Malenter Fraktionen einigen sich auf gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten: Heiko Godow macht’s

Anfang Dezember waren fünf Fraktionen aus der Malenter Gemeindevertretung öffentlichkeitswirksam auf die Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 8. Mai gegangen. Jetzt sind sie fündig geworden: Mit dem Unternehmer Heiko Godow haben CDU, SPD, FDP und Freie Wähler am Montag ihren Mann fürs Rathaus präsentiert.

Ablösung von Tanja Rönck ist erklärtes Ziel

Zwar hat bisher nur die SPD das endgültige Mitgliedervotum für die Nominierung eingeholt, doch zeichnet bei den anderen Parteien die Zustimmung ab. Die Grünen diskutieren den Personalvorschlag erst kommende Woche. In den bisherigen Gesprächen hätten aber alle Fraktionen einen guten Eindruck vom Bewerber gesammelt. „Die Ablösung von Tanja Rönck ist unser erklärtes Ziel. Denn man kann die Arbeit im Rathaus besser machen. Und dieses Vertrauen haben wir in den Kandidaten“, sagt zum Beispiel FDP-Chef Wilfred Knop.

Betriebswirt leitet Pflegedienst mit 76 Mitarbeitern

Heiko Godow ist in der Region kein Unbekannter. Der 54-Jährige ist examinierter Fachkrankenpfleger und Betriebswirt. Vor über 25 Jahren hat er zusammen mit Ehefrau Margitta den ambulanten Pflegedienst AKA in Eutin gegründet. Das Unternehmen mit 76 Mitarbeitern leitet er als Geschäftsführer. Verwaltungshandeln sei ihm nicht unbekannt, damit habe er ständig im Berufsalltag zu tun, betont Godow. Außerdem hat Godow elf Jahre lang in der Eutiner Kommunalpolitik unter anderem als CDU-Stadtvertreter mitgemischt und sich auch als Vorsteher der Eutiner Schützengilde viel Anerkennung verschafft. Der gebürtige Eutiner ist Mitte 2019 nach Krummsee in die Gemeinde Malente umgezogen.

Godow kandidiert, „weil ich es kann“

Warum möchte er Bürgermeister werden? „Weil ich es kann“, sagt Godow selbstbewusst. „Ich kann Menschen zusammenführen. Ich kann strukturieren, priorisieren und delegieren.“ Dabei setzt er auf ein gutes Miteinander von Bürgern, Selbstverwaltung und Verwaltung. Denn eines habe er aus Erfahrung verinnerlicht: „Alleine kann ich nichts, in der Gemeinschaft gelingt alles.“ In seiner Funktion als Bürgermeister sieht Godow sich als nicht parteigebunden, „aber es wäre unehrlich gewesen, vor meiner Bewerbung deshalb aus der CDU auszutreten“, betont er.
Die Gemeinde habe mit der Strategie „Unser Malente 2030“ eine gute und fundierte Konzeption. Jetzt gelte es, die Projektideen zu sortieren und einen roten Faden für die Umsetzung zu finden. Darüber hinaus müsse man sehen, wie Geld in die Kasse komme.

SPD traut Heiko Godow gute Personalführung zu

Carmen Weber von der SPD hat Godow gerade mit seinen Vorstellungen zur Personalführung überzeugt. Die fünf Fraktionen hatten Bürgermeisterin Rönck vor allem den ungewöhnlich hohen Krankenstand und die Personalfluktuation im Rathaus angelastet. Godow setzt sich zum Ziel, eine Krankheitsquote von unter zehn Prozent und eine 90-prozentige Besetzung des Stellenplans zu erreichen.

Frühzeitig in den Wahlkampf einsteigen

Die CDU hält es für wichtig, dass ihr Kandidat bereits früh in den Wahlkampf eingreifen kann – deshalb die zeitige Festlegung vor Ablauf der Bewerbungsfrist am 14. März. Und genau das hat Godow jetzt vor. Er will Kontakte zu Vereinen und Verbänden suchen und – wenn sich die Corona-Lage im März entspannt – persönlich mit den Bürgern in Kontakt kommen. „Natürlich werde ich auch die verschiedenen Dorfschaften besuchen. Zukünftig gilt es, die unterschiedlichen Interessenlagen der Dörfer zusammenzuführen. Da muss ich wissen, wo den Leuten der Schuh drückt“, meint Heiko Godow. Außerdem will er in den sozialen Medien die Werbetrommel rühren.

Volker Graap

Parteiübergreifende Lösung: Heiko Godow (Mitte) wird Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 8. Mai in Malente. Die Partei- und Fraktionschefs wirken nach dieser Entscheidung tiefenentspannt. (Foto: Graap)

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