Eutiner Initiative: Großes Interesse an der Solarkraft vom Balkon

Sonnige Aussichten für die Mitmachaktion der „Eutiner Bürgerinitiative für Stecker-Solar“: Im Herbst hatten sich zehn Einwohner zusammengeschlossen, um ihre Mitbürger für die Installation kleiner Solaranlagen – sogenannte Balkonkraftwerke – zu begeistern. „Seit unserer ersten Infoveranstaltung im November haben wir viele Interessensbekundungen erhalten“, sagt Initiativensprecher Torsten Lütten. Genug, um eine erste Sammelbestellung von Mini-Wechselrichtern auf den Weg zu bringen.

Bürokratische Hemmnisse werden abgebaut

Die erste Zwischenbilanz der engagierten Ehrenamtler fällt ausnahmslos positiv aus. So wurden und werden bürokratische Hemmnisse abgebaut, Fördermöglichkeiten geschaffen und die Mehrwertsteuer auf diese Mini-Anlagen ist gestrichen. „Der Verbreitung dieser kleinen Solaranlagen in Eutin und überall steht jetzt kaum noch etwas im Weg“, betont Lütten. Und was ihn besonders freut: „Die Leute fragen nicht, ob sich ihre Investition rechnet, sondern tun es aus Überzeugung. Sie wollen Teil der Energiewende sein und selbst etwas tun und haben Spaß daran!“ Gerade für Mieter ist so eine mobile Anlage eine praktische Geschichte. Sie gibt ihnen die Chance, persönlich aktiv zu werden.

Mitmachen ist erstaunlich unkompliziert

Mitmachen ist erstaunlich unkompliziert, die Initiative sieht sich als Anstupser und Ratgeber. Eine Stecker-Solaranlage besteht aus zwei Komponenten – dem Solarmodul und dem Wechselrichter, der es ermöglicht, die Photovoltaikanlage über die normale Steckdose anzuschließen. Stecker rein – und der selbst produzierte Strom wird ins Netz eingespeist. Ein Wechsel des Stromzählers ist nicht nötig. Als Set kostet eine 300 Watt starke Anlage zwischen 500 und 700 Euro. „Wir bieten an, den Wechselrichter wegen der absehbaren Lieferengpässe in einer Sammelbestellung zu beschaffen, und geben dann Tipps für den Kauf der Solarmodule. Die Sets können aber sehr wohl auch im Fachhandel oder Baumarkt erworben werden“, erläutert Lütten. Eine Anlage dieser Größenordnung könne etwa 240 Kilowattstunden Jahresertrag erbringen, das sind ungefähr zehn Prozent des Energieverbrauchs eines Haushaltes.

Mini-Solaranlage über die Stadtwerke anmelden

Die Initiative empfiehlt die Installation durch einen Elektriker. „Das ist zwar keine Voraussetzung, aber den Fachmann drauf schauen zu lassen, bleibt eine gute Idee“, meint Lütten. Eine Anmeldung der Mini-Solaranlage kann direkt über die Stadtwerke Eutin erfolgen. Das Unternehmen hat die Anmeldeformulare an die neuesten Entwicklungen angepasst und vereinfacht.

Energieversorger prüft Pachtmodell für Mini-PV-Anlagen

Bei einem Gespräch in der vergangenen Woche haben die Initiative und die Stadtwerke Eutin übrigens sehr viel Übereinstimmung festgestellt. Lütten: „Bei den Stadtwerken wird über ein mögliches Pachtmodell für Mini-PV-Anlagen nachgedacht. Das würde die Schwelle zum Mitmachen in Eutin und Umgebung nochmals senken. Wir sind guten Mutes, mit den Stadtwerken weitere Lösungen zu finden.“ Für größere Photovoltaikanlagen fürs Dach hatte der Energieversorger vor Kurzem bereits ein Pachtmodell vorgestellt (wir berichteten).

Neue Infoveranstaltung am 25. Januar

Weitere Interessierte können sich in der nächsten öffentlichen Veranstaltung der Eutiner Bürgerinitiative am kommenden Mittwoch, 25. Januar, über das Stecker-Solar-Vorhaben ausführlich informieren. Beginn ist um 19 Uhr im Wohnprojekt Analog 6.8 in der Albert-Mahlstedt-Straße 8.

Aktive Mitstreiter gesucht!

Darüber hinaus würden sich die Akteure über weitere Mitstreiter und eine weitergehende Vernetzung freuen. Denn die bereits beteiligten Einzelpersonen und Initiativen – wie planE, Forum Eutin e.V., BUND und Analog 6.8 –  verbindet das Ziel, ein gemeinsames Dach für alle zu schaffen, die in der Stadt Eutin nachhaltig mehr bewegen möchten. Kontakt gibt’s per Mail an plane.eutin@posteo.de.

Volker Graap

Handlich, praktisch, gut: Torsten Lütten präsentiert eine Stecker-Solaranlage für den Balkon. (Foto: Graap)

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