„Warum sollte ich Sie wählen, Herr Kandidat?“: Die Bewerber zur Bürgermeisterwahl in Eutin antworten

Der Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Eutin befindet sich in seiner heißen Phase. Am Sonntag, 27. Februar, entscheiden die 14 538 wahlberechtigten Einwohner darüber, ob Amtsinhaber Carsten Behnk sechs weitere Jahre Verwaltungschef bleibt oder einer der beiden Herausforderer – Christoph Gehl oder Christoph Müller – ihn ablöst. Wobei übrigens gut 2000 Wahlberechtigte bereits per Briefwahl ihre Stimme abgegeben haben. Sollte keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erringen können, kommt es in drei Wochen – am 20. März – zur Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern, die am besten abgeschnitten haben. Den Eingang der Auszählung kann man am 27. Februar ab 18 Uhr live im Rathaus oder im Internet mitverfolgen.

Die drei Kandidaten nehmen Stellung

Nach den öffentlichen Diskussionsrunden, bei denen die Kandidaten zu verschiedenen Themen Position bezogen haben, hat ihnen der Wochenspiegel nun eine einfache Frage gestellt, die manchem Wähler durch den Kopf geht: „Warum sollte ich Sie wählen, Herr Kandidat?“ Hier sind die drei Antworten.

 

Antwort von Carsten Behnk (54 Jahre, parteilos)

„Weil ich in den vergangenen sechs Jahren sehr erfolgreich für Eutin gearbeitet habe. Ich möchte diese erfolgreiche Arbeit mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, der Verwaltung und der Politik gemeinsam für unsere Stadt fortsetzen. Mit meiner langjährigen Erfahrung in der Verwaltung und als Bürgermeister habe ich einen klaren Blick für das Wesentliche und Umsetzbare. Ich werde mich weiter mit ganzer Kraft für unser Eutin einsetzen.
Gemeinsam mit Ihnen, den politischen Gremien und der Verwaltung konnten wir bereits zahlreiche Projekte für unsere Stadt erfolgreich anschieben und umsetzen. Wir haben soziales Miteinander, Handel, Gewerbe, Kultur und Tourismus in Eutin gestärkt. Wir konnten Arbeitsplätze sichern und schaffen.

Das Wahlplakat von Carsten Behnk.

Diese Meilensteine der Stadtentwicklung wurden in meiner Amtszeit konkret erreicht: Neugestaltung des ZOB, Sanierung von Peterstraße, Rosengarten, Königstraße und Marktplatz, 20 erfolgreiche Innenstadtansiedlungen, Start Digitalisierung mit Smart Region, Unterstützung bei Schaffung neuen Mietwohnraumes, Kita-Ausbau, Digitalisierung der Schulen, Neuausrichtung Tourismus, Markenbildung, Inklusionshotel, neuer Reisemobilpark Eutiner See, Maßnahmen zur Fahrradfreundlichkeit, Verbesserung der Sauberkeit und Ordnung durch Aufbau des Kommunalen Ordnungsdienstes, Sportstättenentwicklungskonzept, Verbesserung ÖPNV.
Als parteiloser und unabhängiger Bürgermeister werde ich zusammen mit Ihnen die Vision für 2030 und danach weiterentwickeln, die soziale Gemeinschaft stärken, die Infrastruktur sowie Tourismus, Handel und Gewerbe ausbauen, Bildung und Kultur pflegen und unsere Umwelt und den Klimaschutz stärken. Es gibt noch viel zu tun, damit wir in unserer Stadt eine gute Zukunft haben. Daher bitte ich Sie wieder herzlich um Ihre Unterstützung.“

Antwort von Christoph Gehl (42 Jahre, SPD)

„Weil Eutin mit mir als Bürgermeister gesellschaftlich zusammenwachsen wird. Die Eutiner bekommen mit mir mehr als einen Verwaltungschef. Eutin braucht einen Bürgermeister, der sich durch einen ehrlichen Austausch auf Augenhöhe mit allen Bürgerinnen und Bürgern, allen Institutionen und Gewerbetreibenden definiert. Damit werde ich erreichen, dass das generelle Vertrauen wieder gestärkt wird und sich auch mehr Menschen engagieren, weil sie sich verstanden und gehört fühlen.

