Neuer Arbeitskreis „Demokratie und Bürgerengagement“

Neuer Arbeitskreis „Demokratie und Bürgerengagement“ - Demokratie bindet alle ein

Demokratie bindet alle ein

„Politische Herausforderungen sind heute komplex, Meinungen und Haltungen so unterschiedlich wie nie“, hebt Melanie Wienicke von ePunkt, dem Bürgerkraftwerk fürs Ehrenamt in Lübeck, hervor. „Um zu politischen Entscheidungen zu kommen, formieren sich zunehmend Bürgerräte, die Vorschläge erarbeiten und der Politik Handlungsempfehlungen für unterschiedlichste Fragestellungen geben“, erläutert sie. Dort setzen auch die Mitglieder des neuen ePunkt-Arbeitskreises „Demokratie und Bürgerengagement“ mit ihren Überlegungen für einen Bürgerrat für Lübeck an. Sie trafen sich mit Interessierten, um über Grundsätzliches zu informieren.

Um möglichst eine breite Meinungs- und Perspektivenvielfalt abzubilden, sollen die Mitglieder eines Bürgerrates durch ein besonderes Losverfahren gefunden werden. „So kommen diese völlig unabhängig von Herkunft, Lebenswelt und Bildungsstand zusammen, um sich über die Themen der Stadt auszutauschen“, erläutert Melanie Wienicke. „Diejenigen, die sonst eher nicht wahrnehmbar sind, erhalten die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.“ Durch Fortbildungen und Impulse von Fachleuten werden die ausgelosten Mitglieder eines Bürgerrats sensibilisiert, die Aufgaben des neuen Gremiums mit Engagement zu bewegen.

Bürgerrat für Lübeck

Beim ersten Arbeitskreistreffen gab es auch gleich Themen, die in Lübeck politisch verkantet sind. Zwei Aspekte ergaben sich dadurch: Ein Bürgerrat kann Themen der Stadt aufgreifen, die im Diskurs stehen und von der Politik nur schwer zu bewegen sind. Der zweite Aspekt besteht darin, dass die Mitglieder eines Bürgerrats sich ohne das unabhängige Losverfahren wahrscheinlich nie über Politik und andere Themen, die sie bewegen, ausgetauscht hätten. Sichtbar wurde, wenn nicht nur innerhalb der Politik und damit von immer den gleichen Akteuren auf die Thematik geschaut und diskutiert wird, der geweitete Blick von außen zu einem Perspektivwechsel oder anderen Lösungsansätzen beitragen kann.

Auch Karsten Büttner war mit großem Interesse an einem Bürgerrat für Lübeck anwesend. Er hat sich bereits viele Jahre andernorts für Ökoprojekte wie biologischen Landbau und Carsharing engagiert und ist von den Vorteilen überzeugt, Politik mit mehr Bürgerengagement zu verbinden. „Angesichts der vielen Krisen muss aktuell größer gedacht werden“, hebt er hervor. „Wenn die Vorschläge des Bürgerrates sichtbar in die Politik einfließen, hat das auch positive Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Wählenden und der Politik.“ Monika Poppe-Albrecht

Sie alle engagieren sich für einen Bürgerrat in Lübeck: Michael Luppatsch (von links) , Karsten Büttner, Melanie Wienicke, Ivo Zsiros, Dr. Renate Schleker, Sabine Wiatre, Ursula Niechziol und Pamela Neumann. Foto: hfr.

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