Gothendorf: Cornelia Bargull macht Kunst für die große, weite Welt

Sie will Kunst machen für Menschen, die die Natur lieben und die kleinen, besonderen Momente des Lebens schätzen. Cornelia „Conny“ Bargull aus Gothendorf hat mit ihren Arbeiten weltweit Beachtung gefunden. Instagram machte diese internationale Reichweite möglich. Erst vergangene Woche lief eine Ausstellung mit ihren Werken in Monaco. „Ohne Social Media wäre ich nie so schnell so weit gekommen“, ist die 43-Jährige überzeugt. Und sie ist fasziniert von den im Netz entstandenen Kontakten zu Künstlern und Interessierten.

Mit Tiny-Atelier auf dem Dorf

Marbella und Innsbruck waren im vergangenen Jahr Ausstellungsorte für Bargull, aber auch in Bad Schwartau gibt es eine Dauerschau in der Weindiele „Zapfhahn“ in der Markttwiete. In ihrem Tiny-Atelier auf dem Dorf, einem umgebauten Bauwagen, lässt sie ihren Inspirationen freien Lauf. Schon als Kind habe sie ständig herumgekritzelt. Bereits in der Schule war ihr Kunstlehrer vom Talent überzeugt. Und bei einer Ausstellung in der 9. Klasse gab es einen ersten Preis für die Zeichnung eines Apfels.

Die Künstlerin zieht bald nach Eutin um

Aufgewachsen ist Conny Bargull in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Langem lebt sie in Schleswig-Holstein. Die Mutter von zwei Kindern, 16 und zwölf Jahre alt, wird demnächst Gothendorf mitsamt dem Atelier verlassen und nach Eutin umziehen. Dort möchte sie, wenn möglich, ihre Bilder bald in einer Ausstellung zeigen. Einen abstrakten Stadtplan von Eutin gibt es schon jetzt zu sehen im Rahmen der Open-Air-Galerie „Kunst am Hofe“, abfotografiert und ausgestellt am Rosengarten.

Entstanden aus der Liebe zur Architektur

Trotz der Liebe zu Kunst und Kreativität, wählte sie eine bodenständige Ausbildung im Handwerk und lernte den Beruf der Bauzeichnerin. „Ich liebe die Architektur und die damit verbundenen Materialien“, sagt die Künstlerin und beschreibt, wie sie mit Kenntnissen der Bauchemie ihre Arbeitsmaterialien selbst anmischt. Dazu gehören auch Beton, Beizen, Marmormehl, Bitumen, Asche und vieles andere mehr, was Strukturen entstehen lässt. Dank der Dozentin Renate Schepmann, bei der Cornelia Bargull Kurse belegt hat, lernte sie unterschiedlichste Techniken kennen.

Augen wandern über Strukturen und abstrakte Orte

„Ich lasse mich inspirieren durch die Vergangenheit, das Moderne und Momente in der Natur. Ganz besonders interessiere ich mich für die japanischen Stile Wabi-Sabi und Kintsukuroi.“ Wabi-Sabi sei eine Form der japanischen Ästhetik mit Schlichtheit und Mäßigung. Als Kintsukuroi werde eine traditionelle japanische Reparaturmethode für zerbrochene Keramik bezeichnet, bei der Bruchstellen mit Gold veredelt werden und die Dinge auf diese Weise besondere Wertschätzung erfahren. „So ist mein Stil entstanden“, erklärt sie und zeigt beeindruckende Bilder in meist größeren Formaten, die den Betrachter mit den Augen über Strukturen und abstrakte Orte wandern lassen.

Bargull fertigt auch gerne Auftragsarbeiten

Drei bis vier Wochen brauche sie für ein Bild, allein schon, um Schicht für Schicht die gewünschte Patina zu erreichen. „Ich fertige auch gerne Auftragsarbeiten mit einem persönlichen Bezug für die Kunden. Lieblingsplätze oder die alte Heimat. Per Google-Maps als Grundlage.“

Noch kann sie nicht von ihrer Kunst leben

Noch kann Cornelia Bargull nicht von ihrer Kunst leben. Sie arbeitet als Vorstandsassistentin beim Eutiner Software-Entwicklungsunternehmen „TimberTec“. Dort ist sie künftig für Social Media Management im Bereich Recruting zuständig.  Näheres über die Kunst von Conny Bargull findet man online auf www.csb-art.de.

Manuela Boller

Setzt auf Abstraktion und Verfremdung: Conny Bargull zieht mit ihrem Tiny-Atelier bald nach Eutin um. (Foto: Manuela Boller)

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