Lübeck setzt präventive Hausbesuche für Senioren ab 65 fort

Das Projekt bietet beratende Unterstützung für ein möglichst langes, selbstbestimmtes und mitverantwortliches Leben im vertrauten Wohnumfeld.

Beratende Unterstützung für ein möglichst langes, selbstbestimmtes und mitverantwortliches Leben im vertrauten Wohnumfeld

Die Hansestadt Lübeck verlängert das Modellprojekt „Präventive Hausbesuche in Moisling“ in Kooperation mit dem Caritasverband für das Erzbistum Hamburg e.V., Regionalstelle Lübeck, um weitere 13 Monate bis zum 31. Januar 2023. Ziel und Inhalt des Angebotes ist die Aufklärung, Sensibilisierung und Information älter werdender Menschen über Möglichkeiten der sozialen und medizinischen Vorsorge, um ein möglichst langes, selbstbestimmtes und mitverantwortliches Leben im vertrauten Wohnumfeld zu unterstützen. Ein wesentliches Kernelement besteht in der Eigeninitiative der Ratsuchenden, die proaktiv den Kontakt herstellen zur Inanspruchnahme häuslicher Besuche.

Erkenntnisse aus dem bisherigen, rund dreijährigem Projektverlauf bestätigen die Sorgen vieler älterer Menschen: Der Verlust von Selbstständigkeit, von Mobilität und auch Bedenken, den eigenen Haushalt nicht mehr bewältigen zu können. Einsamkeit hat als Belastungsfaktor weiter zugenommen. Generell besteht ein hoher Informationsbedarf zu allgemeinen Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten und altersgerechten Anpassungen im häuslichen Umfeld. Viele der Sorgen konnten durch Gespräche, Information und Vermittlung von Angeboten verringert werden. So erinnert sich die 92-Jährige Frau Krüger an „angenehme Besuche“. Sie wollte besprechen, wie sie selbstbestimmt möglichst lange in ihrer Wohnung bleiben kann. Frau Wendland interessierte sich bei den Besuchen für Unternehmungen und kulturelle Angebote im Stadtteil.

Hilfe bevor eine akute Notlage entsteht

Bisherige Erfahrungen aus der Pandemie zeigen zudem einen noch erhöhten Bedarf älterer Menschen im Hinblick auf Angebote zur Gesundheit und sozialen Teilhabe. Isolation begünstigt Vereinsamung. Kommunikation in der digitalen Welt fällt vor allem älteren Menschen schwer(er).
Ein Fazit aus der Bürgerbeteiligung „Gesund älter werden – Lübeck im Dialog“ bestand unter anderem darin, dass Hilfsangebote bei altersbedingten Einschränkungen wenig bekannt sind. Ansetzen möchte das Projekt „Präventive Hausbesuche“, bevor eine akute Notlage entsteht. Vorbeugend ältere Menschen zu befähigen, schneller die passende Hilfe zu finden und soziale Teilhabe zu ermöglichen, statt einsam zu sein, sind Ziele des Angebotes.

Angesprochen sind alle Personen ab 65 Jahre ohne Pflegegrad in Moisling und angrenzenden Stadtteilen. Eine spezialisierte Fachkraft der Caritas Lübeck kommt auf Anfrage in die Häuslichkeit. Sie informiert zu persönlichen Anliegen und vermittelt Zugänge zu gesundheitlichen und sozialen Angeboten, technisch-digitalen Hilfen oder altersgerechter Wohnraumanpassung, so dass älter werdende Menschen möglichst lange selbstbestimmt und mitverantwortlich im vertrauten Wohnumfeld leben können. Die Gespräche mit der Caritas-Fachkraft sind selbstverständlich vertraulich, neutral und kostenfrei.

Krankenkassen fördern das Projekt

Informationen, Gespräche und Besuche können jederzeit telefonisch unter der Rufnummer (0451) 54 69 55 40 oder per E-Mail an phb-luebeck@caritas-im-norden.de angefragt werden. Die Fachkraft der Caritas Lübeck führt bei Hausbesuchen einen Dienstausweis mit sich. Die Hansestadt Lübeck ist im Rahmen der Daseinsvorsorge Trägerin des Projektes, das von sechs Krankenkassen, der AOK NORDWEST, der BARMER, der Mobil Krankenkasse, der DAK-Gesundheit, der Salus BKK und der TK gefördert wird. Die Caritas Lübeck übernimmt die konkrete Durchführung vor Ort. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der dreijährigen Projektphase wurde durch die Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck (FGL) – Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck – durchgeführt.

Pressemitteilung Hansestadt Lübeck

Frau Maren Hoge berät Frau Marga Wendland und Frau Bertraud Krüger. (7. Februar 2022; das Foto wurde ohne Masken vor der Corona-Pandemie aufgenommen) Foto: Hansestadt Lübeck

 

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