Bürgermeisterwahl in Eutin: Der klare Sieger heißt Sven Radestock

Vor der Stichwahl am Sonntag hatten viele Beobachter mit einer knappen Entscheidung gerechnet. Doch das Finale der Eutiner Bürgermeisterwahl konnte Sven Radestock glasklar für sich entscheiden. Der 53-jährige Grünen-Politiker hatte in allen Wahlbezirken die Nase vorn und gewann am Ende mit 59,7 Prozent (3422 Stimmen) souverän. Konkurrent Sascha Clasen (CDU) musste sich erneut mit Platz zwei begnügen. Auf ihn entfallen 40,3 Prozent (2308 Stimmen).

Fairer Verlierer: Clasen will Amtsübergabe leicht machen

Clasen zeigt sich dabei als äußerst fairer Verlierer. Er ist noch bis Ende Dezember amtierender Bürgermeister, will sich ab sofort aber regelmäßig mit Radestock über wichtige Themen austauschen und dem neuen Verwaltungschef, der die Amtsgeschäfte erst am 1. Januar offiziell übernimmt, die Übergabe so einfach wie möglich machen.

Eutiner wollten offenbar kein „Weiter so“

Woran hat es gelegen, dass er sich am Ende nicht durchsetzen konnte? „Zwischen den Zeilen war schon zu merken, dass viele Eutiner einen Neuen von außen haben wollten, der nicht Teil der bisherigen Eutiner Kommunalpolitik ist. Sie haben sich vielleicht kein vermeintliches ,Weiter so‘ gewünscht“, stellt Clasen nüchtern fest. Natürlich sei er enttäuscht – „vor allem über die Wahlbeteiligung“, meint der Polizist und CDU-Stadtvertreter. „An Niederlagen wächst man. Ich werde weiter kommunalpolitisch tätig bleiben und auch zur Kommunalwahl 2023 antreten und weiter alles tun, damit es mit Eutin aufwärts geht“, so Clasen.

Start-Ziel-Sieg für Sven Radestock

Bürgervorsteher Dieter Holst sprach bei der Bekanntgabe des Endergebnisses von einem „wahnsinnigen Erfolg“ für Radestock. Ein Start-Ziel-Sieg, der bei dem grünen Kandidaten und seiner Familie freudiges Strahlen ausgelöst hat. „Ich bin wirklich dankbar, gerührt und freue mich, dass so viele Eutiner mir dieses Amt zutrauen. Und mit dieser Wahl und den sieben Bewerbern haben wir auch gezeigt, wie gut Demokratie funktionieren kann“, betonte Radestock.

Vom Wahlkampfteam der Eutiner Grünen gab es am Sonntagabend den ersten Blumenstrauß für Sven Radestock. (Foto: Graap)

„Gemeinsam das Beste für Eutin erreichen“

Nun setze er auf eine gute Zusammenarbeit im Rathaus. Er sei überzeugt, dass ihm Michael Kasch – Amtsleiter und Mitbewerber in der ersten Wahlrunde – eine gute Stütze in der Verwaltung sein wird und er auch mit Sascha Clasen als stellvertretendem Bürgermeister über die dringenden Probleme der Stadt – wie den Neubau der Festspieltribüne – schnell ins Gespräch kommt. „Es geht darum, Sachen, die nicht bis Januar warten können, anzupacken und gemeinsam das Beste für Eutin zu erreichen“, so Radestock.

Wähler aus dem Lager von Michael Kasch gewonnen

Für den Rundfunkredakteur aus Neumünster fühlte es sich am Wahlabend noch etwas unwirklich an, jetzt Bürgermeister seiner Geburtsstadt zu sein. „Allerdings hatte ich nach der ersten Wahlrunde so viele positive Rückmeldungen erhalten, dass ich nicht mit einem pessimistischen Gefühl in die Stichwahl gegangen bin“, meint Radestock. Dass das Ergebnis so deutlich ausfiel, habe mit Sicherheit auch daran gelegen, dass er viele Wähler aus dem Lager von Michael Kasch habe gewinnen können. CDU-Mitglied Kasch war am 23. Oktober als Einzelbewerber angetreten und hatte als Drittplatzierter gut 22 Prozent der Stimmen ergattert. Für die Stichwahl hatte er im Vorfeld keine Wahlempfehlung abgegeben.

Radestock will für die Bürger ansprechbar bleiben

Der neue Bürgermeister verspricht, auch zukünftig für die Einwohner ansprechbar zu bleiben. „Ich freue sich darauf, auch künftig Anregungen von den Bürgern mit auf den Weg zu bekommen“, unterstreicht Radestock. Wohl noch im Dezember werde er nach Eutin ziehen, zwei Wohnungen habe er inzwischen zur Auswahl. Um sich auch mental ganz auf Eutin konzentrieren zu können, werde er in der kommenden Woche aus der Ratsversammlung in Neumünster ausscheiden.

Wahlbeteiligung sinkt auf rund 40 Prozent

Die Wahlbeteiligung ging im Vergleich zur ersten Wahlrunde am 23. Oktober um etwa vier Punkte auf 39,9 Prozent zurück.

Volker Graap

Noch bevor die letzten beiden Wahlbezirke ausgezählt waren, gratulierte Sascha Clasen (CDU, rechts) seinem grünen Konkurrenten Sven Radestock zur gewonnenen Bürgermeisterwahl. (Foto: Graap)

Teile diesen Beitrag!

2 Antworten auf &‌#8222;Bürgermeisterwahl in Eutin: Der klare Sieger heißt Sven Radestock&‌#8220;

  1. Siegfrid Kronfoth sagt:

    40% Wahlbeteiligung. Heißt das: 60% ist’s „egal“, wie’s weiter geht. Weitere 16%* wollen ein annäherndes „weiter so“ wie gehabt. Resümee: 76% scheinen mit der Gesamtsituation „zufrieden“. *) Jedenfalls entschieden sich „die“ 16% (glücklicherweise vergeblich) für: (1) Klimaausstieg 2045 (einer Partei, die kein Konzept in ihrem Parteiprogramm hat und) aber weiter auf „blauen“ (fossilen) Strom mit erhöhter CO2-Ausscheidung setzen. (2) Für die „Straffung des Aufwuchspfades der CO2-Bepreisung“ (lt. Prateiprogr.) ABER gegen die Erhöhung der CO2-Preise durch die Regierung sind. (3) Keine Steuererhöhung. (4) Keine Klimafreundliche Umgestaltung. (5) Keine neuen Schulden. => das heißt gleichzeitig: kein Finanzierungskonzept! (6) Kein Tempolimit. (7) Kein Dieselfahrverbot. (8) Dafür mehr Straßenausbau; mehr Autobahnen und Umgehungsstraßen rein für den Autoverkehr. Also wie in Bayern seit Generationen zu beobachten ist: eine völlige Blockade der klima-, umwelt- und gesundheitsverträglichen Umgestaltung. Nun liegt es an den nicht-konservativen Parteien, den durch mindestens 16-Jahre-Stillstand entstandenen Berg an unerledigten Hausaufgaben in Krisenzeiten (Pandemie, Krieg, Inflation etc.) nachzuarbeiten.

  2. Christoph Müller sagt:

    Es ist zu befürchten das trotzdem ein weiterso erfolgt. Es sei den der BM hatt die Kraft sich gegen seine Partei zu stellen.i h würde es Ihm wünschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.