Werner Steinfadt ist neue Majestät der Eutiner Schützengilde

Aller guten Dinge sind drei: 2012 und 2018 hatte Werner Steinfadt noch erfolglos am Königsschießen der Eutiner Schützengilde teilgenommen. Beim diesjährigen Schützenfest gelang dem 65-jährigen Kfz-Mechatronikermeister am Montagabend mit dem insgesamt 58. Schuss des Wettbewerbs der goldene Treffer, der den Rumpf des hölzernen Vogels von der Stange beförderte. Es war der Höhepunkt eines rundum gelungenen Gildefestes.

Königsschießen bei echtem Kaiserwetter

Der wortführende Gildevorsteher Heiko Godow freute sich nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause dann auch über das „Kaiserwetter“, das die Schützenbrüder und ihre Gäste über alle drei Festtage begleitete – ob bei den Schießwettbewerben, bei den Umzügen durch die Stadt oder beim Kinderfest, bei dem auch zwei ukrainische Kinder Königswürden ergatterten. „Es war spürbar, dass die Menschen wieder feiern und am Leben teilnehmen wollen“, so der Gildechef.

Vorsteher Heiko Godow wird Amt abgeben

Für Godow selbst war es das vorerst letzte Fest, dass er an vorderster Front mitgestaltet hat. Wegen seiner Wahl zum neuen Malenter Bürgermeister – das Amt übernimmt er Ende August – gibt er im Januar seinen Posten an der Spitze der Gilde auf. Auf Co-Vorsteher Torsten Nagel dagegen kommt mehr Arbeit zu: Er war einer von acht Bewerbern beim Schießen um die kleine Königswürde und schoss nicht nur sprichwörtlich den Vogel ab. Allerdings dauerte dieses Schießen rekordverdächtige knapp anderthalb Stunden. „Du machst es gerne spannend“, scherzte Godow bei der Übergabe der Kette für den kleinen König, auch Spaßkönig genannt. Denn schon als Nagel 2004 Schützenkönig wurde, dauerte das Schießen endlos lange – bis nach Mitternacht.

Neuer König erhielt den Beinamen „Der Entspannte“

In diesem Jahr war das Schießen um die große Königswürde bereits um 21.45 Uhr beendet, und Werner Steinfadt fiel tatsächlich ein Stein vom Herzen, dass er sich endlich in die Liste der Königsschützen eintragen konnte – „und dann auch noch mit einem tipi topi Wettbewerb“, freute sich der neue Schützenkönig. Er bekam sogleich den Beinamen „Der Entspannte“ verliehen: „Werner ist ein Mensch, den wirklich gar nichts aus der Ruhe bringen kann. Über viele Jahre haben wir seine zuverlässige Hilfe schätzen gelernt, und seine tatsächlich tiefenentspannte Art ist vielen Schützenbrüdern ans Herz gewachsen“, sagt Heiko Godow. Steinfadt gehört der Gilde immerhin schon 29 Jahre an, und damit deutlich länger als seine drei Konkurrenten beim Königsschießen. Wolfgang Nittritz, Jörg Rogge und Peter Smal müssen ihr Glück in den kommenden Jahren noch einmal versuchen.

Ex-Majestät war drei Jahre Eutiner König

Als besondere Majestät geht übrigens der scheidende Schützenkönig Norbert Riege in die Annalen der Gilde ein: „Einmal geschossen, drei Jahre gedient. Wegen der Corona-Pandemie hattest du eine lange, aber leider keine intensive Zeit als König“, stellte Heiko Godow beim Wachwechsel fest.

Volker Graap

Am Ende eines langen Abends posierten der neue Schützenkönig Werner Steinfadt (links) mit Ehefrau Ruth sowie Spaßkönig Torsten Nagel mit Ehefrau Anja für das Majestätenfoto 2022. (Foto: Graap)

 

Torsten Wetendorf und Norbert Riege ehrten die Sieger des Kindervogelschießens: Finn Wirges, Juli Schiminski, Pepe Savcerhi, Sulamita Kovalev, Marie Banschus, Roman Freint und Joyce Lüttich. (Foto: hfr)
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