Malente: Pastorin Bettina Grunert geht in den Ruhestand

Nach über 34 Jahren im Amt wird am kommenden Sonntag, 30. Oktober, die Malenter Pastorin Bettina Grunert im Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche durch Propst Peter Barz in den Ruhestand verabschiedet.

Dank für Treue und Zuverlässigkeit

„Treue und Zuverlässigkeit sind Werte, die den meisten Menschen in persönlichen Beziehungen wichtig sind und geschätzt werden. Für diese Treue und Zuverlässigkeit gegenüber den Menschen in ihrer Gemeinde stand Pastorin Grunert. Dafür gebührt ihr Dank und Respekt.  Ihr und ihrem Mann wünsche ich für die Zukunft alles Gute und Gottes reichen Segen“, so Propst Peter Barz über die 64-jährige gebürtige Kielerin.

Sie kam 1988 eigentlich als Übergangspastorin

Als Bettina Grunert als „Pastorin zur besonderen Verwendung“ 1988 beim Kirchenkreis anfing und im Juni nach Malente kam, war von einer Vertretung für maximal sechs Monate die Rede. „Es war eine Zeit, in der manche Paare noch Vorbehalte hatten, sich von einer Frau trauen zu lassen und manche schief guckten, wenn es um die Beerdigung von Angehörigen durch eine Pastorin ging“, erinnert sich Bettina Grunert. Doch die Chemie zwischen ihr und ihrer Gemeinde entwickelte sich gut und so wurde sie 1992 zunächst Pastorin auf der dritten Pfarrstelle. An Silvester 1994 wurde sie dann durch den damaligen Propst Matthias Wiechmann auf der zweiten Pfarrstelle offiziell ins Amt eingeführt.

Wandel in der Kirchengemeinde

Wenn sie heute auf ihre Zeit in Malente zurückblickt, dann sieht die Pastorin mit Bedauern auf die zurückgehende Zahl an Gläubigen. Hatte sie 1997 im Nordbezirk noch 3400 Gemeindeglieder zu betreuen gehabt, habe die gesamte Kirchengemeinde inzwischen nur noch etwa 3800 Mitglieder. „In den ersten Jahren hatte ich manchmal noch zwei oder sogar drei Beerdigungen pro Woche. Heute sind das die Zahlen von einem Monat“, sagt sie. Auch Malente habe sich vor allem in den 1990er Jahren gewandelt, weil Einsparungen im Gesundheitswesen zu weniger Kurgästen und zur Schließung von Hotels führten – Entwicklungen, die sich auch in den Gottesdiensten bemerkbar gemacht hätten und neuerdings noch einmal durch Corona verstärkt wurden.

Positive Entwicklung bei der Kita

Ganz eindeutig positiv hat sich in diesen Jahren aber die Kindertagesstätte der Gemeinde entwickelt, die von vier auf zuletzt neun Gruppen erweitert und auch von den Räumlichkeiten her neu aufgestellt wurde. Besonders wichtig waren ihr vor allem die Diakonie und Seelsorge. „Ich glaube, beides ist gleichbleibend wichtig in einer sich wandelnden Gesellschaft“, stellt die Pastorin fest.

Bilanz: In 34 Jahren 1350 Menschen beerdigt

Jetzt zum Abschied hat Bettina Grunert noch einmal Zahlen zusammengetragen. „In den 34 Jahren in Malente habe ich mit sechs Kirchenvorständen und insgesamt sieben Pastorinnen und Pastoren zusammengearbeitet; Ich habe drei Pröpste und vier Bürgermeister in Malente erlebt“, berichtet sie. Und sie hat 1350 Menschen beerdigt: „Diese vielen Lebensgeschichten haben mich immer wieder tief berührt. Ich gehe gerne über die Friedhöfe und weil ich ein gutes Namensgedächtnis habe, erinnere ich mich dann gerne an die persönlichen Begegnungen.“

Wiedersehen mit früheren Konfirmanden

Schöner noch sind natürlich Begegnungen mit Lebenden, etwa längst erwachsene Konfirmandinnen oder Konfirmanden, die sie im Weihnachtsgottesdienst wiedersah. Manche von ihnen waren verheiratet, hatten ihre Kinder taufen und auch konfirmieren lassen – der Kreislauf des Lebens eben. „Ich habe Anteil am Leben vieler Menschen nehmen dürfen und dafür bin ich sehr dankbar“, so Grunert.

Text/Foto: Pressemitteilung Kirchenkreis Ostholstein

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