Weltbewegende Fotografien: „stern“-Fotojournalist Harald Schmitt stellt in Eutin aus

„Ein berührendes Foto entsteht zuerst im Herzen und erst dann in der Kamera“, sagt Harald Schmitt. Der Hamburger Fotograf zeigt in seiner Ausstellung „In 50 Jahren um die Welt“ im Eutiner Ostholstein-Museum zahlreiche Beispiele seiner Fähigkeit, weltbewegende Ereignisse in bewegenden Bildern einzufangen. Die Sonderschau ist ab Sonntag, 6. März, 12 Uhr geöffnet.

Harald Schmitt hat viele Geschichten zu erzählen

Was meint er genau mit dieser Aussage? „Nicht das Motiv allein zählt. Vielmehr ist es in gleichem Maße die Geschichte dahinter, die für mich als Fotojournalist ein gutes und professionelles Foto ausmacht“, erläutert Schmitt. Und Geschichten hat er viele zu erzählen. Seine Laufbahn begann er als Sportfotograf. Hautnah war er zum Beispiel beim Terroranschlag während der Olympiade 1972 in München dabei. Von 1977 bis 2012 arbeitete er als festangestellter Fotoreporter beim Magazin „stern“. In dieser Zeit war er bis 1983 sechs Jahre in Ost-Berlin als Fotokorrespondent akkreditiert, erstellte Reportagen aus der ehemaligen DDR und den sozialistischen Nachbarländern – und die Stasi war immer auf seinen Spuren.

Schlüsselmomente gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen festhalten

Vor allem sein Beruf als Fotoreporter führte Harald Schmitt mehrfach rund um die Welt. Er bereiste mehr als 140 Länder und berichtete auch über kaum bekannte Kulturen. Mit seiner Kamera war er Zeuge von faszinierenden und berührenden, aber auch brisanten und gefährlichen Situationen. Nicht selten handelt es sich bei den Exponaten in der Sonderausstellung um Aufnahmen, die Schlüsselmomente gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen festhalten, um beeindruckende Zeitdokumente aus der Welt der Politik, des Sports, der Religionen und des Reisens. 140 Bilder, die an Intensität, Authentizität und Unmittelbarkeit auch Jahre nach ihrer Entstehung nichts verloren haben.

Preisträger des „World Press Photo“- Awards

In Eutin sind unter anderem Fotos vom polnischen Solidarnosc-Gründer Lech Walesa als Fäuste ballender Anführer auf den Schultern der Danziger Werftarbeiter oder von den blutig niedergeschlagenen Studentenprotesten auf dem Tianamen-Platz in Peking 1989 zu sehen. „Zu den schönsten und bewegendsten Fotomomenten gehört  für mich die Begleitung der ,Aktion Friedensdorf’, die durch das von den USA versprühte Gift Agent Orange geschädigte Kinder aus Vietnam zu Behandlung nach Deutschland holt“, berichtet Schmitt. Mit seinen Fotografien nimmt er seit vielen Jahren an internationalen Ausstellungen teil und ist sechsfacher Preisträger des „World Press Photo“- Awards  – unter anderem für prägnante Porträts von Indira Gandhi und Yasser Arafat. Die Sonderausstellung in Eutin ist bis zum 6. Juni geöffnet. Weitere Infos dazu gibt es online auf www.oh-museum.de.

Volker Graap

Für dieses Porträt von Indira Gandhi – der Blick passt perfekt zu ihrem Spitznamen „eiserner Schmetterling“ – erhielt Fotograf Harald Schmitt 1976 den „Word Press Photo“-Award. (Foto: Graap)

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