Enger Zeitplan wackelt: Wer baut die Festspiel-Tribüne in Eutin?

Tribüne

Der Auftrag ist millionenschwer: Die Stadt Eutin sucht als Bauherrin ein Unternehmen, das den erweiterten Rohbau der neuen Tribüne für die Eutiner Festspiele im Schlossgarten errichtet. Die alten Zuschauerränge wurden bereits abgerissen (wir berichteten). Doch bisher hat sich trotz europaweiter Ausschreibung niemand gemeldet, der diese Tribüne bauen möchte. Deshalb ist die Frist für die Abgabe von Geboten bis zum 30. November verlängert worden.

Bis Mai 2024 muss der Neubau fertig sein

Ob die Zeit ausreicht, werden die nächsten vier Wochen zeigen. „Wir sind im Moment im Zeitplan und zuversichtlich, dass sich bis dahin Firmen finden“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Der Zeitplan ist sehr eng gestrickt. Bis Mai 2024 soll die neue Tribüne im Schlossgarten fertig sein. Muss sie auch. Um 5,5 Millionen Euro Fördermittel zu bekommen, muss die Stadt Eutin den Neubau bis Ende 2024 eingeweiht und abgerechnet haben. Sonst bleibt sie auf den Kosten sitzen.

Weitere Spielzeit-Absage wäre Riesenproblem

Viel dringender ist eine rechtzeitige Fertigstellung aber für die Eutiner Festspiele. Sie haben mangels Ersatzspielstätte die Spielzeit 2023 abgesagt, nur ein Konzertsommer mit 15 Veranstaltungen auf dem Schloss-Parkplatz ist geplant. Eine weitere Absage wäre ein Problem, sagt Festspiel-Geschäftsführer Falk Herzog. Dem ist angesichts der fehlenden Angebote ziemlich mulmig.

Herzogs Warnung sei ohne Reaktion verhallt

Er habe bereits im Frühjahr davor gewarnt, die alte Tribüne abzureißen, so lange nicht feststehe, wann und wer die neue baut. Eine Warnung, die ohne Reaktion verhallt sei. Ob die Verlängerung der Ausschreibungsfrist wirklich etwas bringe, werde sich zeigen. „Nicht jede Firma kann die erforderliche Betonschale gießen“, mahnt Herzog und weist darauf hin, dass es im Zeitplan keine Reserve gebe. Im Bauprotokoll habe der Architekt bereits empfohlen, einen Plan B zu erarbeiten. Den gibt es für Herzog aber gar nicht. Er steht unter Zeitdruck, muss zum Jahresbeginn 2023 Aufträge in Höhe von 1,6 Millionen Euro für die Spielzeit 2024 vergeben.

Die Stadt muss Druck machen

Und spätestens im April 2024 müsste die Tribüne fertig sein, sagt der Geschäftsführer, denn die Festspiele müssten noch die Veranstaltungstechnik installieren, das Bühnenbild bauen, mit den Proben beginnen. Außerdem beginne im Herbst 2023 der Kartenvorverkauf für die Spielzeit 2024. Angesichts all dessen sagt Falk Herzog: „Ich kriege da Panik.“ Die Stadt müsse den ausführenden Architekten dringend an die Rahmenbedingungen des Architektenwettbewerbs erinnern. „Durch die Verlängerung der Bauzeit von elf auf 22 Monate haben wir unseren Beitrag bereits geleistet.“

LN/vg

Die Visualisierung zeigt eine Ansicht der neuen Tribüne von der Seeseite. (Foto: hfr)

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