Campingboom auch an der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz

Corona war auch für den Tourismus an der Ostseeküste und in der Holsteinischen Schweiz ein Schlag ins Kontor. Dennoch seien beide Regionen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, bestätigte Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. (OHT), jetzt bei einem Pressegespräch in Eutin. Besonders markant ist der Campingboom, der den Reisegebieten neue Rekorde beschert hat.

Mit dem Wohnmobil unabhängig & sicher Urlaub machen

Camping-Übernachtungen haben gerade in der Holsteinischen Schweiz zugelegt, wo man 2021 eine deutlich längere und intensivere Hochsaison verbucht hat. Die hohe Anzahl an Campingplätzen hat sich als Übernachtungstreiber erwiesen. Mit dem Wohnmobil konnten die Urlauber in der Pandemiezeit unabhängiger, flexibler und sicherer Ferien machen. „Wir gehen davon aus, dass sich dieses Verhalten zunächst einmal nicht signifikant ändern wird“, sagt Lauritzen.

Mit den geringsten Verlusten durch die Corona-Krise

Ohnehin sei es spannend, wie groß die Reiselust der Menschen nach Entschärfung der Corona-Lage sein wird. Vom Trend zum Urlaub in Deutschland hat Schleswig-Holstein jedenfalls profitiert. Während die Zahl der gewerblichen Übernachtungen im Bundesschnitt 2021 gegenüber 2019 um 37,4 Prozent gesunken ist, kam der Norden mit minus zehn Prozent besser durch die Krise. Die hiesige Ostsee (-4,4 Prozent) und die Holsteinische Schweiz (-6,5 Prozent) stehen auf der Liste der Regionen mit den geringsten Verlusten sogar ganz oben. „Positiv ist außerdem, dass sich die Aufenthaltsdauer deutlich gesteigert hat. Die Urlauber bleiben wieder länger“, so Lauritzen.

Radtourismus liegt weiterhin im Trend

Im Trend bleibt auch der Radtourismus, auch wenn die Zahlen längst noch nicht das Vor-Krisen-Niveau erreicht haben. Immerhin liegt der Ostseeküstenradwanderweg auf Platz 4 der beliebtesten Radwege Deutschlands. Mit einer qualitativen Verbesserung der Infrastruktur und einer neuen Broschüre will man dem Trend Rechnung tragen. „Vor allem müssen wir die Entwicklung hin zum E-Bike stärker in unsere Überlegungen einfließen lassen. Der Gast kann mit dem Rad viel weiter fahren als bisher. Deshalb müssen die Tourismusorte weiträumigere Tour-Routen anbieten“, betont Lauritzen.

Das Marketing wird digitaler und crossmedialer

Zunehmend Einzug hält im Ostsee-Tourismus übrigens auch die Digitalisierung. Unter anderem wird auf der Internetseite von Grömitz bereits ein selbst lernender Chatbot eingesetzt der Fragen der User automatisch beantwortet. „Und unserer Marketing gestalten wir zunehmend crossmedialer und versuchen, unsere Gäste mittels Storytelling über den Podcast ,Ostseelauschen’, den YouTube-Kanal und unser digitales Magazin zu erreichen“, erläutert die OHT-Chefin. Die Website solle sich langsam zur Magazinseite entwickeln. Weitere Infos auf www.ostseelauschen.de oder www.ostsee-schleswig-holstein.de.

Volker Graap

Werben für den Urlaub an der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz (v.l.): Wencke Hartmann, Katja Lauritzen und Elisabeth Riedel vom Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. (Foto: Graap)

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