Eutiner Kirche verabschiedet sich von drei Gemeindehäusern

Die Zeichen in der evangelischen Kirchengemeinde Eutin stehen auf Veränderung. Drei ihrer vier Gemeindehäuser sollen mittelfristig geschlossen werden. Dies betrifft die Standorte Fissau, Neudorf und auf dem Quitschenbarg. Das zentrumsnahe Gemeindehaus an der Michaeliskirche dagegen soll aufgewertet werden.

Verständnis für Notwendigkeit, Strukturen zu verändern

Über diesen Beschluss des Kirchengemeinderates informierten dessen Vorsitzende, Pastorin Maren Löffelmacher, und ihre Stellvertreterin Dr. Hendrike Cursifen kürzlich die Gemeindeversammlung und die Öffentlichkeit. „Natürlich hab es von Gemeindegliedern den Wunsch, Bisheriges zu bewahren. Aber es ist auch Verständnis für die Notwendigkeit da, Strukturen zu verändern“, sagt Löffelmacher. Denn einerseits würden die Räume immer weniger genutzt. Eine Situation, die sich durch Corona verstärkt habe. Zum anderen hätten alle Gebäude einen großen Sanierungsbedarf – vor allem mit Blick auf eine energetische Sanierung, aber auch in Bezug auf eine zeitgemäße, attraktive Gestaltung der Räume. Darüber hinaus sei absehbar, dass die Zahl der Kirchenglieder weiter sinke – zurzeit sind es knapp 10.000 in Eutin – und sich die Energiekosten vervielfachten. „Der finanzielle Druck steigt also stetig“, so die Pastorin.

Gemeindehaus an der Michaeliskirche wird aufgewertet

In den 70er- und 80er-Jahren sei diese dezentrale Struktur genau richtig gewesen, doch inzwischen hätten sich die Zeiten geändert. „Wo in einem Gemeindehaus vor Jahren noch sechs Konfirmandengruppen betreut wurden, ist es heute eine Gruppe“, nennt Löffelmacher ein Beispiel. Ihr ist es aber auch wichtig zu betonen, dass das zu erhaltende Gemeindehaus an der Michaeliskirche so bald wie möglich den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen angepasst werden soll. „Das beinhaltet eine energetische Sanierung und einen Umbau, gegebenenfalls auch eine Erweiterung.“

Neustrukturierung erfolgt in drei bis fünf Jahren

In Sachen Neustrukturierung will die Kirche aber nichts übers Knie brechen. „Es gibt erst einmal nur diese Grundsatzentscheidung. Details und Umsetzung werden in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren geklärt.“ Die Pastorin macht jedoch deutlich, dass ein Abriss der Gebäude nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werde. „Erste Ansprechpartner sind für uns andere kirchliche Einrichtungen. Konkret in Fissau bietet sich die Nutzung der Räume durch die angeschlossene Kita an“, meint Löffelmacher. Jedoch werde im Zuge der Aufgabe des Gemeindehauses dort auch eine multifunktionale Nutzung der Martin-Luther-Kirche zu bedenken sein. Ein Verkauf der Immobilien auf Teufel komm raus steht nicht zur Diskussion. Löffelmacher: „Es geht uns nicht darum, Einnahmen zu generieren. Es geht um Kostenreduktion.“

Volker Graap

Maren Löffelmacher (links) und Dr. Hendrike Cursifen vom Kirchengemeinderat setzen darauf, das Gemeindehaus an der Michaelskirche um- und auszubauen. (Foto: Graap)

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