Nach Klinik-Übernahme in Ostholstein: AMEOS investiert in alle Standorte

Wenige Monate nach der Übernahme vom Sana-Konzern haben die AMEOS Klinika in Ostholstein ihr medizinisches Konzept für die Weiterentwicklung der Krankenhäuser in Eutin, Middelburg, Oldenburg und Fehmarn vorgestellt. Wichtigste Botschaft für die Region: Kein Standort steht infrage, und auch ein Abbau von Personal ist nicht zu befürchten. „Im Gegenteil, wir werden mehr Mitarbeiter brauchen. Zusätzliche Ärzte und Pflegepersonal zu finden, ist heutzutage jedoch eine der größten Herausforderungen. Wir freuen uns über jede Bewerbung“, betont Frank-Ulrich Wiener, Vorstandsmitglied der AMEOS-Gruppe.

Neubau der Eutiner Klinik ist vom Tisch

Es gibt eine weitere gute Nachricht. Der viel diskutierte Neubau der Eutiner Klinik ist vom Tisch. Das Gebäude hat man offenbar lange Zeit nur marode geredet. „Das Krankenhaus ist trocken und voll leistungsfähig. Bauliche Erweiterungen sind nur im Zuge der Konzeptumsetzung zu erwarten“, so Stephan Freitag, Regionalgeschäftsführer AMEOS Nord. „Der Standort Eutin ist medizinisch sehr gut aufgestellt. Jetzt gilt es, die Schwerpunkte zu stärken“, so Freitag.

Medizinische Schwerpunkte stärken

Die Grundstruktur der medizinischen Leistungsangebote werde beibehalten und durch die Bildung von Zentren ausgebaut und spezialisiert. Dazu zählen unter anderem ein Krebszentrum, ein Darmzentrum, aber auch neue Angebote wie eine Kinderchirurgie oder Diabetologie. „Der Leuchtturm des Standortes ist das Eltern-Kind-Zentrum mit den Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Pädiatrie, den wir weiter stärken wollen. Und wir arbeiten daran, die Kinderintensivstation zügig zu modernisieren, damit sie so schnell wie möglich die frühere Leistungsfähigkeit erhält.“

Überregionaler Leuchtturm für Oldenburg

In Oldenburg sollen bestehende Angebote erhalten und weitere angesiedelt werden. Als überregionaler Leuchtturm soll eine Pneumologische Frührehabilitation entstehen, wo langzeitbeatmete Patienten von der Beatmung entwöhnt und auf die Reha vorbereitet werden. Außerdem will man ein MRT in Oldenburg etablieren. Das Klinikum Fehmarn wird sich auf die Akut- und Notfallversorgung konzentrieren und seinen Schwerpunkt Schmerzmedizin weiterentwickeln.

Große Veränderungen in Middelburg

Alldieweil kommen auf Middelburg die größten Veränderungen zu. Die vorhandene Klinik für Geriatrie zieht nach Neustadt um, wo man ein modernes Krankenhaus für Altersmedizin bauen will. Die Neurologie ist künftig in Oldenburg beheimatet. „In Middelburg setzen wir ein in Deutschland einmaliges Modell um, das wir in Ratzeburg sehr erfolgreich betreiben. Eine Reha-Klinik für pflegende Angehörige“, erläutert Freitag. Erholungsmaßnahmen für Angehörige, die sich bei der Versorgung ihrer Lieben aufopfern, werden von den Krankenkassen mittlerweile unterstützt. In Middelburg sollen die Pflegenden ein klassisches Reha-Programm in einer Gruppe absolvieren. Die Gepflegten bringen sie mit. Diese werden dann vom Fachpersonal betreut.

„Wir streben eine schnelle Umsetzung an“

„Wir gehen jetzt mit dem Konzept in die Gespräche mit dem Land, um die Finanzierung auf die Spur zu bringen. Vieles muss noch evaluiert werden. Aber wir gehen von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus, der zu investieren ist“, sagt Frank-Ulrich Wiener. Übrigens gibt es noch keinen Zeithorizont für die einzelnen Maßnahmen. „Aber wir streben eine schnelle Umsetzung an. Denn insgesamt wurde das Konzept positiv aufgenommen.“ Die rund 1200 Mitarbeitenden haben die Verantwortungsträger in den vergangenen Wochen über die Pläne informiert.

Volker Graap

Regionalgeschäftsführer Stephan Freitag (links) und Frank-Ulrich Wiener, Vorstandsmitglied der AMEOS-Gruppe, informierten am Freitag über die Zukunftspläne für die Ostholsteiner Kliniken. (Foto: Graap)

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