Abgang mit Option: Eutins Bürgermeister Behnk offiziell verabschiedet

Kandidiert Carsten Behnk bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Eutin doch noch einmal oder lässt er die Finger davon? Auch bei seiner offiziellen Verabschiedung am Mittwochabend im Kreishaus ließ der abgewählte Eutiner Verwaltungschef diese Frage offen. „Ich behalte mir die Option vor, vielleicht das halbe oder ganze Dutzend an Bewerbern voll zu machen“, verabschiedete sich Behnk mit Ironie in den Resturlaub. Seine Amtszeit endet regulär am 31. Juli. In der Stadt wird derzeit von acht Kandidaten gemunkelt, fünf haben ihre Bewerbung bereits verkündet.

Von Behnk geprägter Begriff: Multiprojektlage

Nach sechs Amtsjahren wurde Behnk mit großem Bahnhof und im Beisein von Vertretern aus Kommunalpolitik, Feuerwehr sowie von Vereinen und Verbänden verabschiedet. Bürgervorsteher Dieter Holst sprach von einer herausfordernden Amtszeit für den versierten Verwaltungsfachmann mit Dienstantritt mitten in der Landesgartenschau, einer Amtszeit mit vielen Baustellen und Bürgerentscheiden. „Das von Carsten Behnk geprägte Wort von der Multiprojektlage war in aller Munde“, sagte Holst, der dem scheidenden Bürgermeister im Namen der Stadtvertretung Dank und Anerkennung für seinen Einsatz aussprach.

Immer ein zuverlässiger Ansprechpartner

Auch der stellvertretende Landrat Timo Gaarz würdigte Behnk als profunden Kenner des Verwaltungshandelns. „Du warst für den Kreis ein zuverlässiger Ansprechpartner, mit dem man stets konstruktiv und freundlich zusammenarbeiten konnte. Du hast dich zielstrebig und engagiert für Eutin und seine zukunftsfähige Weiterentwicklung eingesetzt und dabei viele neue Dinge in Bewegung gesetzt und die Stadtsanierung vorangetrieben. Du hast dein Bestes für Eutin gegeben“, so Gaarz.

„Das ist heute kein Freudentag für mich“

Behnk selber kündigte an, in den nächsten Urlaubswochen erst einmal Kraft für das zu sammeln, was danach kommt. Angesichts seiner Abwahl „ist das heute kein Freudentag für mich“, betonte Behnk und erinnerte dann an den Skandal, den der Wahlsieger ausgelöst hatte. „Nicht nur die SPD wurde betrogen, auch viele Wähler. Nun steht die Stadt vor der schwierigen Situation, dass sie ab dem 1. August keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr hat und den Bürgern im Herbst vermutlich noch zwei weitere Urnengänge bevorstehen.“

Ein Knochenjob, der aber Spaß gemacht hat

Im Rückblick sprach Carsten Behnk angesichts der vielen Projekte, die in Eutin zeitgleich umgesetzt werden, von „sehr intensiven“ sechs Jahren. „Die Arbeit hat eigentlich für zwei oder drei Amtszeiten gereicht. Ja, dieser Job ist aufreibend, es ist ein Knochenjob. Aber er war auch sehr erfüllend und hat Spaß gemacht“, zog Behnk Bilanz. Er dankte der Selbstverwaltung, den Mitarbeitern und den Feuerwehren für die Unterstützung, vor allem aber seiner Familie und dem Freundeskreis, die die zeitaufwendige Tätigkeit mitgetragen hätten.

Volker Graap

Bürgervorsteher Dieter Holst (rechts) verabschiedete Carsten Behnk, der mit Ehefrau Marina und Tochter Saskia zur Feierstunde kam. (Foto: Graap)

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