15 Jahre Gesundheitsmobil Lübeck: Neues Auto zum Geburtstag

Gesundheitsmobil Lübeck 15 Jahre

Das Gesundheitsmobil Lübeck besteht seit 15 Jahren – das wurde jetzt in der Aegidienkirche mit rund 50 geladenen Gästen gefeiert. Außerdem erhielt die Initiative ein neue Fahrzeug zum Jubiläum. Möglich machte die Anschaffung die Förderung durch die Hansestadt Lübeck und diverse Spender.

Menschen fallen durch das System

„Ich gratuliere herzlich“, sagte Bürgermeister Jan Lindenau in seinem Grußwort. „Wobei man sich fragen muss: ,Was haben wir falsch gemacht?‘.“ Es gebe eben immer noch „kleine Zwischenräume, die nicht ins System passen. Wir erreichen nicht alle.“ Das Gesundheitsmobil Lübeck verbinde durch die beiden Träger das Medizinische und das Seelsorgerische. „Was wäre sonst mit den Menschen, die wir nicht erreichen?“, so Lindenau. Vor zweieinhalb Jahren habe er die Träger dazu ermuntert, eine Einmalförderung für das neue Fahrzeug zu beantragen, die Hansestadt Lübeck habe dann 20.000 Euro bewilligt. Der Bürgermeister schloss mit der Aufforderung: „Wenn’s mal wieder rostet, rufen Sie an!“

Gesundheitsmobil Lübeck: Gelebte Nächstenliebe

Dörte Eitel, Geschäftsführerin der Gemeindediakonie Lübeck, zitierte das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter, und verglich dessen gute Tat mit dem Wirken des Gesundheitsmobils. „Sie üben Nächstenliebe“, sagte sie an das gesamte Team gewandt. „Sie hören den Menschen zu, wenden sich den Menschen zu.“ Das Zitat eines Klienten, „Gut, dass es euch gibt“, wiederholte sie ausdrücklich: „Gut, dass es Sie gibt!“

Seit 15 Jahren behandelt das Gesundheitsmobil Lübeck Menschen, die auf der Straße leben und/oder keine Krankenversicherung besitzen. Es fährt aktuell zehn Haltestellen in verschiedenen Stadttteilen Lübecks an. Jährlich versorgt das Team aus zwei hauptamtlichen und 16 ehrenamtlichen Mitarbeitenden durchschnittlich etwa 650 Klienten. Das Gemeinschaftsprojekt der Gemeindediakonie Lübeck und der Johanniter-Unfall-Hilfe wird aktuell durch die Possehl-Stiftung, die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, die Bluhme-Jebsen-Stiftung sowie Boy Meesenburg gefördert.

Ein Grund zum Feiern!

„Vor fünf Jahren, als wir stolz zehn Jahre Gesundheitsmobil in Lübeck gefeiert haben, wurde die Frage an mich gerichtet, ob dies denn ein Grund zu feiern sei“, meinte Hans-Martin Grusnick, Mitglied des Regionalvorstandes der Lübecker Johanniter-Unfall-Hilfe. „Damals wie heute kann ich voller Überzeugung sagen: ,Ja, das ist ein Grund zu feiern!‘“, und zwar wegen des „unermüdlichen Engagements“ aller Beteiligten. Er wünsche sich, dass „die öffentliche Hand“ das Projekt dauerhaft unterstütze.

Gesundheitsmobil: Arbeit ist schwieriger geworden

Thomas Müller, der gemeinsam mit Sabine Steen das hauptamtliche Projektteam bildet, berichtete Aktuelles aus der Arbeit des Gesundheitsmobils. Die Pandemie habe die Arbeit sehr verändert, ebenso die Auflösung des Drogentreffpunktes am Krähenteich. „Es hat unsere Arbeit erschwert, weil wir die Menschen nicht mehr auffinden“, so Müller. „Zum Teil sind wir deswegen fußläufig unterwegs.“ Dabei wüssten seine Kollegin und er, dass sie nicht alle „retten“ könnten. Aktuell seien 25 Prozent der Klienten nicht krankenversichert, zu Beginn des Projekts vor 15 Jahren seien es nur fünf Prozent gewesen. Zum Klientel zählten zugewanderte Menschen, Wohnungslose, aber auch Selbstständige und von Altersarmut Betroffene. „Zum Teil gibt es auch Menschen, die ,behördenscheu‘ sind, wie wir sagen.“ Als wichtigste Ziele nannte der Krankenpfleger, „die Leute wieder ins Regelsystem zu bekommen und eine gute präventive Arbeit“.

Harley-Davidson-Club spendet 600 Euro.

Einen Scheck über 600 Euro hatten Ulrich Findeisen, Assistant Director des Harley-Davidson-Chapters „Seven Towers Chapter Lübeck“, und Chapter-Mitglied Karl Müller mitgebracht. Das Geld war durch Spenden im Chapter sowie im Rahmen von öffentlichen Aktionen gesammelt worden. „Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die Klavier spielt“, zitierte Findeisen Wilhelm Busch und meinte „Wir Harley-Fahrer können nicht nur laut, sondern wir können auch auch lieb sein.“ Pressemitteilung / Oliver Pries

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