Am 3. Juni: Neue Führung durchs „grüne Herz von Schloss Eutin“

Im Eutiner Küchengarten grünt, blüht und gedeiht es, was das Zeug hält. Die ehrenamtlichen Gärtner pflegen und hegen ihre Parzellen, und Spaziergänger genießen die Idylle des Naturparadieses am Schlossgarten. Für alle, die tiefere Einblicke in Geschichte und Gegenwart dieses einmaligen Projektes erhalten möchten, bietet die Stiftung Schloss Eutin jetzt erstmals eine spezielle Führung an.

Gartenrundgang mit Gästeführerin Anja Steinhaus

„Das grüne Herz von Schloss Eutin“ lautet der Titel des etwa anderthalbstündigen Rundgangs, den Gästeführerin Anja Steinhaus ausgearbeitet hat. Sie berichtet über die wechselvolle Historie dieses Nutzgartens, der einer der wenigen erhaltenen Küchengärten Norddeutschlands ist. „Über zwei Jahrhunderte wurden hier keine Kosten und Mühen gescheut, um auch Südfrüchte aufzuziehen. Pomeranzen und Feigen, Melonen und Ananas gehörten dazu. Allein in der Orangerie waren zeitweise 370 kälteempfindliche Pflanzen beheimatet. Das benachbarte Neuholländerhaus beherbergte sogar exotische Pflanzen aus Australien“, erzählt Anja Steinhaus.

Areal war Attraktionen der Landesgartenschau 2016

Für die Schlossküche lieferte der Küchengarten einst Obst, Gemüse und Kräuter. Blumen und Oleander waren für das Dekorative im Schloss wichtig. „Wenn man die zwei Meter hohe Backsteinmauer passiert, hat man das Gefühl, in einen anderen Kosmos einzutreten. Die Mauer sorgt für ein milderes, für ein besonderes Binnenklima und schützt die Pflanzen vor kühlen Winden und Mundräubern“, so Anja Steinhaus. Der im 20. Jahrhundert immer mehr verfallene historische Küchengarten konnte ab 2006 mit öffentlichen und privaten Mitteln aufwendig restauriert und revitalisiert werden. 2016 war das Areal eine der gärtnerischen Attraktionen der Landesgartenschau.

Auch Ehrenamtler geben Einblick in ihre Arbeit

Heute ist die Gartenpflege ein Bürgerprojekt, an dem sich rund 60 Ehrenamtler in verschiedenen Gruppen beteiligen – vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt bis zur Interessengemeinschaft Heil- und Giftpflanzengarten. Die Küchengartenführung findet an jedem ersten Freitag im Monat um 14 Uhr statt. Das nächste Mal also am 3. Juni. An diesem Tag bieten auch die Hobbygärtner wieder Einblick in ihre Arbeit – und zwar ab 15 Uhr. Übrigens geben sie an jedem Freitag zwischen 15 und 17 Uhr frisch geerntetes Gemüse gegen eine Spende an Interessierte ab.

Landschaftsplanerin Kerstin Vieth ist neu im Team

„Das ist einzigartig. Ich kenne kein ähnliches Projekt“, lobt Landschaftsplanerin Kerstin Vieth das vielfältige Treiben in dieser grünen Oase. Sie ist das frische Gesicht im Küchengarten. Die 48-Jährige übernimmt ab Juli die Aufgabe der langjährigen Küchengarten-Koordinatorin Stephanie Bolz, die es nach Fernost auf die Philippinen zieht. Vieth kommt ursprünglich vom Mittelrhein, hat in Hannover Landschaftsplanung studiert und später das Veranstaltungsmanagement des Vereins „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aufgebaut und geleitet. Mittlerweile ist sie ihrem Mann nach Schleswig-Holstein gefolgt und hat eine Aufgabe im Regionalmanagement der Kiel Region übernommen.

Kerstin Vieth nimmt ihre Tätigkeit am 1. Juli auf.

Wer schließt sich der Hobbygärtner-Gemeinschaft an?

Schon jetzt schlägt ihr Herz für den Eutiner Küchengarten: „In dieser Ausgestaltung ist es ein wirklich außergewöhnliches Projekt, das zum Ausdruck bringt, dass der Garten lebt – gerade weil er von den Bürgern des Ortes gepflegt wird“, sagt Kerstin Vieth. In den nächsten Monaten wird sie sicher auch ausloten, was hier an Veranstaltungen noch alles möglich ist. Mehr Infos gibt es online auf www.schloss-eutin.de. Und wer sich der Hobbygärtner-Gemeinschaft anschließen möchte, schreibt einfach eine E-Mail an info@schloss-eutin.de.

Volker Graap

Freuen sich stets über Besucher im Paradies hinter der Klimamauer (v.l.): die künftige Küchengarten-Koordinatorin Kerstin Vieth, Hobbygärtner Jörg Hunke, Gästeführerin Anja Steinhaus, Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann und Hobbygärtnerin Antje Kock. (Fotos: Graap)

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