Polizeibilanz: Silvester war in Lübeck und Umland ruhiger als 2021

Eine 57-jährige Lübeckerin ist durch einen Vertriebsmitarbeiter für Energie- und Telekommunikation im Rahmen sogenannter Haustürgeschäfte mehrfach betrogen. Unter einem Vorwand verschaffte er sich Zugang zu ihrer EC-Karte und erlangte so einen vierstelligen Bargeldbetrag. Der Mann konnte vorläufig festgenommen werden. Frau händigt fremden Mann EC-Karte aus Zunächst gab der Mann, der aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, an, dass die Kundin aufgrund ihrer langjährigen Treue eine Geldprämie erhalten würde. Dazu benötige er jedoch ihre EC-Karte, um die Prämie gleich auszahlen zu können. Der Mann besuchte die Geschädigte in den Folgentagen noch häufiger. Die Frau händigte ihm mehr ihre EC-Karte und ihre PIN-Nummer aus. Betrüger besuchte sein Opfer gleich mehrfach Als Grund wurden durch den Täter angebliche Probleme bei der Auszahlung vorgeschoben. Insgesamt hat der Täter einen hohen vierstelligen Betrag vom Konto der Geschädigten abgehoben. Die Geschädigte bemerkte die Taten und erstattete bei der Polizei eine Strafanzeige. Polizei schnappt Täter an der Wohnungstür Am Sonntag, 18. Dezember, kam es zu einem erneuten telefonischen Kontakt zwischen der Geschädigten und dem Täter, bei dem ein Treffen für den Folgetag vereinbart wurde. Hierüber benachrichtigte die Geschädigte die Polizei. Am Montag, 19. Dezember, erfolgte im Zuge operativer Maßnahmen durch Kriminalbeamte des Kommissariats 14 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck die Festnahme des Tatverdächtigen an der Wohnanschrift der Geschädigten. Zusammenhang mit ähnlichem Fall in Lübeck? Das Kommissariat 14 überprüft derzeit einen Zusammenhang mit einem weiteren, ähnlich gelagerten Fall aus Lübeck. Die Ermittlungen dazu dauern an. In Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Lübeck wurde der Beschuldigte nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen entlassen und ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges eingeleitet. Pressemitteilung Polizei

Die Silvesterbilanz der Polizeidirektion Lübeck fällt etwas entspannter aus als noch im Jahr zuvor. Es sei eine im Vergleich zu den früheren Jahreswechseln verhältnismäßig ruhige Nacht ohne herausragende, polizeiliche Einsätze gewesen, lautet das Fazit für Lübeck. Und für Ostholsteiner Verhältnisse habe man eine mittelmäßig ausgelastete Silvesternacht registriert.

Polizei bewältigte insgesamt 215 Einsätze

Insgesamt waren zwar 215 Einsätze (2021/2022: 193) in der Silvesternacht durch die Beamtinnen und Beamten zu bewältigen. Die Einsätze mit direktem Silvesterbezug gingen aber zurück: In der Zeit von 18 bis 6 Uhr entfielen 42 Einsätze in den Bereich der Hansestadt Lübeck (2021/2022: 56) und 28 in den Bereich Ostholstein (2021/2022: 36). Die zentralen Feierlichkeiten in der Stadt verliefen friedlich und ohne besondere Vorkommnisse. Am Holstentorplatz hielten sich in der Spitze zirka 1000 Personen auf, um das Jahr 2023 zu begrüßen. Auch bei der großen Silvesterparty in Timmendorfer Strand lief nichts aus dem Ruder.

Zwölfjährige Junge von Böller getroffen

In Lübeck mussten Polizei und Feuerwehr in den überwiegenden Fällen (17) ausrücken, weil Container, Hecken oder Unrat in Brand geraten waren. Außerdem führte der unsachgemäße Umgang mit Böllern zu mehrfachem polizeilichen Einschreiten. In einem Fall erlitt ein zwölfjähriger Junge leichte Verletzungen, nachdem Unbekannte gegen 0.30 Uhr in der Straße Achternhof gezielt einen Feuerwerkskörper in Richtung einer Personengruppe geworfen haben. Der Böller zündete unmittelbar vor dem Kind. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Balkonmöbel gerieten in Brand

Etwa zur gleichen Zeit kam es zu einem Brandausbruch auf einem Balkon eines Mehrfamilienhauses im Schneewittchenweg. Ersten Erkenntnissen zufolge gerieten Balkonmöbel infolge eines Knallkörperwurfes in Brand und verursachten eine erhebliche Rauchentwicklung. Eine 25 Jahre alte Besucherin aus dem Kreis Pinneberg klagte über Atemwegsbeschwerden und musste medizinisch versorgt werden. Ebenfalls 30 Minuten nach Mitternacht beschädigte unachtsam gezündetes Feuerwerk die Fensterscheibe eines Hauses in der Schönböckener Straße. Die Anzahl der gemeldeten Ruhestörungen und Körperverletzungen beläuft sich im unteren einstelligen Bereich.

Viele Einsätze wegen brennender Mülltonnen

In Ostholstein bot sich ein ähnliches Bild: Während viele Einsätze wegen brennender Mülltonnen oder Container überwiegend durch die Feuerwehren abgearbeitet wurden, hatte es die Polizei zusätzlich mit Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und einer Ruhestörung zu tun. In Lensahn kam es kurz nach Mitternacht zu Schussabgaben auf ein Haus. Dort wurden entsprechende Einschusslöcher festgestellt. Ein Tatverdächtiger konnte nicht ermittelt werden.

In Malente brannte Holzhütte am Wohnhaus

In Bad Schwartau entfachten Jugendliche gegen 0.45 Uhr im Schillerberg ein Feuer auf der Fahrbahn, sodass Fahrzeuge dieses umfahren mussten. Etwa zeitgleich kam es auf dem Pariner Berg zu einer größeren Böllerei auf der Fahrbahn. Um 3.23 Uhr wurde in Malente ein Feuer gemeldet. Eine Holzhütte an einem Wohnhaus brannte.

Böller in direkter Nähe zu einer Weide gezündet

Weitere Beispiele von rücksichtslosem Verhalten protokollierte die Polizei wie folgt: In der Danziger Straße in Eutin wurden Böller auf Autos geworfen. Auf Fehmarn zündet ein Mann Böller an einer angrenzenden Weide, sodass die Tiere dort in Panik gerieten. In Stockelsdorf auf der L332 (alte B206) wurden Böller von einer Brücke geworfen. Auf dem Dorfplatz in Sereetz und auf dem Marktplatz in Neustadt schlugen sich mehrere Personen.

Pressemitteilung Polizeidirektion Lübeck

(Symbolfoto: Archiv)

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert