Kein Tribünen-Ersatz: Eutiner Festspiele setzen 2023 auf Konzerte

Tribüne

Kürze beginnt die Stadt Eutin mit dem Abriss der alten Tribüne der Freilichtbühne im Schlossgarten. Bis 2024 wird dort ein Neubau errichtet. In der Zwischenzeit jedoch fehlt den Eutiner Festspielen die Heimstätte. Und weil es auch keine Aussicht auf eine Alternative gibt, müssen die Theatermacher 2023 auf eigene Inszenierungen von Oper und Musical verzichten. Diese Entscheidung sei in der Opernscheune „schweren Herzens, aber zum Erhalt unserer Freude am kulturellen Gestalten“ getroffen worden, so die Verantwortlichen.

Keine Übergangslösung zu annehmbaren Kosten möglich

„Wir haben leider keine Spielstätte gefunden, die übergangsweise zu annehmbaren Kosten und Bedingungen für uns zu realisieren wäre“, teil jetzt Festspiele-Chef Falk Herzog mit. Auch ein angedachter Umzug in den Küchengarten kommt aus diesen Gründen nicht in Betracht. Der Geschäftsführer hebt hervor, dass diese Entscheidung nicht zuletzt den Termindruck bei den Bauarbeiten für die neue Tribüne berücksichtige. Deren Planer, der Hamburger Architekt Prof. Moths, hatte bereits öffentlich erklärt, dass er die Fertigstellung bis zum Sommer 2024 nicht garantieren könne, falls die Bauarbeiten für Proben und Aufführungen der Festspiele unterbrochen werden müssten. Herzog: „An uns soll und wird es nicht liegen, wenn die klaren Zeitvorgaben der Stadt bei dem Projekt erneut nicht eingehalten werden können.“

Konzertprogramm von Oper bis Pop

Co-Geschäftsführerin Anna-Luise Hoffmann erläutert: „Wir müssen nach sorgfältiger Prüfung realistisch feststellen: Die Kräfte unseres kleinen Teams reichen nicht für die Herstellung einer Interimslösung, deren Bedingungen bisher finanziell nicht überschaubar und organisatorisch nicht verlässlich geklärt sind. Jetzt konzentrieren wir uns für 2023 auf die Zusammenstellung eines attraktiven Konzertprogrammes von Oper bis Pop.“

Veranstaltungen sollen trotzdem zugkräftig sein

Herzog und Hoffmann kündigten an, in Gesprächen mit der Stadt mögliche Veranstaltungsflächen für Konzerte ausloten zu wollen. Sie sind optimistisch, ein vielfältiges und zugkräftiges Programm mit bekannten Künstlern und erfolgreichen Formaten, wie z.B. „Gala-Abend“ oder „Orchestra on the Rocks“, auf die Beine stellen zu können. Schade, dass den Festspielen jetzt verwehrt bleibt, den positiven Trend fortzusetzen. Denn mit gut 35.000 verkauften Karten sei laut Geschäftsführung 2022 ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Volker Graap

Die bisherige Tribüne der Eutiner Festspiele wird jetzt bald abgerissen. Bis zur Spielzeit 2024 soll der Neubau stehen. In der Zwischenzeit müssen die Theatermacher kleine Brötchen backen. (Foto: Graap)

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