Auf 13 Kalenderblättern: Regine und Karlheinz Jepp präsentieren „Eutin in alten Ansichten“

Eutin-Kalender

Sie haben es schon wieder getan: Regine und Karlheinz Jepp vom Büro für Eutiner Stadtgeschichte haben die 29. Ausgabe des beliebten Kalenders „Eutin in alten Ansichten“ vorgelegt. Auch die 13 Kalenderblätter für 2023 zeigen wieder jeweils auf der Vorderseite historische Altstadtbilder und auf der Rückseite erläuternde Texte. 

Kalender bietet Kompendium stadtgeschichtlicher Episoden

Beide knüpfen damit an eine über 40 Jahre währende Tradition an, die die Bürgergemeinschaft Eutin begründet hat. Zunächst waren die Kalender mit Zeichnungen und zeitgenössischen Bildern bestückt, dann erhielten sie ihr heutiges Erscheinungsbild mit den nostalgischen Fotos und präzise recherchierten „Histörchen“ aus der Rosenstadt. „Dem Sammler steht damit bis jetzt ein Kompendium von fast 380 stadtgeschichtlichen Episoden zur Verfügung“, sagt Regine Jepp. Für jeden Kalender entwickelt das Autorenteam einen roten Faden und gibt ein Thema für die Texte vor. Diesmal dreht sich alles um bekannte und weniger bekannte Eutiner Familien.

Universalgenie Hellwag entwickelte Pockenschutzimpfung

Beispiele gefällig? „Die Familie Hellwag gehört zu den Eutiner Klassikern. Das Universalgenie Christoph Friedrich Hellwag entwickelte zeitgleich mit dem Briten Jenner die Pockenschutzimpfung“, erzählt Regine Jepp. Außerdem habe er als wissenschaftlicher Berater für die Heimatzeitung geschrieben und einst in einem Artikel gegen Korsetts gewettert. Einen Namen hat sich auch die Familie Janus gemacht. Nach ihr sind in Eutin zwei Straßen benannt. Mit ihr untrennbar verbunden sind die Kellersee-Rundfahrt, das Hotel „Holsteinische Schweiz“ in Krummsee und das Voss-Haus. Erbin Juliane Janus stiftete hohe Summen für die Feuerwehr und die Einrichtung eines Krankenhauses.

Familien Löffler, Menke und Koch gründeten 1813 gemeinsame Firma

Ein Licht werfen Jepps auch auf die erfolgreiche jüdische Kaufmannsfamilie Nathan, die 1801 nach Eutin kommt und später einen Landtagsabgeordneten stellt. Die letzte Nachfahrin, Fräulein Jenny Nathan, wird im Dritten Reich von der NSDAP drangsaliert. 1940 wird sie in ihrem Haus bewusstlos und ausgehungert aufgefunden. Sie stirbt wenig später. Auch heute noch ein Begriff ist LMK: Die Familien Löffler, Menke und Koch gründeten 1813 eine gemeinsame Niederlassung in Eutin. „In den ersten Jahren fahren die drei über Land, um ihre Waren – Sicheln und Sensen – abzusetzen. 1906 richten sie in der Peterstraße ein Ladengeschäft ein“, berichtet Regine Jepp. Daraus entwickelte sich ein großes Kaufhaus, das es erst seit Kurzem so nicht mehr gibt.

„Ein Rückgrat der Eutiner Regionalgeschichte“

Die Heimatforscher stellen noch weitere Geschichten vor, unter anderem von Eutiner Bäcker-Familien, die gerne untereinander geheiratet haben, oder die „große Familie“ der Eutiner Musiker, die nicht durch gemeinsame Gene, sondern durch Talent und Leidenschaft miteinander verbunden ist. Für ihre Fleißarbeit bekommen Jepps viel Anerkennung. „In einer Zeit, in der die Erforschung der Stadtgeschichte etwas in der Krise ist, bietet der Eutin-Kalender einen wahnsinnigen Fundus, den auch ich gerne nutze. Der Kalender ist ein Rückgrat der Eutiner Regionalgeschichte“, sagt Frank Baudach, Leiter der Eutiner Landesbibliothek.

Viel Lob: So wird Geschichte erlebbar

Und auch Bürgervorsteher Dieter Holst und Kreispräsident Harald Werner, die zu den Abnehmern des Kalenders zählen, sind begeistert: „Es wird immer spannend, wenn Jepps ins Archiv steigen und so ein tolles Produkt herausbringen. So machen Sie Geschichte erlebbar“, dankt Werner den Machern für die akribische, engagierte Arbeit. Der Eutin-Kalender 2023 ist ab sofort in der Buchhandlung Hoffmann in der Peterstraße für zwölf Euro zu erwerben.

Volker Graap

Regine und Karlheinz Jepp präsentieren ihren brandneuen Eutin-Kalender 2023. Zuspruch erhalten sie von Bürgervorsteher Dieter Holst (links) und Kreispräsident Harald Werner (rechts). (Foto: Graap)

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