Klares Ja zum Kauf der Eutiner Mühle: Umbau zur „Kulturmühle“

Mit 18 Ja-Stimmen gab es am Mittwoch auf der Sondersitzung der Eutiner Stadtvertretung ein klares Votum für den Kauf der historischen Mühle „Moder Grau“ durch die Stadt Eutin. Die Kommune wird nun ihr Vorkaufsrecht ausüben und die denkmalgeschützte Immobilie für rund 620 000 Euro erwerben. Weitere 500 000 Euro müssen in die Sanierung des Gebäudes investiert werden. Zuvor hatte bereits der Hauptausschuss dafür gestimmt.

Nein-Stimmen von CDU und Freien Wählern

Mit Nein stimmten nur neun Kommunalpolitiker von CDU und Freien Wählern. Olaf Bentke erklärte, dass in der Brust der Freien Wähler zwei Herzen schlagen würden. Um jedoch nicht noch größere Schulden aufzuhäufen und finanziellen Handlungsspielraum nicht aufs Spiel zu setzen, müsse sich die Stadt auf das Notwendige konzentrieren, weniger auf Lieblingsprojekte. Der CDU-Fraktionschef Matthias Rachfahl plädierte dafür, die Entscheidung nicht aus Emotionen heraus, sondern nach Faktenlage zu treffen.

Projekte der Daseinsvorsorge an erste Stelle setzen

„Sicher ist die Mühle ein Wahrzeichen. Aber sie wird auch nicht abgerissen, wenn wir uns heute gegen einen Kauf entscheiden. Für uns stehen die Projekte der Daseinsvorsorge wie Schulen oder Feuerwehr an erster Stelle. Und schon jetzt schafft es die Stadt nicht, alle laufenden Projekte zu wuppen.“ Er zweifelte außerdem daran, dass die Sanierungs- und Unterhaltungskosten überwiegend über einen Förderverein und Crowdfunding gestemmt werden könnten, wie es das Konzept vorsieht.

Malte Tech spricht vergleichsweise von „Peanuts“

Die Befürworter sahen dies naturgemäß ganz anders. Malte Tech von der Freien Wählergemeinschaft sprach angesichts des Kaufpreises von „Peanuts“ im Vergleich zu den anderen Bauvorhaben in Eutin. Hans-Georg Westphal von der SPD sah es ähnlich: „Wir planen Schulen für 40 und über 50 Millionen Euro, ein Feuerwehrgerätehaus für zehn Millionen, die Schlossterrassen für zwölf Millionen – und sollen uns die Mühle für 620 000 Euro nicht leisten können? Selbstverständlich muss Eutin so ein Highlight erwerben!“

Eutin Tourismus GmbH hat Nutzungskonzept ausgearbeitet

Nun steht die Eutin Tourismus GmbH, die das Nutzungskonzept ausgearbeitet hat, vor einer großen Aufgabe. Danach soll die Alte Mühle zur „Kulturmühle Eutin“ entwickelt werden – inklusive Gastronomie. Die Mühle soll Multifunktionsort (Hochzeitslocation, Veranstaltungsfläche für Eventformate wie Musik, Tanz, Lesungen, Workshops und Vorträge) werden. In der oberen Etage könnte eine Kunstgalerie in Kooperation mit der Eutiner Museums- und Kulturlandschaft entstehen. Das Konzept ziele besonders auch auf eine jüngere Zielgruppe ab, so Tourismuschef Michael Keller und weiter: „Unter anderem das Finanzierungskonzept, welches im Wesentlichen auf Beantragung von Fördergeldern, Crowdfunding-Maßnahmen sowie der Gründung eines Mühlenvereins basiert, ist noch zu optimieren und dann auch umzusetzen. Daran arbeiten wir in der Zwischenzeit stetig weiter, um die Finanzierung noch tragfähiger zu machen.“

Volker Graap

Die Stadt Eutin kauft die historische Mühle, die Gastronomie soll dort erhalten bleiben. (Foto: Graap)

Teile diesen Beitrag!

Eine Antwort auf „Klares Ja zum Kauf der Eutiner Mühle: Umbau zur „Kulturmühle““

  1. Erika Widmann sagt:

    Warum wurde die Mühle erst zum Verkauf angeboten und auch verkauft??? Was soll das?? So ein Durcheinander haben wir auch in der Bund
    Es
    Regierung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.