Landratswahl in Ostholstein: gute Aussichten für Timo Gaarz (CDU)

Wenn der Ostholsteiner Landrat Reinhard Sager (CDU) Mitte 2023 nach 22 Jahren sein Amt abgibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Nachfolger Timo Gaarz heißt. Der 44-jährige Heiligenhafener ist Chef der CDU-Kreistagsfraktion, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. Und er ist seit 2013 erster stellvertretender Landrat. Am Dienstag reichte er seine Bewerbungsunterlagen ein. Wenn der Kreistag am 14. Februar den neuen Landrat wählt, sind Gaarz – Stand jetzt – bereits die Stimmen von 31 der 61 Abgeordneten sicher.

31 von 61 Abgeordneten sichern Unterstützung zu

Fest zugesagt haben dem Diplom-Finanzwirt, der im Finanzamt Oldenburg als Hauptsachgebietsleiter Ausbildung und Studium tätig ist, vier Fraktionen ihre Unterstützung: CDU (23 Mitglieder), FDP (4), DFF (2) und Freie Wähler (2). „Mein Ziel ist es aber, eine größtmögliche Unterstützung erreichen. Deshalb werde ich nach den Herbstferien mit der SPD ins Gespräch kommen und mich im Dezember auf der Kreismitgliederversammlung der Grünen vorstellen“, betont Gaarz. Mit der grünen Fraktion, mit der die CDU im Kreistag kooperiert, habe es schon erste Gespräche und positive Signale gegeben.

„Der Kreis Ostholstein ist meine Heimat“

Zu seinen Beweggründen für die Kandidatur sagt Gaarz: „Der Kreis Ostholstein ist meine Heimat. Hier bin ich geboren, hier habe ich meine Familie gegründet. Hier bin ich beruflich sowie ehrenamtlich verwurzelt. Und hier engagiere ich mich sowohl auf kommunaler als auch auf Kreisebene politisch. Dank meiner kommunikativen Stärke habe ich erfolgreich unter Beweis gestellt, dass ich unterschiedliche Lösungsansätze in einem konstruktiven Dialog zusammenführen und integrativ wirken kann. Daran möchte ich natürlich auch als Landrat festhalten.“

Gaarz will proaktive Informationskultur stärken

Seiner Überzeugung nach sei eine kooperative, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlicher Verwaltung essenziell für eine erfolgreiche Steuerung der Verwaltung. „Deshalb möchte ich als Landrat das bereits bestehende konstruktive Zusammenwirken durch eine proaktive Informationskultur weiter stärken und pflegen. Und ich möchte meine Rolle als Dienstleister und neutraler Berater des gesamten Kreistages transparent, sach- und lösungsorientiert wahrnehmen“, unterstreicht der CDU-Mann.

Ostholstein als guter Arbeitgeber und Klimaschützer

Bei allen Herausforderungen, die es gibt, nennt Gaarz vier Aufgabenschwerpunkte, bei denen er besonders starke Akzente setzen will. Er möchte das Profil des Kreises als moderner Arbeitgeber und als „Arbeitgebermarke Kreis Ostholstein“ gemeinsam mit Mitarbeitenden und Personalrat weiter schärfen. Er will die Digitalisierungsqualität der Verwaltung durch weitere Serviceangebote verbessern, die Klimaschutzziele des Kreises konsequent verfolgen und den Katastrophenschutz im Landkreis stärken. „Als ,Finanzer’ ist mir darüber hinaus die Bewahrung solider Finanzen als unverzichtbares Fundament für freiwillige Leistungen besonders wichtig“, ergänzt Timo Gaarz.

Ausschreibung läuft noch – Wahl am 14. Februar

Der Kreis hat die Stelle des Landrates ausgeschrieben. Bis zum 31. Oktober können sich Interessenten noch bewerben. Die Wahl findet in einer Sondersitzung des Kreistages am 14. Februar statt. Amtsbeginn ist dann am 3. Juli 2023.

Volker Graap

Fototermin vor dem Eutiner Kreishaus: Der CDU-Fraktionschef Timo Gaarz gab am Dienstag seine Kandidatur für die Ostholsteiner Landratswahl am 14. Februar 2023 bekannt. (Foto: Graap)

Reaktionen der Kreistagsfraktionen

Hans Pohl, Fraktionschef der Freien Wähler, sieht Gaarz „als studierten Verwaltungsfachmann und sehr erfahrenen Kreistagsabgeordneten in die Zukunftsthemen unseres Kreises bereits bestens eingearbeitet. Daher würden aus unserer Sicht wenig Reibungsverluste nach einer möglichen Amtsübernahme entstehen“. Gaarz sei aufgrund seiner fachlichen Qualifikation und seinem großen Engagement in kreispolitischen Themen hervorragend als Landrat geeignet. „Auch auf zwischenmenschlicher Ebene überzeugt er durch stets konstruktives Agieren sowie durch seine ausgleichende und sympathische Art“, so Pohl.

Für „Die Freie Fraktion“ (DFF) im Kreistag erklärt der Fraktionsvorsitzende Stephan Hedicke die uneingeschränkte Unterstützung für Gaarz. „Timo Gaarz haben wir stets als verlässlichen, verantwortungsbewussten Kreistagskollegen mit viel Sachverstand kennengelernt. Er versteht es immer wieder, unterschiedliche Positionen der Fraktionen in Ausschuss und Kreistag in guter Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung vorausschauend agierend zu einer positiven Einheit zu schmieden. Für die DFF wäre Timo Gaarz als Landrat der richtige Mann am richtigen Platz und auch ein Garant für ein ,positives Weiter so’ im Kreis Ostholstein.“

Positive Signale kommen auch von den Grünen. Fraktionschef Jens Johannsen betont: „Ich habe Timo Gaarz als zuverlässigen und kompetenten Kooperationspartner schätzen gelernt und begrüße daher seine Entscheidung, als Landrat für den Kreis Ostholstein zu kandidieren. Ein Verwaltungsfachmann aus dem Kreis für den Kreis.“ Ob Gaarz die Stimmen der Grünen letztendlich bekommt, hängt auch von der Entscheidung der Kreismitgliederversammlung am 3. Dezember ab.

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