Offene Türen: Kirsten-Bruhn-Bad in Eutin feiert 50-jähriges Bestehen

Es war ein Festakt zwischen Feierlaune und ernsten Worten. Am vergangenen Montag hatten die Stadtwerke Eutin als Betreiber mit geladenen Gästen das 50-jährige Bestehen des Kirsten-Bruhn-Bades begangen. Die Schwimmhalle war am 12. März 1972 von Bürgermeister Friedrich Knutzen eröffnet worden. Ein Fest für jedermann steht am nächsten Sonnabend, 21. Mai, beim Tag der offenen Tür auf dem Programm.

Namenspatin Kirsten Bruhn lernte hier das Schwimmen

Fast von Anfang an dabei war die Namensgeberin des Hallenbades. Die mit elf paralympischen Medaillen ausgezeichnete Behindertensportlerin Kirsten Bruhn lernte hier schon im zarten Alter von zweieinhalb Jahren im pinkfarbenen Bikini das Schwimmen. Als Geburtstagsgeschenk überreichte sie dem Schwimmhallen-Team ein Duplikat ihrer ersten, 2004 in Athen gewonnen Goldmedaille über 100 Meter Brust. Die prominente, 1969 in Eutin geborene Leistungssportlerin ist seit 2015 Namenspatin der Schwimmhalle an der Riemannstraße. „Schwimmen ist elementar wichtig“, sagte Bruhn. Deshalb sei sie froh, dass Wirtschaft und Politik für den Erhalt des Hallenbades so gut zusammenarbeiteten. Sie riet jedoch dazu, vorsichtig zu agieren, wenn es zum Beispiel um die Erhöhung der Eintrittspreise gehe.

Herausfordernde Zeiten für die Stadtwerke als Betreiber

Zuvor hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Mißling erklärt, dass es bei der Frage nach der nachhaltigen Sicherung der Schwimmhalle keine Denktabus geben dürfe. Denn angesichts der zunehmend steigenden Energiepreise machen sich die Verantwortlichen ernsthafte Gedanken über die Kosten. „Uns ist klar: Ein kommunales Schwimmbad rechnet sich nicht, es macht dauerhaft Verluste“, so Mißling. Aber in diesen Zeiten sei es eine besondere Herausforderung, die Wassertemperatur des großen Schwimmbeckens bei 28 Grad und die des Lehrbeckens bei 32 Grad zu halten. Die Lufttemperatur liegt noch einmal zwei Grad darüber. Denkbar sei, die Temperatur geringfügig abzusenken oder den Eintritt zu erhöhen. Auch Fördermittel und externe Geldquellen will man anzapfen, um die Kostensteigerungen abzudämpfen. „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit in Eutin noch viele weitere Jahre hochwertiger Schwimmsport möglich ist“, versprach Mißling.

Wassermenge entspricht 35.000 Badewannen

Immerhin konnte das Kirsten-Bruhn-Bad nach den schwierigen Corona-Jahren sofort wieder durchstarten. „Das Bad hat nicht gelitten. Anders als andere Schwimmhallen haben wir darauf verzichtet, das Wasser abzulassen. Bei uns lief die sensible Technik weiter, andere Bäder haben jetzt Probleme mit Pumpen und Filtern.“ Immerhin fassen die Becken insgesamt 770 Kubikmeter Wasser. „Das sind 35.000 Badewannen. Wir könnten jedem Eutiner dreieinhalbmal die Wanne füllen“, so Mißling. Genutzt werde die Halle nicht nur von Eutinern und Gästen aus der Umgebung, sondern auch von Sportvereinen, DLRG, Schulen, Polizei und Bundeswehr.

Buntes Programm zum Tag der offenen Tür

Für alle Wasserratten stellt das Mitarbeiter-Team um den leitenden Schwimmmeister Frank Borowski am 21. Mai ein buntes Programm zum Tag der offenen Tür auf die Beine. Von 11 bis 17 Uhr wird das Jubiläum sowohl im als auch vor dem Hallenbad mit tollen Attraktionen für die ganze Familie gefeiert. Es gibt unter anderem Hüpfburgen, Aquajogging zum Schnuppern und einen Arschbomben-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche.

Volker Graap

Kirsten Bruhn überreichte Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Mißling und dem Schwimmhallen-Team ein Duplikat ihrer ersten Goldmedaille, gewonnen bei den paralympischen Spielen in Athen. (Foto: Graap)

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