Wirtschaftsvereinigung Eutin will sichtbarer und relevanter werden

Vorstand der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) herrscht Aufbruchstimmung. Wie der Vereinsvorsitzende Hans-Wilhelm Hagen den rund 100 Gästen – dem Who’s who der Eutiner Wirtschaft – am Dienstag auf einem Infoabend im Brauhaus erläuterte, wolle man davon weg, nur Organisator von verkaufsoffenen Sonntagen zu sein. Mithilfe der Werbeagentur Camelly aus Bosau habe man in den vergangenen Monaten eine neue Strategie erarbeitet.

Sämtliche Interessen integrieren

Im Fokus der Überlegungen standen die Fragen, wie die WVE in Zukunft relevant bleiben und einen Mehrwert für ihre Mitglieder schaffen kann. „Es gilt, sichtbare Maßnahmen zu ergreifen und Interessen sämtlicher Unternehmen zu integrieren. Die Gründung des Verbundes der ,Händler mit Herz’ zeigt, dass nicht alle in der Vergangenheit mitgenommen wurden. Aber wenn man alle Interessen bündelt, dann kann man gestalten und man gewinnt auch politischen Einfluss und kann Impulse setzen“, so Agenturchef Mel Camelly. Dabei sei die Mannschaft der Star. „Wenn Sie sich zusammenraufen, können Sie etwas bewirken“, betonte Camelly.

Einstellung eines zentralen Mitarbeiters

Er nannte zwei Ideen, wie sich die WVE professioneller aufstellen könnte. Zum einen durch die Einstellung eines zentralen Mitarbeiters, der dem ehrenamtlichen Vorstand zuarbeitet. Unter anderem soll er dabei helfen, Veranstaltungen zu planen, Newsletter zu erstellen, zu Themenfeldern zu recherchieren, Entscheidungsvorlagen zu erarbeiten und Förderungen ausfindig zu machen.

Weitere Idee ist die Gründung von Arbeitskreisen

Zweitens ist die Gründung von Arbeitskreisen angedacht, in denen die Mitglieder ganz nach ihren Interessen mitwirken können. Beispielsweise zu den Themen Innenstadtbelebung, Infrastruktur oder Fachkräfte. Dies könne dann etwa auch in der Gründung eines Jobportals für Eutin münden. Am Ende des Selbstfindungsprozesses hat sich der WVE-Vorstand folgende Marschroute gegeben. „Wir kümmern uns um die Entwicklung der Wirtschaft in Eutin, vernetzen und unterstützen die Wirtschaftspartner. Wir bündeln die wirtschaftliche Fachkompetenz, setzen zukunftsweisende Impulse und treiben die Digitalisierung voran.“ Auf der Mitgliederversammlung am 21. Juni will man die neue Strategie diskutieren.

392 000 Euro für die Innenstadtattraktivierung

Dann entscheiden die Mitglieder außerdem, ob sich die WVE als Unterstützer am Pilotprojekt zur Innenstadtattraktivierung beteiligt, das die Eutin Tourismus GmbH angeschoben hat. Für 2022 bis 2025 stehen 392 000 Euro zur Verfügung, um die City als Ort der Begegnung und Kommunikation zu stärken. „Was seit der Landesgartenschau in Eutin geschehen ist, war ein Kraftakt. Ich kenne keine andere Stadt, die innerhalb kürzester Zeit solche Investitionen in den öffentlichen Raum erlebt hat. Und die Investitionen tragen Früchte“, sagte Tourismuschef Michael Keller. Ein Beleg dafür sei, dass der Leerstand in Eutin selbst in der Corona-Zeit minimiert worden sei.

Maßnahmenvorschläge werden in Ideenpool gesammelt

Die „Hardware“ sei damit entwickelt, nun gehe es um die „Software“ – um konkrete Maßnahmen zur Belebung des Zentrums. „Die Vorschläge auch der Öffentlichkeit werden wir in einem Ideenpool sammeln – von der Dekoration bis zu neuen Events“, kündigte Tourismuschef Michael Keller an. Das Projekt wird zu 90 Prozent aus Bundesmitteln finanziert. Die Erkenntnisse sollen auch anderen Kommunen zugutekommen.

Volker Graap

Die Pflasterung des Marktplatzes geht zügig voran. Wenn die Neugestaltung abgeschlossen ist, ist die „Hardware“ fertig. Über die „Software“ zur Attraktivierung der Innenstadt machen sich Eutin Tourismus GmbH und WVE gemeinsam Gedanken. Auch Ideen der Bürger sind gefragt. (Foto: Graap)

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Eine Antwort auf „Wirtschaftsvereinigung Eutin will sichtbarer und relevanter werden“

  1. Kai sagt:

    Was für eine Show – die, die gegen das ISEK, die LGS und die Stadterneuerung waren und die einige Stadtvertreter austricksen mussten, um Eutin in das 20 Jahrhundert zu bringen, verkünden nun gemeinsam mit denen, die noch nicht einmal die Steilvorlage nutzen können, was für eine Leistung das war. Hansi Hagen ist der Letzte der Riege von Menke, Hoth oder Gutzeit, in deren Augen das Beste für die Stadt das war, was das Beste für ihr Portemonaie ist. So treffen sich Gier und Unverstand um „relevanter“ zu werden. Es wäre die größte Chance für Eutin, wenn all diese Akteure genau da blieben, wo sie in den letzten Jahren steckten – in der Bedeutungslosigkeit.

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