ADAC fordert sofortigen Abbruch des Verkehrsversuchs in Lübeck

ADAC Verkehrsversuch Fackenburger Allee

Der ADAC Schleswig-Holstein hat die Hansestadt Lübeck aufgefordert, den Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee sofort zu stoppen. Obwohl in der Fackenburger Allee bereits der erste Unfall passiert ist, bewertet die Stadtverwaltung den Test bislang allerdings positiv.

ADAC: „Schlimmste Befürchtungen bestätigt“

„Wir sehen uns in unseren schlimmsten Befürchtungen bestätigt“, sagt ADAC Schleswig-Holstein-Vorsitzender Gerhard Hillebrand, über den Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee. „Wir haben seinerzeit davor gewarnt, dass bei diesem sogenannten Versuch, bei dem sich Fahrradfahrende und Busse die Fahrspur teilen sollen, die Zweiradfahrer im höchsten Maße gefährdet sind“, erklärt Hillebrand. Der Unfall vom Freitag nahe der Pestalozzi-Schule bestätigt die akute Gefahr. „Was muss denn noch Schlimmeres passieren, damit die Verwaltung von ihrer Ignoranz abrückt“, fragt der ADAC Vorsitzende.

Stadtverwaltung Lübeck bewerte Verkehrsversuch positiv

Derweil bewerte die Hansestadt Lübeck die ersten Tage des Verkehrsversuches positiv. „Die ersten Tage des Verkehrsversuchs sind gut angelaufen. Wir sind optimistisch, dass sich mit der Zeit alle Verkehrsteilnehmenden an die neuen Verkehrsregeln gewöhnt haben“, so Projektleiter Jens Johannsen. Täglich seien Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort, um Schwachstellen zu erkennen und zu optimieren. Dabei stehe die Verkehrssicherheit an erster Stelle, so Johannsen. 

Unfall in der Fackenburger Allee: „Individuelles Fehlverhalten“

„Insgesamt sind wir auch auf die Kooperation und Akzeptanz der Lübecker angewiesen. Die Sicherheit kann nur dann vollends gewährleistet werden, wenn alle einem Strang ziehen und die neuen Verkehrsregeln einhalten“, so Johannsen weiter. Der Unfall, bei dem eine Fahrradfahrerin mit einem Bus kollidierte, sei auf individuelles Fehlverhalten der Radfahrerin zurückzuführen, so der Projektleiter.

ADAC kritisiert Kommunikation der Hansestadt Lübeck

Der ADAC kritisiert dagegen die Kommunikation der Hansestadt Lübeck, insbesondere die der Bausenatorin Joanna Hagen. „Die Bausenatorin hat in ihrer Pressemeldung eine positive Kommunikation hervorgehoben“, so der ADAC. „Diese können wir nicht erkennen.“ Der Club fordert die Stadt Lübeck auf, klar zu benennen, nach welchen Kriterien sie den Erfolg des Verkehrsversuches letztendlich bewertet. Zwar lobt der ADAC die Bemühungen der Stadt für eine Verkehrswende, unterstellt den Verantwortlichen des Verkehrsversuches in der Fackenburger Allee allerdings, ideologiegetrieben zu sein. Der Club befürchtet, dass mit dem Versuch Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausgespielt werden sollen. Oliver Pries 

Foto: Holger Kröger

Teile diesen Beitrag!

12 Antworten auf &‌#8222;ADAC fordert sofortigen Abbruch des Verkehrsversuchs in Lübeck&‌#8220;

  1. Manfred Urban sagt:

    Komisch, nicht ein Bürger bewertet den Verkehrsversuch positiv, außer natürlich der Projektleiter!
    Ich stand heute auch wieder 30 Minuten im Stau, bis ich mich zur Lohmühle durchgekämpft habe!
    Die Verkehrsführung ist lebensgefährlich und völlig unnötig!

  2. Xxx sagt:

    Ich verstehe allgemein den Sinn dahinter nicht… gerade die Fackenburger Allee hat einen super breiten Fußgängerweg inklusive Fahrradweg!!!! Das einzige was dadurch entsteht ist noch mehr Stau…Man kommt ja mittlerweile von keiner Seite mehr in die Innenstadt… denkt hier auch mal jemand an die ganzen Geschäfte von denen mittlerweile schon ein Drittel zu gemacht hat?

  3. Andreas Ewert sagt:

    Ich bin heute (02.08.2022) das erste mal mit der neuen Situation der Fackenburger Allee in Berührung gekommen. Als ehemaliger Lübecker ein echtes Abenteuer!
    Der Versuch alleine eine HAUPTVERKEHRSADER der Stadt in ein Nadelöhr zu verwandeln ist schon blanker Hohn! Einzelne Autofahrer tun übrigens ihr bestes dazu, dass das Verkehrschaos vorprogrammiert ist. Denn an vielen Stellen werden gewohnte Fahrweisen (Lidl) eingehalten und durchgezogene Linien überfahren. In Höhe des Alten Arbeitsamtes werden schon VORHER nach Möglichkeit durchgezogene Linien überfahren um auf die Rechtsabbieger Spur zu gelangen. Fahrradfahrer fahren auf den alten Wegen und weichen dann den Hindernissen aus. Werden dann von Fußgängern angepöbelt… WARUM NUR?!
    Radfahrer machen natürlich keinen Platz wenn der Bus hinter einem fährt… WARUM?! Man nutzt die Spur doch gemeinsam …

