Schloss-Uhren zum Hobby gemacht: Gerd Evers bringt Pendeluhren zum Laufen

Schloss Eutins Uhren klingen wieder! Zu verdanken ist dies der Eigeninitiative von Gerd Evers. Der pensionierte Maschinenbauingenieur und passionierte Uhren-Liebhaber ist vom Museumsbesucher zum ehrenamtlichen Mitarbeiter der Schloss-Stiftung geworden und hat in den vergangenen Monaten drei historische Pendeluhren restauriert.

Drei prachtvolle Objekte aus dem 19. Jahrhundert

„Seit ich vor vier Jahren nach Eutin zog, besuche ich das Schloss regelmäßig. Dabei ist mir aufgefallen, dass den Uhren in der Ausstellung das Leben fehlte“, berichtet Evers. Kurzerhand bot er der Stiftung an, die prachtvollen Objekte aus dem 19. Jahrhundert von Grund auf zu überholen – unentgeltlich. Die Verantwortlichen können ihm vertrauen: Evers hat seit über 35 Jahren ein Faible für Uhren. Er ist Sammler, hat aber auch schon Kirchturmuhren und Großuhren etwa in Schulen repariert.

Der Uhrensammler weiß, was er tut

„Und als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie bin ich viel mit hochgeschätzten Fachleuten ins Gespräch gekommen“, sagt der Rentner. Mit anderen Worten: Er weiß, was er tut. Den Beweis liefert er mit der gelungenen Restauration der Empire-Pendule im Strackzimmer, der Kaminpendule im Ankleidezimmer und der Vasenpendule im Katharinenzimmer ab. Die Uhren hat er allesamt in der eigenen Werkstatt zerlegt, gereinigt und zum Laufen gebracht. Auch künftig wird er sich weiter um „seine Patienten“ kümmern und sie regelmäßig aufziehen und warten.

Faszinierende Verbindung von Kunst und Technik

An diesen Tischuhren fasziniert Evers die Verbindung von Kunst und Technik und die teils überraschenden technischen Finessen, mit denen die Uhrmacher damals ihre Kreationen ausstatteten – beispielsweise mit einem ganzen Kalendarium. „Uhren waren einst Statusobjekte, die man gerne zeigte. Je besser es dem Eigentümer ging desto prestigeträchtiger waren diese Objekte gemacht“, erzählt Evers.

Volker Graap

Die gelungenen Restauration der französischen Empire-Pendule (um 1800) im Strackzimmer ist der beste Beweis, dass Gerd Evers sein Handwerk versteht. (Foto: Graap)

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