Lübeck strukturiert Pflegeheime neu, Traditionsheim schließt

Lübeck Pflegeheime Heiligen-Geist-Hospital

Die Hansestadt will ihre Pflegeeinrichtungen neu strukturieren. Das Ziel: Die Stadt Lübeck will umfassender Pflegeanbieter werden, den demografischen Wandel auffangen. Dafür möchte die Stadt Pflegeheime neu bauen. Das Aus bedeuten die Pläne allerdings für das Heiligen-Geist-Hospital.

590 Plätze in städtischen Pflegeheimen

Die Zahlen sind eindeutig: Will die Hansestadt Lübeck den demografischen Wandel wuppen, müssen bis zum Jahre 2030 rund 800 zusätzliche stationäre Plätze in den Pflegeheimen geschaffen werden. Zusätzlich zu den bereits bestehenden 3400 Plätzen. 590 Plätze davon gibt es derzeit in den städtischen Heimen. 664 sollen es bald sein.

Städtische Pflegeheime in Lübeck sind marode

Das Problem dabei ist: Viele der sieben Pflegeheime der Stadt sind marode. Die teils sanierungsbedürftigen Immobilien werden den demografischen Wandel nicht meistern können. Daher hat sich die Hansestadt Lübeck nun zu einer „strategischen Neuausrichtung“ entschlossen. Das heißt, dass die Gebäude aufgegeben werden sollen, die Standorte aber bleiben größtenteils erhalten. Denn bei den Standorten handele es sich um „etablierte Adressen für die Pflege, die eine gute Abdeckung des Stadtgebietes gewährleisten.

Vier Standorte bleiben erhalten, andere schließen

Trotzdem will die Stadt Lübeck die Verteilung der Pflegeheime noch einmal prüfen. Nach bisherigem Stand sollen vier Standorte erhalten und neu bebaut werden, zwei Standorte, darunter das Heim Am Behnckenhof, schließen. Im Süden Lübecks – genauer in Moisling – will die Hansestadt einen komplett neuen Standort eröffnen. Die Heime in der Prassekstraße und im Dreifelderweg sollen ab 2025 abgerissen und zu Wohnungen werden. Neubauten soll es in der Elswigstraße sowie in der Dornbreite geben, in der Solmitstraße in Kücknitz ändert sich voraussichtlich nichts.

Moderne Neubauten mit 140 Plätzen geplant

Die geplanten Neubauten sollen „zeitgemäß, ökologisch und modern“ sein, so die Hansestadt in einer Pressemitteilung. Und: Sie bieten jeweils 140 Plätze statt bislang 70. „Mit dem nun vorliegenden Konzept stellen wir die städtischen Senior:Inneneinrichtungen so auf, dass sie unter qualitativen und wirtschaftlichen Aspekten zukunftsfähig dem demographischen Wandel begegnen können und Maßstäbe für ambulante, teilstationäre und stationäre Pflege setzen“, erläutert Sozialsenatorin Pia Steinrücke.

Heiligen-Geist-Hospital wird 2023 geschlossen

Das Aus bedeuten die Pläne der Stadt Lübeck allerdings für eine Traditionseinrichtung. Denn das Heiligen-Geist-Hospital, eines der ältesten Altenheime Deutschlands, soll zum 30. September 2023 geschlossen werden. „Aufgrund der historischen Bausubstanz und der damit einhergehenden Vorgaben wäre eine Modernisierung der Einrichtung nur begrenzt umsetzbar“, so die Stadt. Die Stadt will die Bewohner auf andere Einrichtungen verteilen. Am 7. Dezember wird daher eine Versammlung für die Bewohner und ihre Angehörigen stattfinden. Auch die Mitarbeiter sollen in anderen Heimen unterkommen.

Die genauen Planungen sind einsehbar auf www.luebeck.de/politik. Die Lübecker Bürgerschaft muss den Plänen noch zustimmen.  Oliver Pries

Foto: Lutz Roeßler

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