Eutiner Festspiele bringen Musical „Ein Käfig voller Narren“ auf die Bühne

In diesem Jahr steht einer der Stars der deutschen Musical-Szene auf der Freilichtbühne der Eutiner Festspiele. Uwe Kröger schlüpft in die schillernde Rolle des Travestiestars Albin in dem Musical-Welterfolg „Ein Käfig voller Narren“ von Jerry Herman. „Kaum ein anderes Stück bricht derartig eine Lanze für Vielfalt, Akzeptanz und bedingungslose Liebe“, schwärmt Kröger und verspricht: „Das wird großes Kino!“ Die Premiere steigt am Freitag, 1. Juli, um 20 Uhr.

Mit Glanz, Glamour und Aussage: „Ich bin, was ich bin!“

Nach über der Hälfte der Probenzeit steht das Gerüst, jetzt geht es für das dreiköpfige Regieteam um den Feinschliff. Regisseur Tobias Materna, Co-Regisseur und Choreograf Vanni Viscusi und der musikalische Leiter Christoph Bönecker haben bereits 2021 gemeinsam „Cabaret“ auf die Seebühne gebracht. Sie müssen der Inszenierung die Balance geben, die es braucht. Denn neben Glanz, Glamour und großer Show enthält das Stück auch eine Menge feiner und feinsinniger Momente – sowohl musikalisch als auch szenisch.

Die großen Themen sind Liebe, Toleranz und Respekt

„Es geht in diesem Musical nicht nur um ,schräge Vögel’ in außergewöhnlichen Kostümen, sondern vor allem große Themen wie Liebe, Toleranz und Respekt“, betont Materna. Es gilt, eine elegante Glitzerwelt und ein normales Familienleben, in dem es so richtig menschelt, glaubwürdig in Szene zu setzten. Zum Höhepunkt des Kult-Musicals wird dann sicherlich der Welthit „I am What I am“ – „Ich bin, was ich bin“.

Travestiestar übernimmt die Mutterrolle

Worum dreht sich der Klassiker unter den Travestie-Komödien? Der schwule Nachtclub-Besitzer Georges und sein Lebensgefährte Albin sind völlig aus dem Häuschen: Aus seiner lang zurückliegenden Beziehung mit einer Frau hat Georges einen Sohn, der bei ihm und Albin behütet aufgewachsen ist. Und dieser Sohn will ausgerechnet die Tochter eines erzkonservativen und homophoben Politikers heiraten. Kurz entschlossen inszeniert das Paar für den Besuch der Schwiegereltern in spe eine heile Hetero-Welt, indem Travestiestar Albin die Mutterrolle übernimmt. Dann nimmt der Wahnsinn seinen Lauf …

Hauptdarsteller haben sich „schockverliebt“

Dass das schwule Pärchen auf der Bühne überzeugend rüberkommt, ist fast schon garantiert. Beide Hauptdarsteller haben sie quasi auf Anhieb ineinander „schockverliebt“. Die Chemie zwischen beiden stimmt. „Es kommt nicht oft vor, dass sich zwei fremde Schauspieler treffen, sich sofort blind verstehen und den Szenen dann so viel Leben geben“, ist Regisseur Materna begeistert.

Das perfekte Paar: Die Hauptdarsteller Livio Cecini (links) und Uwe Kröger standen zwar vorher noch nie zusammen auf einer Bühne, aber die Chemie zwischen ihnen stimmte auf Anhieb.

Erstmals Spätvorstellung bei den Festspielen

Nicht unwichtig ist bei der Inszenierung auch Lichtdesigner Rolf Essers. Mit der Beleuchtung der Bühne unterstützt er die Aussagen des Stückes. „Es ist toll, dass Rolf Essers auch inhaltlich mitdenkt. Wir haben eine gemeinsame Sprache“, sagt Materna. Und weil die ganz Kreativität, die hinter dem Lichtdesign steckt, aufgrund der sommerlichen Lichtverhältnisse bei den normalen Aufführungen nicht 100-prozentig zum Vorschein kommen, haben die Eutiner Festspiele jetzt erstmals eine Spätvorstellung ins Programm genommen. Am Sonnabend, 9. Juli, beginnt „Ein Käfig voller Narren“ dann erst um 22 Uhr. Zuschauer, die mit Federboa, in Highheels oder anderen Verkleidungen kommen, kriegen einen Gratis-Sekt, verspricht Geschäftsführer Falk Herzog.

Der Ticketverkauf läuft in dieser Saison gut

Herzog freut sich übrigens über einen guten Ticketverkauf. Zurzeit gehen täglich bis zu 300 Karten über den Tresen. Man habe  gute Chancen, den Ticketrekord von etwa 43 000 verkauften Karten zu knacken.  Kartenbuchungen und weitere Infos gibt es auf www.eutiner-festspiele.de.

Volker Graap

Rolf Essers, Vanni Viscusi, Tobias Materna und Christoph Bönecker (hinten, v.l.) sorgen hinter den Kulissen für Furore, auf der Bühne sind dafür die Hauptdarsteller Livio Cecini und Uwe Kröger (vorne, v.l.) zuständig. (Fotos: Graap)

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