Keramik mit Picasso-Zauber: Ostholstein-Museum präsentiert 65 Exponate des Kunstgenies

Ein großer Name prangt über dieser Sonderausstellung: Bis zum 13. November zeigt das Ostholstein-Museum die Schau „Picasso – Keramik“. Das Eutiner Ausstellungshaus nutzt die einmalige Chance, 65 Objekte aus einer hochkarätigen Privatsammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Eröffnung findet am Dienstag, 23. August, um 19 Uhr im Dachgeschoss des Museums statt.

Picasso beschäftigte sich 25 Jahre mit Keramikgestaltung

Dass sich das spanische Kunstgenie Pablo Picasso (1881-1973) in seinen späten Jahren auch mit der Keramikgestaltung befasst hat, ist zwar weniger bekannt. „Aber wenn man das Gesamtwerk des Künstlers verstehen will, muss man die Keramik einbeziehen. Sie ist nicht einfach ein Nebenprodukt. Picasso hat sich damit 25 Jahre lang beschäftigt. Dies hatte auch Einfluss auf sein späteres malerisches Werk“, betont Museumsleiterin Dr. Julia Hümme.

Nahezu 4000 keramische Unikate hinterlassen

Pablo Picasso experimentierte in der keramischen Werkstatt von Madoura in der südfranzösischen Töpferhochburg Vallauris sowohl mit Form und Material als auch mit den Möglichkeiten des Herstellungsprozesses von Keramik. Insgesamt hat Picasso nahezu 4000 keramische Unikate hinterlassen und 600 limitierte Serienauflagen von Figuren, Gefäßen, Schalen und Tellern fertigen lassen, deren Vorlagen er gestaltet hat. Zu letzteren zählen auch die Eutiner Ausstellungsstücke.

Auch diese „Pichet anse Prise“ von 1953 stammt aus Privatbesitz. (Foto Bernd Perlbach, ©Succession Picasso u. VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Teller, Schalen und Gefäße mit typischen Motiven

Picasso gehörte bereits zu Lebzeiten zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. „Seit 1946 hat er sich intensiv damit auseinandergesetzt, seine zweidimensionalen Arbeiten auf die dreidimensionale Ebene zu heben“, erläutert Hümme. So finden sich die typischen Motive, die man aus seinen Werken der bildenden Kunst kennt, bei den Keramiken wieder – wie etwa Friedenstaube, Stier, Ziege, Eule oder kubistisch anmutende Gesichter. „Diese Arbeiten sind unverwechselbar, man erkennt auf den ersten Blick: Das ist ein Picasso!“, stellt Hümme fest, die vor allem die Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die die Objekte ausstrahlen, bewundert.

Besonderer Zauber der Arbeiten wirkt inspirierend

Zu bestaunen sind in Eutin außerdem Exponate mit Bezügen zu klassischen Mittelmeerkulturen. So schuf Picasso auch „fiktiv-antike“ Keramiken. Der besondere Zauber all dieser Arbeiten hat auch Künstlerkollegen wie Braque, Cocteau oder Penck zu einem eigenen keramischen Werk inspiriert. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr; nähere Infos auf www.oh-museum.de.

Volker Graap

Museumsleiterin Dr. Julia Hümme stellt die kubistisch anmutenden Picasso-Teller vor. (Foto: Graap)

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