14. WindArt: Ein besonderes „Denk-Mal“ auf dem Priwall

Drei große kantige Stelen aus Baustahl, in deren Flächen die historischen Daten der sechs Eisenschiffwerften Lübecks eingelasert wurden.

Künstler Rainer Wiedemann will damit an die großen Lübecker Werften erinnern

Drei große kantige Stelen aus Baustahl, in deren Flächen die historischen Daten der sechs Eisenschiffwerften Lübecks eingelasert wurden. Ein Edelstahlstandrohr im Zentrum, auf dessen drehbarer Krone sechs Schiffe sich nach dem Wind ausrichten können. Dieses neue „Denk-Mal“ auf dem Priwall soll an die ehemaligen großen Werften erinnern und ist das 14. Werk für die WindArt in Travemünde.

„Die drei Stelen sollen an Werftkräne erinnern, und die Schiffe sind den Werften zugeordnet, typische Schiffe, die schräg und rückwärts von ihren Hellingen laufen“, erklärt der Künstler Rainer Wiedemann, der dieses Denkmal im Auftrag des Vereins Kunst und Kultur zu Travemünde entworfen und gefertigt hat. Es ist damit ein weiterer Beitrag des Künstlers zur Travemünder WindArt. Seiner Meinung nach ist dieser Beitrag längst überfällig, um an die Lübecker Eisenschiffwerften zu erinnern.

Wiedemann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Historie der Flender Werft. So arbeitet er an zwei noch ausstehenden Büchern mit neuen Zeitzeugenberichten und mit einem Anhang zu allen je gebauten Schiffen der Werft in Wort und Bild. Und er entwickelte die Idee, dieser ehemaligen Werft ein Denkmal zu errichten. Mit ihrer Insolvenz wurde das Ende des Industriestandortes Lübeck eingeläutet. „Beim skizzenhaften Realisieren dieses Vorhabens bemerkte ich, dass die anderen großen fünft ehemaligen Werften das gleiche Schicksal erlitten haben und es heute außer im Internet kaum Hinweise auf diese Werften gibt“, so Wiedemann, der das mit seinem „Denk-Mal“ ändern möchte.

Bei den Entwürfen waren Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Trave-Gymnasiums beteiligt. Sie beschäftigten sich von Februar bis Mai dieses Jahres intensiv mit den ehemaligen großen Schiffswerften und erfuhren vom Ende des Industriestandorts Lübeck im Jahr 2002/03 mit der Insolvenz der letzten großen Werft in Lübeck, der Flender Werft. Die Entwürfe wurden schließlich in den Ferienmonaten der Schülerinnen und Schüler umgesetzt und die Bleche und Stahlelemente von dem Künstler zusammengeschweißt, der übrigens selbst als Kunsterzieher bis 2011 am Trave-Gymnasium tätig war.

Nachdem über Bürgermeister Jan Lindenau, der Lübeck Port Authority und dem Kurdirektor Uwe Kirchhoff ein endgültiger Standort auf dem Priwall gefunden wurde, konnte das Denkmal Anfang September im Beisein des Vereins Kunst und Kultur zu Travemünde und der beteiligten Schülerinnen und Schüler aufgebaut werden. Das Projekt wurde gefördert vom Verein Kunst und Kultur zu Travemünde, dem Kulturfunken der Possehl-Stiftung und der Rose-Stiftung. HÖ
Eingeweiht werden soll das „Denk-Mal“ für die Werften am Sonnabend, 17. September, um 14 Uhr an der Priwallpromenade zwischen Kohlenhofspitze und Rosenhof, dem Standort der Schlichting Werft. Anja Hötzsch

Schwerstarbeit: Künstler Rainer Wiedemann (l.) richtet mit seinen Helfern die dritte Stele des „Denk-Mals“ für die sechs Lübecker Schiffswerften an der Priwallpromenade unweit der Bunkerstation auf. Foto: Anja Hötzsch

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