Ausstellung über die touristische Entdeckung des Reiselands Ostholstein

Die neue Sonderausstellung im Eutiner Ostholstein-Museum ist ganz er hiesigen Region gewidmet. Unter dem Titel „Die Entdeckung einer Landschaft“ nimmt sie die Entwicklung Ostholsteins zum touristischen Hotspot unter die Lupe. Die Schau wird am Sonntag, 19. Juni, um 11.30 Uhr feierlich eröffnet.

Fremdenverkehr über zwei Jahrhunderte

Im Fokus der gemeinsam von Ostholstein-Museum und Eutiner Landesbibliothek gestalteten Ausstellung steht das Reiseland Ostholstein in den Jahren 1790 bis 1970. Vor rund 230 Jahren führte der Fremdenverkehr zwischen Holsteinischer Schweiz und Ostsee noch ein Schattendasein. „Erst mit der Veröffentlichung von Voßen‘s Idyllendichtung ,Luise’ um 1790, die in kürzester Zeit zu einem Bestseller und zum Schulbuch wurde, wurde die Region als attraktives Reiseziel entdeckt“, erläutert Bibliotheksmitarbeiter Dr. Axel Walter. Zeitlich damit einher ging die künstlerische Entdeckung dieser Landschaft und ihrer malerischen Verbreitung durch den Hofmaler L.P. Strack und später auch durch den Malenter Maler Hinrich Wrage.

Ostseebäder entwickelten sich später zu Urlaubszielen

Besuchten die Tages- und Wochengäste zuerst vor allem das beschauliche Binnenland mit seinen Seen, Feldern und Wäldern, nahmen sie mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zunehmend auch die Reize der Ostseeküste mit ihren Stränden und nach und nach angelegten Flaniermeilen wahr. „Zunächst begeisterte die durch Kunst und Kultur beworbene Holsteinische Schweiz, später entwickelten sich auch die Ostseebäder“, sagt Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Niendorf zum Beispiel wurde nach der großen Ostseesturmflut von 1872 vom nahezu zerstörten Fischerdorf mit Spenden aus dem ganzen Reich mit einem neuen touristischen Konzept wiederaufgebaut.

Exponate aus dem ganzen Kreis zusammengetragen

Eine Vitrine ist dem grafischen Werk von Johann-Ernst Seidel aus Malente gewidmet.

Die Ausstellung will mit alten und zeitgenössischen Gemälden, Schriftstücken, Gegenständen und historischem touristischen Werbematerial – etwa vom bekannten Malenter Grafiker Johann-Ernst Seidel – kurzweilig und facettenreich Schlaglichter auf diese Entwicklung werfen. Um das Material zusammenzutragen, sind Walter und Hümme durch den ganzen Kreis getourt und haben von Gemeindearchiven und Privatleuten viel Unterstützung erfahren. Nicht nur beachtlich viele Fotografien, sondern darüber hinaus auch nostalgische Bademode oder zeitgenössische Strandkörbe können nun gezeigt werden.

Klappwohnwagen aus den 60ern ist Blickfang

Der FaWoBoo hat gerade noch so durch die Türen des Museums gepasst.

Ein echter Blickfang ist der FaWoBoo-Klappwohnwagen von 1962, der von einem VW Käfer gezogen werden kann. Das Dach dieses kompakten Campers ist auch als Boot zu nutzen.  Geöffnet ist die Schau bis zum 25. September dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Begleitend finden Vorträge, Konzerte und Filmvorführungen statt. Infos dazu auf www.oh-museum.de.

Volker Graap

Dr. Axel Walter und Dr. Julia Hümme haben für die Ausstellung viele Exponate von anno dazumal zusammengetragen – vom Strandkorb über Bademode bis hin zu Fotografien. (Fotos: Graap)

Auch nostalgische Bademode ist zu bestaunen.
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