Eutin: Es gibt nun bereits fünf Anwärter fürs Bürgermeisteramt

Allmählich wird das Kandidatenfeld in Eutin unübersichtlich: Jetzt haben mit Sascha Clasen (CDU) und Peter Hausberg (parteilos) die Bewerber Nummer vier und fünf kundgetan, bei der Bürgermeisterwahl im Herbst antreten zu wollen. Bereits vergangenen Woche hatte kurz nach Christoph Müller (parteilos) und Sven Radestock (Grüne) auch Daniel Hettwich (parteilos) noch eine Kandidatur angekündigt.

CDU stellt Sascha Clasen als eigenen Kandidaten auf

Sascha Clasen tritt für die CDU an. (Foto: vg)

In einer CDU-internen Kampfabstimmung setzte sich am Dienstag der Polizeihauptkommissar, Betriebswirt und Diplom-Verwaltungsfachwirt Sascha Clasen gegen Rathaus-Mitarbeiter Michael Kasch deutlich durch. Der 50-Jährige lebt seit 1975 in Eutin und ist aktuell Dienststellenleiter der Polizeistation Malente. Als ehrenamtlicher Stadtvertreter ist Clasen zurzeit erster stellvertretender Bürgermeister und wird bis zur Neuwahl das Amt kommissarisch übernehmen. „Ich habe in den vergangenen vier Jahren öfter die Vertretung des Bürgermeisters übernehmen dürfen und mich immer besser in diese Aufgabe eingearbeitet“, sagt Clasen. Er hat gefallen an dem Spitzenjob gefunden und will jetzt die einmalige Chance nutzen: „Als amtierender Bürgermeister bin ich so in die Amtsgeschäfte eingebunden, dass ich bei einem möglichen Amtsantritt sofort bei 100 Prozent starten könnte.“

Clasen hat vielfältige berufliche Erfahrungen

Für ihn spreche seine Fachlichkeit: Er habe Erfahrungen in der Verwaltung, bei der Personalführung und in puncto Finanzen. Und als langjähriger Stadtvertreter verfüge er über einen genauen Einblick in die Kommunalpolitik vor Ort. Wichtig ist ihm, das Vertrauen der Politik in die Verwaltung wieder zu stärken und die Verwaltung als Aushängeschild der Stadt auch personell besser aufzustellen. Mit einem kooperativen Führungsstil will er die Mitarbeiter motivieren.

Sein Motto lautet: „Einer von Euch für Eutin.“

Einen Fokus will Clasen aber auch darauf richten, die Bürger stärker zu beteiligen und ihnen als echter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen – und so auch der Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit in der Stadt entgegenzuwirken. Sein Motto lautet: „Einer von Euch für Eutin.“

Fokus auf die Jugend und Verträglichkeit von Bauvorhaben

Zur Chefsache will er die Bauvorhaben nach Paragraf 34 machen. Dabei geht es um Projekte auf Flächen, wo es keinen B-Plan gibt und die Regel des „umgebungsangepassten Bauens“ gilt. „Ich will darauf achten, dass tatsächlich ausgewogen und zum Ortsbild passend gebaut wird. Manche Bauprojekte wie etwa in Fissau haben zuletzt zu großem Unmut geführt“, so Clasen. Darüber hinaus möchte der CDU-Kandidat Aktionen für die Jugend anschieben und Investoren für Bars und Diskotheken finden und Veranstalter für entsprechende Events gewinnen.

Auch Peter Hausberg wirft seinen Hut in den Ring

Auch der Eutiner Diplom-Soziologe Peter Hausberg wirft seinen Hut in den Ring und bewirbt sich für das Amt des Verwaltungschefs. Der 62-Jährige ist parteilos und arbeitet als Teamleiter im Grone-Bildungszentrum. Sein interdisziplinäres Team stellt im Auftrag der Agentur für Arbeit für Jugendliche und junge Erwachsene berufliche Perspektiven her. Er wolle nun dazu beitragen, dass „Eutin wieder in gute Hände kommt“, sagte er jetzt den Lübecker Nachrichten mit Blick auf das Desaster nach der Wahl von Christoph Gehl.

Peter Hausberg tritt als parteiloser Kandidat an. (Foto: Schneider)

Fachkräfte binden, Digitalisierung fördern, Klima schützen

Auch und gerade „die mangelhafte Kommunikation rund um den Schulneubau“ des abgewählten Bürgermeisters Behnk habe ihn zur Kandidatur bewogen. „Schule ist immer ein entscheidendes und tragendes Thema“, so Hausberg. Weitere dringliche Probleme seien die Schaffung von neuen Betreuungsplätzen und Kindertagesstätten sowie von bezahlbarem Wohnraum. Er trete für eine moderne Baupolitik, die sich konsequent am Gemeinwohl orientiert, ein. Dazu zähle er auch den Erhalt der „Alten Mühle“. Zudem müsse die Stadt Eutin weiterhin alles daransetzen, durch Kampagnen und Anreizsysteme Fachkräfte in Eutin zu binden. Auch Digitalisierung und Klimaschutz müssten weiter vorangetrieben werden.

Daniel Hettwich gab als Dritter seine Kandidatur bekannt

Daniel Hettwich will ebenfalls Bürgermeister werden. (Foto: Benthien)

Bereits am Mittwoch, 15. Juni, hatte Daniel Hettwich als dritter Kandidat seine Bewerbung bekanntgegeben. Der Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Ostholstein ist ehrenamtlich als Vorstandsmitglied der Gedenkstätte Ahrensbök engagiert. Den Fraktionen hat sich der 57-Jährige als gemeinsamer Kandidat angeboten. „Als Absolvent eines Wirtschaftsstudiums mit Schwerpunkt Personal können Beobachter meines vielfältigen Arbeitsumfelds bezeugen, dass ich ein formidabler Brückenbauer und ein erfahrener Verwaltungsfachmann bin, der das Amt des Bürgermeisters als unpolitisch versteht“, gibt er zu Protokoll.

Wie viele Kandidaten werden es noch?

Bewerbungsschluss ist voraussichtlich im August – also noch reichlich Zeit für weitere Interessierte, für dieses so begehrte Amt zu kandidieren. Und offenbar bereiten weitere Interessiere eine Bewerbung vor. Die FDP spricht davon, dass sich in ihrer Mitgliederversammlung am 12. Juli sechs Kandidaten vorstellen möchten. Übrigens: Nach den Fiasko mit Christoph Gehl hat sich die SPD entschieden, keinen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl aufzustellen.

Volker Graap/LN

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