Geschichtserlebnisraum: Kooperation beschlossen

Ziel dieser Kooperationsvereinbarung ist es unter anderem, sich gegenseitig zu unterstützen und das Interesse für regionale Geschichte und Archäologie bei möglichst vielen Menschen zu wecken.

Zusammenarbeit mit dem Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt startet

Es gibt im Stadtteil Kücknitz, Roter Hahn, einen Ort, an dem Geschichte hautnah erlebt werden kann: der Geschichtserlebnisraum im Pommernring. Inmitten von Rekonstruktionsbauten aus verschiedenen Geschichtsepochen werden alte Handwerkstechniken ausgeübt und Rekonstruktionsbauten nach historischen Funden auch aus der Lübecker Altstadt errichtet. Die Bauten entstehen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen, und Besucher können sich jederzeit über den Fortschritt informieren.

„Unsere ganze Baustelle ist ein Bildungsauftrag“, erklärt Frank Thomas, Sozialarbeiter und Gründungsmitglied des Geschichtserlebnisraums. Und so arbeiten nicht nur Berufsschulen an den verschiedenen Nachbauten mit. Auch bei Schulprogrammen für allgemeinbildende Schulen sowie Kindergärten, durch die Stammkinder, die Kulturwochenenden und dem mittelalterlichen Sommerfest lebt die Geschichte wieder auf. Der Geschichtserlebnisraum ist eine für alle offene Einrichtung.

Geschichtserlebnisraum mit Bildungsauftrag

Auf dem Gelände am Pommernring gibt es wikingerzeitliche Bauten, Slawenhäuser und frühmittelalterliche Kaufmannshäuser, die alle nach Originalfunden unter anderem auf der Lübecker Altstadtinsel errichtet wurden. Zurzeit entsteht in einem Langzeitprojekt ein frühmittelalterliches Kloster. Der erste Bauabschnitt ist praktisch fertiggestellt. Es fehlen lediglich die bunten Glasfenster für das Refektorium, die von der Landesberufsschule der Glaser extra angefertigt werden.

Was könnte also geeigneter sein zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit dem Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck als das Refektorium des Klosters? Gemeinsam setzten Manfred Schneider, Leiter des Bereichs Archäologie und Denkmalpflege, Kultursenatorin Monika Frank und der Vorsitzende des Trägervereins Geschichtserlebnisraum, Martin Tank, ihre Unterschrift unter die Vereinbarung zur zukünftigen Zusammenarbeit.

Kooperationspläne und Unterstützung

Ziel dieser Kooperationsvereinbarung ist es unter anderem, sich gegenseitig zu unterstützen und das Interesse für regionale Geschichte und Archäologie bei möglichst vielen Menschen zu wecken. „Wir bieten Platz für alle Menschen, alle fühlen sich hier wohl und können alles, was hier passiert, ohne Eintritt erleben“, sagt Frank Thomas. Kultursenatorin Monika Frank lobte gerade diesen niedrigschwelligen Zugang, den der Geschichtserlebnisraum allen bietet.
Auch Manfred Schneider zeigte sich beeindruckt von der Arbeit, die vor Ort geleistet wird. „Da steckt jede Menge Arbeit dahinter, wenn Gebäude mit möglichst historischen Mitteln errichtet werden“, so Schneider anerkennend.

Der Geschichtserlebnisraum hat bereits seit 2016 eine sehr lebendige Kooperation mit dem Europäischen Hansemuseum. „Das, was dort im Museum zu sehen ist, kann bei uns erlebt werden“, erklärt Frank Thomas. „Hier können die Kinder beispielsweise die Schwere eines Kettenhemdes spüren. Das wäre aber alles nicht möglich, wenn die Archäologen das nicht ausgraben würden“, betont Thomas und freut sich daher auf die zukünftige Zusammenarbeit. Anja Hötzsch

Mit ihrer Unterschrift haben Kultursenatorin Monika Frank, Manfred Schneider, Leiter des Bereichs Archäologie und Denkmalpflege (rechts), und Martin Tank, Vorsitzender des Geschichtserlebnisraums (links), ihre zukünftige Zusammenarbeit besiegelt. Foto: Anja Hötzsch

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