Lübeck: Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge ist groß angelaufen

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Die Hansestadt Lübeck schafft neue Plätze für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Wegen der dynamischen Lage im Kriegsgebiet seien die Planungen dafür aber schwierig, so die Organisatoren.

Bereits rund 1000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Lübeck

Bis Donnerstag, 17. März, hatten sich bei der Lübecker Ausländerbehörde bereits rund 1000 Flüchtlinge registrieren lassen. 260 Menschen konnte die Stadt Lübeck in Notunterkünften unterbringen, 74 Menschen kamen in Gemeinschaftsunterkünfte. Zudem kämen viele Flüchtlinge derzeit auch bei Verwandten unter, so die Hansestadt.

Stadt schafft weitere Notunterkünfte

Innerhalb weniger Tage konnte die Hansestadt bereits zum 12./13. März rund 250 Notunterkunftsplätze im Gebäude der Volkshochschule in der August-Bebel-Straße sowie im ehemaligen Schulgebäude in der Kalkbrennerstraße bereitstellen. Knapp eine Woche später sind noch einmal rund 300 Plätze dazugekommen. 160 Geflüchtete fanden einen ersten Schlafplatz in der ehemaligen Sporthalle des Stadtverkehrs, weitere 150 Geflüchtete konnten in der Sporthalle im Brüder-Grimm-Ring und der Sporthalle Kalkbrennerstraße unterkommen.

Bürgermeister richtet Verwaltungsstab ein

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau dazu hat einen Verwaltungsstab eingerichtet, der fortlaufend den Aufbau weiterer Unterkünfte steuert und die notwendigen Hilfs- und Unterstützungsangebote koordiniert. Parallel ist die Stadt in Kontakt mit den Wohnungsunternehmen, um weitere Gemeinschaftsunterkünfte anzumieten. Aber auch die Organisation von Behelfsunterkünften steht im Fokus. Zudem gilt es die Ausstattung, Betreuung und Versorgung in den Unterkünften sicher zu stellen.

Viele Ehrenamtler helfen den Flüchtlingen

„In Notunterkünften und Gemeinschaftsunterkünften konnten so innerhalb einer Woche fast 1.000 Plätze geschaffen werden. Das ist eine enorme Leistung aller Beteiligten. Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit den städtischen Verwaltungsbereichen funktioniert sehr gut. Ich danke allen engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen für den engagierten Einsatz! Auch wenn aktuell viele Geflüchtete privat eine Unterkunft nutzen, bereiten wir uns weiter auf zusätzliche Unterkunftsplätze vor. Neben der Unterkunft steht auch der Schutz vor Corona im Mittelpunkt der Bemühungen. Impfangebote werden den Geflüchteten bereits bei der Ankunft gemacht.“ so Bürgermeister Jan Lindenau.

Hilfsorganisationen in Lübeck mit am Start

Die schnelle und reibungslose Umsetzung gelingt Dank der kooperativen Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen lokalen Hilfsorganisationen in Lübeck – ein engmaschiges Netzwerk, das bereits seit Jahren erfolgreich Herausforderungen meistert. So unterstützen die freiwilligen Feuerwehren den Aufbau von Notunterkünften. Ehrenamtliche der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Deutschen Roten Kreuzes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Malteser-Hilfsdienstes, der Vorwerker Diakonie und der Gemeindediakonie übernehmen im Auftrag der Hansestadt Lübeck die Betreuung und Versorgung der Menschen vor Ort. Zahlreiche Spenden der Bürgern, wie Schlafsäcke, Spielzeug oder Süßigkeiten werden u.a. durch die Lübecker Flüchtlingshilfe koordiniert und ermöglichen eine rasche und individuelle Ausstattung der Notplätze.

Hilfe auch für minderjährige Flüchtlingen

Pastorin Johanne Hannemann, Geschäftsführerin der Vorwerker Diakonie: „Seit Anfang März laufen bei der Vorwerker Diakonie – in enger Abstimmung mit dem Jugendamt der Hansestadt Lübeck – Vorbereitungen zur kurzfristigen Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen ukrainischen Flüchtlingen. Diese werden vor allem in der sogenannten Inobhutnahmestelle der Vorwerker Diakonie aufgenommen. Sollten die Kapazitäten dort nicht ausreichen, wird außerdem auf freie Plätze der Lübecker Jugendhilfelandschaft zugegriffen. Für den Fall eines besonders großen Zustroms minderjähriger ukrainischer Flüchtlinge steht außerdem eine Sporthalle zur Verfügung – diese kann innerhalb von drei Stunden in eine vorläufige Unterkunft für bis zu 20 Personen umgewandelt werden.“

Keine zentrale Registrierung für Ukraine-Flüchtlinge

Im Gegensatz zu 2015 ist die Steuerung der Zufluchtsuchenden schwieriger, da es keine zentrale Registrierung gibt. Ukrainische Staatsangehörige, die im Besitz eines biometrischen Reisepasses sind, sind für Kurzaufenthalte von der Visumpflicht befreit. Auch eine Registrierung bei der Ausländerbehörde ist nicht zwingend notwendig. Diese ist nur dann notwendig, wenn die Geflüchteten eine Unterkunft benötigen oder eine finanzielle Unterstützung für Miete, Unterkunft und Krankenschutz nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragen wollen.

Bürger können freien Wohnraum melden

Die Hansestadt Lübeck erreichen über die Koordinierungsstelle Ukraine-Hilfen (www.luebeck.de/ukraine-hilfen) zahlreiche Angebote über privaten Wohnraum, meist in Form von freien Gästezimmern. Die Koordinierung der Vermittlung von geflüchteten Menschen in diesen privaten Wohnraum erfolgt allerdings über die Freiwilligenagentur ePunkt e.V. in Kooperation mit der Ukraine-Couch von Viktor e.V., mit denen die Hansestadt Lübeck eng zusammenarbeitet. Privatpersonen können über das Kontaktformular auf https://epunkt.org ihr Wohnungsangebot registrieren und werden bei Bedarf von den ehrenamtlichen Helfern der Ukraine-Couch kontaktiert.

Koordination von Ukraine-Spenden 

Viele Lübecker wollen angesichts des Konfliktes in der Ukraine den in Not geratenen Menschen ebenfalls helfen – entweder durch Spenden oder ehrenamtliches Engagement. Ausführliche Informationen für Geflüchtete sowie zu Spenden, Ehrenamt und Unterkunftsangeboten sind online abrufbar auf www.luebeck.de/ukraine-hilfenPressemitteilung Hansestadt Lübeck

Foto: Fertigstellung der Notunterkunft in der Sporthalle der Heinrich-Mann-Schule: Olaf Schmidt, Deutsches Rotes Kreuz Lübeck, Bereichsleiter Feuerwehr Thomas Köstler und Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (v.li). Foto: Presseamt

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