125 Jahre Feuerwehr in Curau

Die Freiwillige Feuerwehr Curau besteht seit 125 Jahren. Dieses Jubiläum wird am Sonnabend mit geladenen Gästen groß gefeiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Curau besteht seit 125 Jahren

Dieses Jubiläum wird am Sonnabend mit geladenen Gästen groß gefeiert. Wehrführer Klaus Hinz (l.) und sein Stellvertreter Alexander Renzow sind stolz darauf, als erste Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde Stockelsdorf die Leistungsbewertung Roter Hahn Stufe fünf erreicht zu haben. 33 aktive Feuerwehrleute gibt es zurzeit.

In Curau gab es alles doppelt: Es gab zwei Schulen, und es gab auch zwei Feuerwehren. Im Jahr 1392 wurde die Hälfte des Dorfes an das Heilig-Geist-Hospital zu Lübeck verkauft. Bis zum Jahr 1937, als die große Gebietsreform durchgeführt wurde, gab es das oldenburgische Curau und das lübsche Kurau.

Der oldenburgische Teil gründete am 5. Juli 1897 eine Freiwillige Feuerwehr, der lübsche Teil zog am 13. März 1898 nach. Eigentlich ist die Feuerwehr sogar noch älter, doch es gibt keine Urkunden darüber. Lediglich eine alte Schranktür aus dem früheren Feuerwehrhaus, die sich über die Jahrzehnte erhalten hat, weist Einträge über Feuereinsätze auf. Die älteste Eintragung stammt vom 19. August 1850 über ein Feuer in Cashagen. In der Festschrift zur 700-Jahr-Feier von Stockelsdorf wird eine Pflichtwehr in Kurau erwähnt.

Curau feiert 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr

Die alten Feuerwehrhäuser standen in der Straße An der Aue und an der Dorfstraße in Höhe der heutigen Bushaltestelle. Das lübsche Feuerwehrhaus An der Aue hatte sogar einen Schlauchturm. Das heutige Feuerwehrgerätehaus im Dakendorfer Weg wurde im Jahr 1983 eingeweiht. Der erste Spatenstich erfolgte im Frühjahr 1983, noch ohne Baugenehmigung. Diese traf dann kurz nach dem Richtfest im Sommer ein, sodass der Bau kein Schwarzbau mehr war. „Das lag daran, dass das Haus zu 100 Prozent in Eigenleistung vor allem durch die Landwirte errichtet wurde. Und die mussten ja auch ihre Ernte einbringen und haben deshalb Gas gegeben“, schmunzelt Wehrführer Klaus Hinz. „Damals war alles viel entspannter.“
Heute ist das Feuerwehrgerätehaus wieder zu klein, allerdings würde ein Anbau genügen. Dann könnte das heutige Fahrzeug, ein LF-10 mit Allradantrieb, in der großen Halle stehen und das kleine Fahrzeug in der kleine Halle. Es wäre auch mehr Platz für die mittlerweile 33 aktiven Feuerwehrleute.

Apropos Fahrzeuge: Das bereits erwähnte Allradfahrzeug auf Unimog-Basis wurde von den Maschinisten perfekt gepflegt. „Das war immer ein Hingucker, vor allem weil es ein Einzelstück war“, so der Wehrführer. Das Fahrzeug wurde für die Interschutz im Jahr 1979 angefertigt und ging dann an die Gemeinde Stockelsdorf. Im Jahr 2013 erhielt die Wehr dann ein neues Fahrzeug, das natürlich ebenso gut gepflegt wird.

Die Wehr pflegt aber nicht nur ihre Fahrzeuge sehr gut. Auch in der Dorfgemeinschaft, mit der Freiwilligen Feuerwehr Dissau und seit 1990 auch in einer Partnerschaft mit der Feuerwehr Pritz­wald zwischen Greifswald und der Insel Usedom wird das Zusammensein gepflegt. Vom gemeinsamen Frühschoppen bis zum Kinderfest, das schon fast wie ein zweites Weihnachten ist, wird viel gemeinsam gefeiert und erlebt.

Aber auch die Leistungsfähigkeit stellt die Feuerwehr in unterschiedlichen Leistungsbewertungen immer wieder unter Beweis. Zu erwähnen ist die Leistungsplakette in Gold, die die Wehr als vierte in Ostholstein und als 21. Wehr in ganz Schleswig-Holstein erhielt. Bei der Leistungsbewertung Roter Hahn hat die Wehr regelmäßig seit 2005 die Prüfungen bestanden und als erste Wehr in der Gemeinde die Stufe fünf erreicht, wenn auch nur knapp 14 Tage vor der Horsdorfer Wehr. Anja Hötzsch

Foto: Anja Hötzsch

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