Verkehrsversuch in Lübeck: Stadt wehrt sich gegen Kritik des ADAC

Verkehrsversuch Lübeck Kritik ADAC

Die Hansestadt Lübeck wehrt sich gegen die Vorwürfe des ADAC zum Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee. Der Club hatte am Dienstag gefordert, den Versuch sofort zu beenden. Der ADAC hätte sich nicht richtig über die Situation informiert, kontert die Stadtverwaltung.

ADAC: Verkehrsversuch „ideologiegesteuert“

Am Dienstag übte der ADAC heftige Kritik am Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee in Lübeck. Der Versuch sei offenbar „ideologiegesteuert“, die Situation in der Straße für alle Beteiligten sogar gefährlich, so der ADAC. Die Hansestadt Lübeck wolle offenbar Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausspielen. Der Club forderte den sofortigen Abbruch des Tests.

Stadt Lübeck: ADAC hat sich nicht richtig informiert

Die Hansestadt Lübeck zeigt sich allerdings verwundert von der Kritik des ADAC. Man stünde im engen Kontakt zu allen Beteiligten, heißt es in einer Pressemitteilung. „Umso mehr überraschen uns die heutigen Äußerungen des ADAC, die erfolgten, ohne dass sich im Vorfeld über die aktuelle Situation informiert wurde oder es eine Kontaktaufnahme zu uns als Projektleitung gab“, so Projektleiter Jens Johannsen. 

Erster Unfall in der Fackenburger Allee

In der vergangenen Woche hatte es in der Fackenburger Allee bereits einen ersten Unfall gegeben. Eine Fahrradfahrerin war mit einem Bus kollidiert. Diesen Unfall führt der ADAC in seiner Kritik an. Die Radfahrerin hätte sich aber vorschriftswidrig verhalten, gegenargumentiert die Stadt Lübeck. Sie habe nicht auf den Verkehr geachtet. Außerdem sei sie an einer Stelle auf die Straße gefahren, die dafür überhaupt nicht vorgesehen sei. Die Radverkehrsführung entspräche in der Fackenburger Allee sogar den Vorgaben des ADAC.  

Stadtverwaltung: Konstruktive Kritik erbeten

Die Hansestadt Lübeck gibt sich indes bürgernah. „Die Stadtverwaltung setzt sich für einen konstruktiven und sachlichen Umgang im Dialog mit allen Akteuren zum Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee ein“, so die Pressemitteilung weiter. „Ansprechpartner stehen jederzeit zur Verfügung, ob im vertraulichen Gespräch, in kleiner oder großer Runde.“

Keine Stellungnahme von Bausenatorin oder Bürgermeister

Bausenatorin Joanna Hagen und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau haben sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen des ADAC geäußert. Mittlerweile gibt es eine Petition, mit der der Verkehrsversuch gestoppt werden soll. Oliver Pries

Foto: Lutz Roeßler

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