Porzellankabinett im Schloss Eutin: Das schönste Speisezimmer nördlich der Elbe

Am Sonntag, 8. Mai, eröffnet das Schloss Eutin das vielleicht schönste Speisezimmer nördlich der Elbe. Das Schlossmuseum hat den historischen Speisesaal, der einst für besondere fürstliche Feste genutzt wurde, völlig neu gestaltet. Und zwar mit Leihgaben aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin.

Wertvolle Dauerleihgabe von KPM Berlin

„Endlich können wir das Speisezimmer auch wieder als Porzellankabinett präsentieren. 209 handgefertigte, kostbare Porzellane aus einer der ältesten und bedeutendsten Porzellanmanufakturen der Welt glänzen fortan auf dem runden Tisch und auf den Konsolen an den Wänden“, freut sich Brigitta Herrmann, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Eutin. Insgesamt hat die Dauerleihgabe einen Wert von 46 000 Euro. Passendes Kristall der Manufaktur Theresienthal, wundervoller Leinendamast und ein zartes Blumenarrangement runden die Neupräsentation ziemlich originalgetreu ab.

Offizielle Eröffnung mit Festvortrag am 8. Mai

Die offizielle Eröffnung beginnt um 11 Uhr unter dem Motto „Weißes Gold für Schloss Eutin“. Den Festvortrag hält Dr. Christian Lechelt, Leiter des Museums Schloss Fürstenberg. Er gibt einen Einblick in die Rolle des Porzellans in der höfischen Tafelkultur Europas. „Die vergessene Kunst der Tafelkultur möchten wir in den nächsten Jahren in all ihren Facetten untersuchen, präsentieren und auch mit den Besuchern rekonstruieren“, betont Schloss-Kuratorin Dr. Sophie Borges. Sie bietet ab 12 Uhr Führungen durchs neu gestaltete Porzellanzimmer an.

Ein einst für Friedrich den Großen erfundenes Service

Seit Sommer 2021 hat Borges auf diesen Moment hingearbeitet. „Wir beschäftigen uns im Schloss künftig intensiv mit der Fest- und Tafelkultur am Eutiner Hof. Was und wie wir essen – dieses Thema aus dem Alltag ist auch heute hochaktuell. Um all das darzustellen, brauchen wir diese adäquate Ausstattung“, erläutert die Kuratorin. Auf dem großen runden Tisch im Nordwestturm des Schlosses ist nun ein stimmiges Gesamtbild einer herzoglichen Tafel für zwölf Personen um 1900 zu sehen. Form und Dekor stammen aus dieser Zeit. Jedoch wurde das einst für Friedrich den Großen erfundene Service „Rocaille“ erst in den 1980er-Jahren produziert. Dieses exklusive Tafelgeschirr nutzt man heute zum Beispiel noch für feierliche Anlässe beim Bundespräsidenten.

Speisezimmer soll auch für Kinder erlebbar sein

Übrigens soll das Speisezimmer auch für Kinder mit besonderen Aktionen erlebbar gemacht werden. Weitere Infos zum Schlossmuseum und seinem Veranstaltungs- und Führungsprogramm finden Interessierte auf www.schloss-eutin.de.

Volker Graap

Kuratorin Dr. Sophie Borges (links) und Geschäftsführerin Brigitta Herrmann sind „so glücklich“ über die wertvolle Dauerleihgabe von KPM, mit der das Speisezimmer zum Erlebniszimmer wird. (Foto: Graap)

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