Café W.u.T.: Warme Mahlzeiten und mehr für Menschen in Not

Café W.u.T. Lübeck

Die Temperaturen sinken wieder, und viele Menschen sorgen sich um obdach- und wohnungslose Menschen in Lübeck. In einer neuen Serie beleuchten wir das Schicksal dieser Menschen und zeigen, welche Hilfsangebote es in Lübeck gibt.

Schon am Morgen kommen die ersten Gäste zum Frühstück. Ab 9 Uhr ist die Tür zur
Begegnungsstätte Café W.u.T. (Warm und Trocken), An der Untertrave 21, geöffnet für
Menschen in sozialer Not. Armut, Sucht, Wohnungslosigkeit, auch Einsamkeit führt die
Menschen regelmäßig dorthin.

60 Menschen kommen zum Mittagessen ins Café W.u.T.

Oben im ersten Stock wird bereits fürs Mittagessen Hand angelegt. Koch Marcus Manske
bereitet die Speisen vor, lässt sich von einigen Ehrenamtlichen gerne unterstützen. „Urgestein“ Marita Huck hilft auch mit. Sie sitzt am großen Tisch, schält Kartoffeln, putzt das Gemüse. „Die Nahrungsmittel bekommen wir von drei, vier Supermärkten in der Hansestadt sowie von hilfsbereiten Mitbürgern“, erzählt Oliver Grell, Sohn der Gründerin Anke Timmermann-Grell und Leiter des W.u.T.. „Das Haus platzt aus allen Nähten“, beschreibt diese die seit Jahrzehnten anhaltende Situation: Ob jung oder alt, Männer und Frauen und auch aus verschiedenen Kulturen, trinken ihren heißen Kaffee dort für 50 Cent. Manchmal laden sie auch einen Bekannten ein. Circa 60 an der Zahl kommen zum kostenlosen Mittagessen ab 12 Uhr. Für die „zweite Rutsche“ um 12.30 Uhr wartet die Hälfte der Gäste, sonst ist es nicht zu bewerkstelligen.

Nachmittags gibt es auch noch Kaffee und Kuchen

Das W.u.T. ist täglich bis 17 Uhr geöffnet. Ab 15 Uhr gibt es noch einmal Kaffee und etwas
Süßes. „Darüber freut sich jeder“, weiß Oliver Grell. Die kalten Tage sind längst da und diese
können sehr lang sein. Es gibt auch Duschen und Waschmaschinen, saubere Kleidung
daneben in einer Kleiderkammer. „Wir bieten hier einzigartig breit gefächerte Leistungen“,
freut sich Oliver Grell, alles unter einem Dach vorhalten zu können. Mutter und Sohn kennen viele Geschichten, unzählige Probleme der Gäste. „Bei uns dürfen Männer auch weinen“, so die 76-Jährige. Ihr Café W.u.T. gibt es seit 30 Jahren. Zwölf Jahre davor gründete sie bereits den Verein Selbsthilfe Organisation Soziales Lübeck (S.O.S. Lübeck). Der Trägerverein des Cafés berät bei Problemen mit Anträgen und unterstützt bei Behördengängen.

Hansestadt, Bürger und Betriebe unterstützen das Café W.u.T.

„Das alles ist nicht von heute auf morgen entstanden“, blickt die 76-Jährige auf über vier
Jahrzehnte zähem Ringen zurück. Als Alleinerziehende stemmte sie sich damals gegen Vorurteile und soziale Benachteiligungen, 1980 gründete sie den Verein S.O.S.. Glücklicherweise gab es
immer Sponsoren: Neben Privatleuten und Leuten aus der Politik gab und gibt es
Unterstützung von Unternehmen, Banken, Kulturschaffenden sowie Handwerksbetrieben, die
großzügig mit Sanierungsarbeiten geholfen haben. Die Hansestadt Lübeck und die
Possehlstiftung sind seit vielen Jahren Partner bei der Finanzierung. Es gibt feste befristete
Arbeitsverträge, vom Jobcenter geförderte Stellen und immer wieder viele ehrenamtliche Hände, die zupacken. Monika Poppe-Albrecht
Info:

Begegnungsstätte Café W.U.T., Telefon: 0451/39 98 586, Internet: www.cafe-wut.de
Sozialberatung S.O.S., Telefon: 0451/7057 46

Foto: Warme Speisen vom Koch des Hauses: Marcus Manske und Ehrenamtlerin Marita Huck bereiten das Mittagessen vor. Foto: M. Poppe-Albrecht

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