Im Einsatz für den Naturschutz: Camp ist Beitrag zur Völkerverständigung

Der Verein „Erlebnis Natur“ (ERNA) hat Gäste, die zum Arbeiten und Lernen nach Eutin gekommen sind. Zwölf Jugendliche aus Mexiko, Spanien, Frankreich, Italien, Polen, Serbien und Deutschland haben am Wochenende auf dem ERNA-Erlebnisgelände ein Workcamp aufgeschlagen. Im Rahmen derInternationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) helfen sie ehrenamtlich bei der Sanierung des 40 Hektar großen Naturerlebnisraums „ErNatour“.

Jugendliche erneuern den maroden Bohlensteg

Unter Anleitung von Vereinschef Dr. Werner Sach und Jens Rethwisch von der Integrierten Station Holsteinische Schweiz gingen die jungen Leute am Montagmorgen zunächst daran, den maroden Bohlensteg zu demontieren. Dieser ermöglicht die Überquerung eines Moorbereiches auf dem Erlebnispfad. Im Laufe der Woche haben sie den Steg dann mit Eichen- und Lärchenholz erneuert.

Dieser Steg hat offensichtlich Sanierungsbedarf.

Theoretische und praktische Erfahrungen sammeln

Während ihres 14-tägigen Aufenthaltes wirken die Jugendlichen außerdem an der Vergrößerung des kleinen Kescherteiches am ERNA-Erlebnishaus sowie an der Reparatur des Wildschutzzaunes für den Beuthiner Obstgarten mit. Somit kann man drei wesentliche Bereiche des Naturerlebnisraumes instandgesetzen. Aber auch die fleißigen, 16 bis 26 Jahre alten Akteure profitieren. „Wir können den beteiligten Jugendlichen in diesen zwei Wochen Bildung für nachhaltige Entwicklung hautnah theoretisch und praktisch vermitteln“, so Werner Sach. Sechs Stunden täglich steht die Arbeit im Vordergrund, in der anderen Zeit geht es um Natur- und Umweltbildung, andere Unternehmungen und darum, Land und Leute kennenzulernen.

Das Campleben wird selbst organisiert

„Durch das ununterbrochene Zusammenleben und gemeinsame Arbeiten lernen die Teilnehmer viel über andere Kulturen und Verhaltensweisen. Sie lernen andere Denk- und Sichtweisen, andere Lebenseinstellungen und andere Lebensbedingungen kennen und können so Vorurteile abbauen. Außerhalb der Arbeitszeit wird das gesamte Campleben weitgehend selbst organisiert und basisdemokratisch gestaltet. Jeder kann sich beteiligen und einbringen, und es soll versucht werden, alles im Dialog zu lösen“, erläutert Sach. Das ist Völkerverständigung durch Naturschutzarbeit.

Stadt Eutin und Bingo-Lotto unterstützen bei Finanzierung

Bürgervorsteher Dieter Holst lobte das Projekt bei einem Besuch als herausragend. Es sei lehrreich für die Teilnehmer. Und am Ende würden auch die Eutiner aus dem frisch sanierten Erlebnispfad Nutzen ziehen. Gerne habe die Stadt deshalb bei der Finanzierung geholfen. Sie trägt 25 Prozent der Kosten. Das sind 12 500 Euro. Die gleiche Summe schießt die Umweltlotterie Bingo zu.

Volker Graap

Für die jugendlichen Helfer hieß es am Montag zunächst, die marode Steganlage im Naturerlebnisraum zu demontieren. (Fotos: Graap)

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