    Und die Stadt findet DAS positiv?! Geführt von einem RADFAHRENDEN BM der meines Wissens nach nicht mal eine Fahrerlaubnis hat?! (ich mag mich auch irren) Ich mag gar nicht daran denken was meiner alten Heimat noch alles blüht wenn der noch weitere 4 Jahre im Amt bleibt… Alleine schon wenn ich an seine Planungen vom Lichthof denke – UND WAS DRAUS GEWORDEN IST… Oder die „Flaniermeile“ an der Untertrave… Saxe war ja zum Schluss schon schlimm… Aber das toppt alles…
    Dieses Vorhaben muss gebremst werden… und zwar sofort!!!

  4. Böhm sagt:

    Ja wie immer , erst muss was schlimmes passieren und dann hat keiner Schuld.Es wird auf ein Fehlverhalten geschoben , mein Gott wie einfallslos, Lübeck packt Euch mal an die Birne und denkt nach!!! Ohne Worte , die Verkehrsführung ist absolut fürn Arsch !

  5. Dagmar Schröder sagt:

    Ich habe mit Entsetzen verfolgt wir sich Radfahrer und Busfahrer die Fahrbahn teilen müssen.Welch ein Irrsinn. Ja , Lübeck hat einmal wieder versucht toll zu sein. Ich möchte nicht das meine Kinder die Tester dieses Irrsinns sind.

  6. Karen G. sagt:

    So ein Blödsinn! Fahrradfahrer sind nicht mehr sicher und mehr Energieverbrauch für Autofahrer, da sie von der Fackenburger Allee stadteinwärts nicht mehr links in die Nebenstraßen abbiegen dürfen. Es fehlen einem die Worte. Es werden Entscheidungen getroffen und die Bürger haben wieder einmal nicht mitzureden.

  7. Lothar Möller sagt:

    Bürger für Lübeck:
    „Lübeck hat sich sein eigenes Verkehrschaos geschaffen – BfL wollen die sofortige Beendigung des Verkehrsversuchs: Fackenburger Allee“

    Der Verkehr stockt. Die Autokarawane schiebt sich im Schritttempo voran. Mancher versucht, abzukürzen, biegt einfach ins Wohngebiet ab. Anwohner, Anlieger, Lieferverkehr und Parkplatzsucher werden gezwungen, neue Wege zu finden.
    Obwohl die Stadt das Durchfahren unattraktiv gemacht hat, nimmt der Autoverkehr nicht ab. Das sei Indiz dafür, dass es sich um Quell- und Zielverkehr handele. Somit hat die kurze Testphase bereits ein Ergebnis erbracht und muss nunmehr beendet werden.
    „Das Vorhaben ist gescheitert“, so der BfL-Vorsitzende, Lothar Möller.

    „Schlüssige endgültige Lösungen sind gefragt, halbherzige und unausgegorene Provisorien sollte sich die Stadt zukünftig sparen“, so Möller abschließend.

    Lothar Möller
    BfL-Vorsitzender und
    Mitglied der Lübecker Bürgerschaft

  8. Chr-Greim sagt:

    Einen größeren Irrsinn, verkehrsbedingt, gibt es nicht! Kann es sein, dass bei diesem Projekt, ein bißchen zuviel ins Glas geschaut wurde?! Wieder mal unnütze Geldverschwendung!

  9. Chris sagt:

    In meinen Augen ist der Verkehrsversuch in der Fackenburger Allee absoluter Blödsinn. Als Radfahrer finde ich die aktuelle Verkehrsführung verwirrend und undurchsichtig und verstehe den Sinn überhaupt nicht. Es sind doch in beide Richtungen/Seiten ausreichend breite Rad- sowie Gehwege vorhanden. Vielleicht einfach deutlicher markieren und in welche Richtung gefahren werden darf und dieses durch Kontrollen nachhalten. Hoffe dieser Verkehrsversuchs setzt sich nicht durch. Klarer Daumen runter.

  10. Andy sagt:

    Es muss erst was richtig schlimmes passieren,wie immer !!!!!!wenn ein Mensch durch das Fehlverhalten stirbt !!!! Die Stadt nimmt das in Kauf !!!!nicht mehr normal alles !!!!

  11. Karin Farsch sagt:

    Ausgerechnet die Fackenburger Allee für diesen Test zu nutzen, ist unmöglich. Über diesen Verkehrsweg kommen die meisten Nichtlübecker in die Stadt und haben keine Ahnung von Veränderungen.
    Die größten und kleinsten Verkehrsteilnehmer auf eine Spur zu setzen, ist unmenschlich. Es fahren noch sehr viele alte Leute Fahrrad, die kommen garantiert nicht zurecht. Traurig aber wahr.

  12. Manfred Klötzner sagt:

    Nahezu jeder Unfall ist auf individuelles Fehlverhalten zurückzuführen. Genau deswegen müssen die Verkehrsregeln so sein, dass die Chance auf Fehlverhalten möglichst klein gehalten wird!
    Wer das nicht weiß, ist so dilettantisch, dass er mit der Verkehrsplanung absolut keine Berührungspunkte haben dürfte.
    Unfassbar!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.