Hilfe bei riskantem Medien- oder Glücksspielkonsum

Digitale Medien bestimmen unsere Zeit und entwickeln sich rasant weiter. Neben vielen positiven Möglichkeiten birgt das auch einige Gefahren.

Suchtberatungsstelle der Vorwerker Diakonie ist jetzt offizielle Fachstelle in Lübeck

Soziale Medien, Gaming, Streaming-Dienste – digitale Medien bestimmen unsere Zeit und entwickeln sich rasant weiter. Neben vielen positiven Möglichkeiten birgt das auch einige Gefahren.

„Wir erleben immer mehr Menschen, die abhängig von bestimmten Medien sind oder deren Medienkonsum grenzwertig ist“, sagt Svea Niemann, Leiterin der Suchtberatungsstelle der Vorwerker Diakonie. Auch beim Thema Glücksspiel verzeichnen Niemann und ihr Team eine wachsende Nachfrage. „Hier spielen verstärkt Online-Casinos und Sport-Wetten, aber auch immer noch die klassischen Spielhallen eine Rolle“, so Niemann. Vor diesem Hintergrund ist die Lübecker Suchtberatungsstelle jetzt auch offizielle Fachstelle für Glücksspiel- und Medienabhängigkeit des Landes Schleswig-Holstein und wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren entsprechend gefördert.

Individuelle Begleitung möglich

„Wir stehen allen Ratsuchenden zu den Themen Medien und Glücksspiel zur Seite und können helfen“, so Suchtberaterin Dorothee Johannsen. Betroffene werden individuell und vertraulich begleitet. Für Schulen und andere Institutionen bietet die Suchtberatungsstelle Präventionsveranstaltungen an. Auch Angehörige und Freunde können sich mit allen Fragen bei der Fachstelle melden. „Gerade beim Medienkonsum sind es oft Eltern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen, wenn diese sehr viel Zeit am Computer verbringen und ein verändertes Verhalten zeigen oder nicht mehr zugänglich sind“, sagt Johannsen.

Anzeichen für einen bedenklichen Medien- oder Glücksspielkonsum sind laut der Expertinnen der Vorwerker Diakonie ähnlich: Oft werden Schule, Ausbildung oder Beruf vernachlässigt, oder es gibt keinen Kontakt mehr zu Freunden oder Angehörigen. Auch Aggressionen oder große Unruhe können Alarmzeichen sein. Insgesamt werde es dann kritisch, wenn der Medien- oder Glücksspielkonsum zum Zwang wird. „Die Frage ist immer: Bereichert es mein Leben – oder bestimmt es mein Leben?“, so Svea Niemann.

Die Suchtberatungsstelle der Vorwerker Diakonie, Braunstraße 5, ist unter Telefon 0451/ 400 25 81 20 oder per E-Mail an suchtberatung.luebeck@vorwerker-diakonie.de erreichbar. Die Beratung ist kostenlos – und erfolgt auf Wunsch auch anonym

Svea Niemann (li.) und Dorothee Johannsen von der Suchtberatungsstelle der Vorwerker Diakonie sind Expertinnen zum Thema Medien- und Glücksspielabhängigkeit. Foto: Vorwerker Diakonie

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