist Dr. Harald Schmid, Politikwissenschaftler und Zeithistoriker sowie Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten und des Verbands der Gedenkstätten in Deutschland. Er ist Autor zahlreicher Publikationen unter anderem über Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik, über NS-Geschichte und Gedenkstätten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
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