Sanierung der St.-Laurentiuskirche in Süsel kostet 2,18 Millionen Euro

Die St.-Laurentiuskirche zu Süsel gehört zu den ältesten Gotteshäusern in Ostholstein. Ihr Bau ab 1158 geht auf den Oldenburger Bischof und Missionar Vicelin zurück. Doch die Jahrhunderte sind nicht spurlos an der Feldsteinkirche vorbeigegangen. Vor sechs Jahren schlug die evangelische Kirchengemeinde Süsel Alarm – und jetzt kann endlich umfassend saniert werden.

Ostholsteiner Bundestagsabgeordnete haben unterstützt

Bei einer routinemäßigen Begehung hatten Fachleute 2016 erstmals Mängel an den Dielen im Glockenturm festgestellt. Weitere Analysen brachten erhebliche Schäden an Kirchturm, Holzgebälk und Mauerwerk ans Licht. Der Turm war quasi vom Einsturz bedroht. Bis auf eine durften die Glocken nicht mehr geläutet werden. „In dieser Situation haben uns unsere Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn und Ingo Gädechens unterstützt und uns bestärkt, Kirchturm und Kirchenschiff grundlegend zu sanieren“, berichtet Süsels Pastor Matthias Hieber.

Bund schießt 1,1 Millionen Euro Fördergeld dazu

Dank der Fürsprache der Ostholsteiner Politiker bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages knapp 1,1 Millionen Euro Fördergeld für das Bauvorhaben, das insgesamt 2,18 Millionen Euro kosten soll. „Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich. Aber man hat erkannt, dass Kirchen auch Kulturdenkmäler sind und ihre Erhaltung auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist“, meint Propst Peter Barz. Er ist dankbar für so viel Solidarität. Der Kirchenkreis Ostholstein selbst beteiligt sich immerhin mit 763 000 Euro an dem Bauprojekt. Die Kirchengemeinde (277 000 Euro) und der extra gegründete Förderverein mit seinen 100 Mitgliedern (gut 50 000 Euro) übernehmen die verbleibenden Kosten.

Die Bauarbeiten dauern  bis Ende 2023

Die Ausschreibungen sind verschickt, noch vor den Sommerferien soll die Restaurierung beginnen. Bis Ende 2023 wird die Süseler Kirche nun in zwei Bauabschnitten saniert. Zunächst gilt es, das Tragwerk des Turms und dessen Seildachkonstruktion herzurichten. Im zweiten Schritt werden der Dachstuhl des Langhauses und das Mauerwerk saniert. Möglicherweise muss St. Laurentius im neuen Jahr dann vorübergehend geschlossen werden, denn im Innenraum müssen ein Schutzgerüst aufgebaut und die Orgel eingehaust werden.

Bausünden der Vergangenheit sind aufzuarbeiten

Die Schäden an der Außenhaut sind übrigens auf Bausünden der 1950er-Jahre zurückzuführen. Damals wurden Erhaltungsmaßnahmen mit Beton ausgeführt. Heute weiß man, dass sich Zementmörtel nicht mit den alten Gips- und Kalkputzen verträgt. An der Fassade kam es zu Ausbrüchen. Nun gilt es, den Zement zu entfernen und durch Gipsmörtel aus dem Harz zu ersetzen. Eine besonders gefährdete Ecke der 880 Jahre alten Kirche hat man bereits entsprechend behandelt – auch, um zu erproben, ob und wie es diese Methode funktioniert.  Übrigens, nähere Infos zum Förderverein gibt es online auf www.kirchengemeinde-suesel.de.

Volker Graap

Mit der Enthüllung des Bauschilds gaben Ingo Gädechens, Peter Barz, Bettina Hagedorn und Matthias Hieber (von links) den Startschuss für die Sanierung der St.-Laurentiuskirche zu Süsel. (Fotos: Graap)

An einer akut gefährdeten Ecke wurde die Kirche schon mal probeweise saniert, erklärt Bauhistoriker Dr. Holger Reimers.

 

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