Das Wahlplakat von Christoph Gehl.

Mit mir als Bürgermeister wird Eutin verantwortungsvoll dem Klimawandel begegnen und alles unternehmen, um ein Teil der Lösung zu werden. Dazu gehört, dass die Stadt generell vorbildlich auftritt. Energetische Sanierung städtischer Gebäude, Insektenschutz, Renaturierung der Moore, Verwendung klimaneutraler Baustoffe sind nur einige Beispiele für die zukünftige Positionierung.
Ich werde den mittelalterlichen und kulturellen Charme Eutins weiterentwickeln und dadurch die Lebensqualität aller Eutiner fördern. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren historischen Gebäuden, die ich als kulturellen Schatz Eutins betrachte. Diesen Schatz müssen wir für die nächsten Generationen bewahren. Die Schaffung von sozialem, bezahlbarem Wohnraum und individuelle Wohnlösungen mit dem Anspruch Eutins Charakter zu erhalten, werde ich als Bürgermeister intensiv angehen.
Ein wertschätzender Umgang mit Senioren und körperlich und geistig benachteiligten Menschen im Hinblick auf öffentliche Toiletten, Freizeitangebote, Begegnungsstätten und Gehwegplanung sind für mich selbstverständlich – die Herausforderungen werden von mir bei jeder politischen und gesellschaftlichen Entscheidung berücksichtigt.
Als Bürgermeister werde ich mich umgehend für die Attraktivität Eutins für junge Menschen einsetzen. Hier gilt es, interessante Freizeitangebote zu schaffen und den jungen Menschen auch ein ehrliches Angebot zur Mitarbeit an unserer städtischen Gestaltung zu machen.
Mit mir als Bürgermeister bekommen Sie mehr Gemeinsamkeit und die Einladung mitzugestalten!“

Antwort von Christoph Müller (70 Jahre, parteilos)

„Weil ich erstens die Geldverschwendung in der Stadt Eutin konsequent unterbinden werde. Beispiel: Jahrelanger Leerstand von Teilen des Bahnhofsgebäudes. Bei einer angenommenen Kaltmiete von 1000 Euro monatlich wurden somit alleine in den letzten drei Jahren rund 36.000 Euro verschwendet durch Nichtrealisierung möglicher Mieteinnahmen. Dabei gäbe es Mietinteressenten, nur die wissen gar nicht, dass die Fläche zu mieten ist. Ich behaupte, dass Amtsinhaber Behnk niemals mit seinem eigenen Geld so fahrlässig umgehen würde. Weitere Beispiele von Geldverschwendung hätte ich genug.

Das Wahlplakat von Christoph Müller.

Zweitens: Weil ich mit Vehemenz für einen Neubau der Wisser-Schule einstehe. Und zwar an einem anderen Standort innerhalb Eutins. Die Planungen am bisherigen Standort sind aus meiner Sicht eine reine Katastrophe. Wenn die Schule am bisherigen Standort modernisiert und ausgebaut wird, ist sie heute bereits deutlich zu klein. Aus der Planung ist zu entnehmen, dass während der Umbaumaßnahmen Container für die Durchführung von Schulunterricht angemietet werden sollen. Die dafür eingeplanten 4,95 Millionen Euro sollten lieber in einen Neubau gesteckt werden. Wir brauchen eine moderne Schule, die mit allem ausgestattet ist, was Eltern und Schüler erwarten können. Die Stadt zahlt derzeit Schulgeld von jährlich 300.000 Euro für Schüler, die zwar in Eutin wohnen aber außerhalb (etwa Pönitz) in die Schule gehen, weil es da moderner ist.
Drittens: Weil ich für einen echten sozialen Wohnungsbau in Eutin stehe. Ich bin strikt dagegen, dass die Stadt Grundstücke an Investoren verkauft, damit diese dann geförderte Wohnungen bauen. Irgendwann läuft die Mietpreisbindung aus – und dann? Ich bin davon überzeugt, dass wir als Stadt Eutin selbst bauen und die Wohnungen im städtischen Eigentum behalten sollten. Nur so hat man den Daumen auf der Miethöhe.“

Weitere Infos zur Bürgermeisterwahl auf www.eutin.de

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