Demonstration gegen Demokratiefeinde in Eutin: „Mit Nazis geht man nicht spazieren!“

Das Bündnis für Solidarität und Weltoffenheit Eutin organisiert am kommenden Montag, 14. Februar, eine Demonstration und positioniert sich gegen Corona-Leugner und Rechtsextremisten. Unter dem Motto „Heute spazieren – morgen marschieren?“ treffen sich die Teilnehmer von 17.30 bis 19 Uhr vor der Stadtbäckerei Klausberger auf dem Marktplatz – mit Abstand und FFP2-Maske.

Kritiker müssen sich klar von Rechts distanzieren

Die Organisatoren rufen die Corona-Kritiker und Impfgegner, die sich montags zu „Spaziergängen“ verabreden, dazu auf, sich klar von rechten Mitläufern zu distanzieren. Das Bündnis weist auf die Verflechtungen zwischen rechten Ideologien und Verschwörungserzählungen hin. Rechte, antisemitische und demokratiefeindliche Personen, Gruppen und Parteien nutzten bundesweit die sogenannten „Spaziergänge“, um sich in der Mitte der Gesellschaft weiter zu etablieren. Daher seien diese „Spaziergänge“ der Corona-Maßnahmen-Kritiker und Impfgegner nicht harmlos.

Eutiner Bündnis sieht Gefahr der Unterwanderung

„Wir sagen nicht, dass alle Corona-Skeptiker rechtsradikal sind. Wir machen uns nur Sorgen, dass die Bewegung von Rechts unterwandert wird“, sagt Bündnis-Mitglied Hans-Peter Klausberger. Aufrufe von AfD und bekannten Eutiner Rechtsextremisten bei Telegram belegten die Gefahr. Und Tochter Jana Klausberger betont: „Wir erwarten, dass sich die Menschen, die dort mitspazieren, sich in aller Klarheit gegen Rechts abgrenzen. Aber das findet nicht statt.“ Mit Nazis gehe man nicht „spazieren“.

Gefordert wird Solidarität statt Egoismus

Der Standpunkt des Eutiner Bündnisses ist dagegen glasklar. „Wir positionieren uns klar gegen Rechts und für die Corona-Maßnahmen, die zu einem Ende der Pandemie führen. Wir solidarisieren uns mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen und den Wissenschaftlern.  Es ist überhaupt toll, dass es Impfstoffe gegen schwere Krankheiten gibt“, betont auch Jana Klausberger. Und Sigrid Andersen geht es auch darum, jungen Menschen den Rücken zu stärken, die unter der Pandemie leiden. Und raus komme man aus der Krise nur durch Solidarität statt Egoismus, mit Wahrheit statt Verschwörungserzählungen. „Wir gedenken auch der Opfer der Pandemie und machen deutlich, dass Corona unser Feind ist.“ An die Corona-Kritiker gerichtet unterstrich Jana Klausberger außerdem: „Wer sich nicht impfen lässt – okay. Der muss jedoch auch strenge Maßnahmen in Kauf nehmen. Aber das Impfen ablehnen und sich auch nicht an die Auflagen halten, geht nicht.“

Bündnis aus breiten Gesellschaftsteilen besteht seit 2018

2018 hatten sich Eutiner Bürger, Unternehmer, Kommunalpolitiker, Schulsozialarbeiter sowie Vertreter verschiedener Institutionen zusammengeschlossen, um sich gemeinschaftlich für eine werteorientierte Stadtentwicklung zu engagieren. Das Bündnis will für Demokratie, Vielfalt und Zivilcourage einstehen. Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus war das Bündnis im März 2018 erstmals an die Öffentlichkeit getreten.  „Wir wollen mutig, entschlossen und kraftvoll denen entgegentreten, die unsere Wertegemeinschaft zerstören wollen“, hatte das Bündnis damals angekündigt.

Volker Graap

Die Vertreter vom Bündnis für Solidarität und Weltoffenheit Eutin rufen zur Teilnahme an der Demonstration am Montag auf (von links): Jana und Hans-Peter Klausberger, Sigrid Andersen, Uwe Tewes und Elisabeth Sellschopp. (Foto: Graap)

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