Buntes Zeichen der Solidarität

Weltweit steht der Juni im Zeichen der LGBTQIA+-Bewegung. Vielerorts finden Aktionen zum „Pride Month“ statt

Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg beteiligt sich am weltweiten „Pride Month“

Weltweit steht der Juni im Zeichen der LGBTQIA+-Bewegung. Vielerorts finden Aktionen zum „Pride Month“ statt, Institutionen und Unternehmen zeigen Flagge für Toleranz und gegen Ausgrenzung. Auch der Kirchenkreis Lübeck Lauenburg setzt ein buntes und klares Zeichen. LGBTQIA+ ist eine internationale Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersex, Asexual und das + für alle weiteren unerwähnten Gruppen. Die jährlichen Aktionen des „Pride Month“ haben ihren Ursprung in den „Stonewall-Unruhen“ in New York Ende der 1960er-Jahre, als sich die Community rund um das „Stonewall Inn“ in der Christopher Street erstmalig gegen die damals übliche Polizeiwillkür wehrte.

Pröpstin Kallies: „Lieb doch, wen Du liebst“

Viele Menschen verbinden mit dem CSD vor allem bunte Paraden mit schrillen Outfits und Techno-Musik. In vielen Ländern ist es leider keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen ihre sexuelle Identität nicht verstecken müssen“, sagt Lübecks Pröpstin Petra Kallies. Vielfach seien Menschen, die nicht in der traditionellen Lebensform „Ehe von Mann und Frau“ leben, Diskriminierung, Gewalt und zum Teil sogar staatlicher Verfolgung ausgesetzt. „In Deutschland ist das glücklicherweise inzwischen anders: ,Lieb doch, wen Du liebst – denn die Liebe ist ein Gottesgeschenk!’“, betont Petra Kallies. In der evangelischen Kirche seien alle Liebenden willkommen. „Mit unserer Beteiligung am „Pride Month“ im Juni und am Lübecker CSD drücken wir unsere Solidarität mit ihnen aus“, so die Pröpstin.

St. Marien strahlt in Regenbogenfarben

St. Marien zu Lübeck wird den Monat der Vielfalt wieder weithin sichtbar begleiten und das Kirchenschiff in den kommenden Wochen ab Einbruch der Dunkelheit in den Farben des Regenbogens beleuchten. „Seit den Ereignissen in der Christopher Street in New York im Juni 1969 hat sich in den vergangenen 53 Jahren viel zum Guten gewendet. Dennoch gibtes noch immer Situationen, in denen Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Darauf hinzuweisen und Zeichen der Solidarität zu setzen, ist mir und uns wichtig“, sagt Inga Meißner, Pastorin in St. Marien.

2022 findet der Christopher-Street-Day in Lübeck am Wochenende 19. und 20. August statt. Wie in den Vorjahren beginnt der CSD mit einem queeren Gottesdienst, bevor tags darauf eine bunte Parade und das Straßenfest stattfindet. Am Montag, 15. August, wird vor dem Rathaus in Lübeck die Regenbogen-Flagge gehisst. Auch in der CSD-Woche wird St. Marien illuminiert.

„Gleichberechtigung und Vielfalt waren und sind schon immer ein fester Teil unserer Kultur, nur leider vergessen wir dies manchmal“, bekräftigt Philip Graffam. Der Lauenburger Pastor tritt im Sommer die Nachfolge von Frauke Eiben als Propst im Herzogtum an. „Seit Noah von Gott den Regenbogen als Bündniszeichen erhalten hat, weiß ich, dass es alle Farben des Regenbogens braucht, um das ganze Spektrum des Lichtes zu schaffen“, betont der Seelsorger. In der evangelischen Kirche sei jeder willkommen. Philip Graffam zitiert aus dem Galaterbrief (Kapitel 3, Vers 28): „Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu.“

Als Zeichen der Solidarität wird das Kirchenschiff von St. Marien zu Lübeck im Juni und während der CSD-Woche im August in den Farben des Regenbogens beleuchtet. (Foto/Text: KKLL-bm)

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