Frischzellenkur für Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Malente

Die gute, alte Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Malente hat sich einer Frischzellenkur unterzogen. Über die Wintermonate erfolgte eine umfassende Runderneuerung des traditionsreichen, 1968 gegründeten Seminar- und Konferenzhauses am Kellersee. Insgesamt hat der Trägerverein, die SPD-nahe „Gesellschaft für politische Bildung Schleswig-Holstein“, 850.000 Euro verbaut.

Förderung zur Abfederung der Corona-Folgen

Wie die stellvertretende Vereinsvorsitzende Regina Poersch am Mittwoch bei der offiziellen Wiedereröffnung mitteilte, stammt der Löwenanteil des Geldes aus dem Investitionsförderprogramm des Landes zur Abfederung der Corona-Folgen. „Auch für uns waren die vergangenen zwei Jahre eine herausfordernde Zeit. Wir haben das Los der Hotellerie geteilt“, erläuterte Poersch. Der Seminarbetrieb vor Ort sei insgesamt neun Monate geschlossen gewesen. Man habe aber alles darangesetzt, die 14 Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Das sei durch Kurzarbeit und dem unglaublichen Engagement der Belegschaft gelungen. „Jedes der beiden Corona-Jahre hat uns 100.000 Euro gekostet. Unsere Rücklagen sind aufgebraucht. Ohne die Unterstützung von Bund und Land hätten wir nicht überlebt“, so Poersch. Den zehnprozentigen Eigenanteil für die geförderte Modernisierung habe man über Kredite finanzieren müssen.

Die Buchungslage ist wieder ausgezeichnet

Damit aber ist diese Stätte der politischen Erwachsenenbildung das beste Beispiel, wie man gestärkt aus der Krise herauskommt. „Die Buchungslage ist wieder ausgezeichnet und die Einrichtung im Heute angekommen. Die komplett renovierten 45 Zimmer bieten jetzt Hotelstandard, und auch die sanierten Seminarräume und aktualisierte Technik sind nun auf dem Stand, den Gäste heutzutage erwarten“, sagte Poersch.

„Ein Leuchtturm“ der  politischen Bildung

In einer Grußbotschaft gratulierte der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte zum Neustart. „Ihre Einrichtung ist seit über 50 Jahren ein Leuchtturm der politischen Bildung für Erwachsene“, sagte er und wies darauf hin, dass dieses Thema in den vergangenen Jahren an Relevanz gewonnen habe. „Demokratie vererbt sich nicht von allein. Menschen entfernen sich zunehmend vom demokratischen Konsens.“ Es brauche politische Bildung, um Zweifler zurückzugewinnen und Multiplikatoren zu schulen, die für Demokratie einstehen. Auch die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli nannte es ungemein wichtig, dass die Malenter Bildungsstätte weiter dazu beitrage, „unsere freiheitlichen Grundwerte weiterzutragen“.

Seminarprogramm zu brandaktuellen Themen

Das Team um die beiden Studienleiterinnen Anastasia Brack und Gesa Grube-Bente hat dann auch die Themen, die die Menschen beschäftigen, in den Mittelpunkt des Programms gestellt. Seminare zu modernen Despoten, zu europäischen Fragen, zum Rechtsextremismus und zur Enttarnung von Verschwörungserzählungen sowie darüber, was die Gesellschaft zusammenhält, sind besonders gefragt. Den relativ hohen Altersschnitt der Gäste versucht man durch flexiblere Angebote – wie inklusive Kinderbetreuung – zu senken. Nähere Infos zum Seminar- und Kursprogramm gibt es online auf www.heinemann-bildungsstaette.de.

Volker Graap

Feierten am Mittwoch den Neustart (von links): Regina Poersch vom Trägerverein, Studienleiterin Anastasia Brack, der SPD-Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook, SPD-Landeschefin Serpil Midyatli, Jürgen Weber vom Trägerverein und Studienleiterin Gesa Grube-Bente. (Foto: Graap)

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