Radverkehrsmessungen in Stockelsdorf

Hintergrund ist, dass die Gemeinde Stockelsdorf einen Radverkehrsplan entwickeln möchte. Diese Messungen dienen der Vorbereitung dazu.

Zählungen dienen der Vorbereitung eines Radverkehrskonzeptes

Wer in der vergangenen Woche im Rensefelder Weg unterwegs war und in dieser Woche auf dem kombinierten Rad- und Fußweg in der Lohstraße sowie auf der L184 Richtung Pohnsdorf und Curau, der hat sich vielleicht über die beiden schwarzen Kabel gewundert. Mit diesen hat die Gemeinde Stockelsdorf eine Radverkehrszählung durchgeführt. Hintergrund ist, dass die Gemeinde Stockelsdorf einen Radverkehrsplan entwickeln möchte. Diese Messungen dienen der Vorbereitung dazu.

Wieviele Radfahrer sind unterwegs? In welcher Richtung fahren sie? Sind es Schüler, Freizeitfahrer oder handelt es sich um Berufsverkehr? „Mit diesen Messungen wollen wir alle Radfahrer ermitteln, die über den Kernort hinausfahren“, erklärt Klimaschutzmanager Manuel van der Poel. „Auf Basis dieser Datenlage können wir dann Entscheidungen treffen statt aus dem Bauch heraus. Wir wollen eine größere Sicht auf die Dinge für eine ganzheitliche Lösung.“

Bereits im dritten Jahr in Folge hat die Gemeinde vom Verein Rad-SH diese Messanlage für einen Monat ausgeliehen. Die Messanlage misst über Luftdruck die Anzahl der Radfahrer und die Richtung, in der sie unterwegs sind. In den Vorjahren wurden bereits Messungen Richtung Lübeck und Richtung Eckhorst, am Landgraben und in der Segeberger Straße die Aufteilung Richtung Ahrensböker Straße und den weiteren Verlauf der Segeberger Straße gemessen.

Schlussfolgerungen der Messungen

„In diesem Jahr haben wir erstmals zwei Geräte zur Verfügung“, so van der Poel. „Im Rensefelder Weg war das sehr spannend, weil es sich hier um einen vormals kombinierten Rad- und Fußweg handelt, auf dem mittlerweile aber keine Radfahrer mehr fahren dürfen.“ Bürgermeisterin Julia Samtleben erläutert, dass es dazu eine Anordnung gegeben hat. „Die Mindestbreite ist nicht ausreichend, deshalb ist der Weg nur als reiner Fußweg zulässig. Außerdem ist der Rensefelder Weg auf der längsten Strecke eine 30er-Zone, in der es keine Radwege mehr gibt.“

Spannende Schlussfolgerungen gibt es aus den Zahlen im Rensefelder Weg. In der Woche gibt es Spitzenzeiten morgens zwischen 6 und 8 Uhr, 12 und 14 Uhr und ab 16 Uhr, die auf dem Fußweg fahren. Auf der Straße sieht die Verteilung etwas anders aus, da sind Spitzenzeiten nur zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 12 und 14 Uhr, danach gibt es keinen Spitzenwert mehr. Am Wochenende herrschte an beiden Messstellen Verkehr zwischen 10 und 18 Uhr.

Die durchschnittliche Fahrerzahl ist sowohl wochentags als auch am Wochenende auf der Straße leicht erhöht. „Im Gespräch mit Lehrkräften hat sich ergeben, dass die Schüler der Gemeinschaftsschule darauf hingewiesen wurden, dass sie auf der Straße fahren müssen“, so van der Poel. „Die Uhrzeiten der Spitzenwerte deuten jeweils auf Berufs- beziehungsweise Schülerverkehr hin. Und als Schlussfolgerung zeigt sich, dass der Fußweg eher durch unwissende Berufspendler und Freizeitfahrer genutzt wird.“

So geht es weiter

Aus allen ermittelten Zahlen, einer Ortsbegehung und das durch einen Verkehrsplaner erstellte Radverkehrskonzept sollen weiterführende Maßnahmen abgeleitet werden. Der Radverkehrsplan soll voraussichtlich im Frühjahr 2023 fertiggestellt werden. Als Kosten werden rund 80 000 Euro veranschlagt, die allerdings zu 90 Prozent gefördert werden. Die Förderung erhält jedoch nur, wer tatsächlich im Anschluss daran Maßnahmen umsetzt, die den Kosten für das Radverkehrskonzept entsprechen. Anja Hötzsch

Im Rensefelder Weg kurz vor dem Ortseingang von Bad Schwartau hat die Gemeinde Stockelsdorf Radverkehrsmessungen durchgeführt. Martin Jungenkrüger vom Bauhof und Bürgermeisterin Julia Samtleben mit ihren Elektrofahrrädern an der Messstelle. Foto: Anja Hötzsch

 

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