Herrentunnel Lübeck: Mauterhöhung soll zum 1. März kommen

Herrentunnel Lübeck Mauterhöhung

Die Maut für den Lübecker Herrentunnel soll sich wieder einmal erhöhen. Zum 1. März plant der Betreiber offenbar eine Steigerung um 20 Cent auf 2,10 Euro pro Durchfahrt für einen Pkw. Nun ist die Übernahme des  Herrentunnels durch den Bund wieder im Gespräch.

Maut des Herrentunnels soll auf 2,10 Euro steigen

Die Maut des Herrentunnels in Lübeck ist ein Dauerthema. Seit der Tunnel-Eröffnung im Jahre 2005 ist die Durchfahrtsgebühr bereits sieben Mal gestiegen. Anfangs kostete die Maut noch 90 Cent, heute liegt sie bereits bei 1,90 Euro für einen Pkw. Nun soll die Maut wieder steigen – möglicherweise sogar auf 2,10 Euro. Offiziell ist die neue Höhe der Maut aber noch nicht. „Die endgültigen Mauthöhen können wir Ihnen erst nach Genehmigung durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein nennen“, sagt Sven Brüning, der Geschäftsführer der Herrentunnel Lübeck GmbH. Sie betreibt den Herrentunnel und muss die Mauterhöhung bei Land beantragen. Als Grund für die geplante Erhöhung führt Brüning gestiegene Kosten für Personal und Energie an sowie die Inflation an.

Zu wenige Autos im Herrentunnel

Offensichtlich aber fahren einfach zu wenige Autos durch den Tunnel. Gutachter sind bei der Planung von 40.000 Wagen pro Tag ausgegangen. Die geschätzte Anzahl der Durchfahrten heute liegt allerdings bei weniger als der Hälfte. Nur rund 17.000 Fahrzeuge am Tag nutzen demnach den Herrentunnel in Lübeck. Verluste, die der Betreiber anderweitig wieder einfahren muss. Denn 2035 soll der Tunnel eigentlich an die Hansestadt Lübeck zurückgegeben werden. Dann müssen die Kosten des Baus eingefahren sein.

Kücknitzer sind sauer

Betroffen von den Mautgebühren sind vor allem die Menschen im Lübeck Stadtteil Kücknitz, die den Herrentunnel ständig passieren müssen. Zum Beispiel dann, wenn sie in die Lübecker City oder zur Arbeit in die Hansestadt wollen. George Sewe, der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Kücknitz, ist dementsprechend sauer. „Das damalige ,Modell der Zukunft‘ hat zur massiven Belastung der Anwohner und Betriebe der tunnelnahen Stadtteile geführt“, sagt Sewe. Deswegen fordert er: „Der Tunnel muss wieder eine Bundesstraße werden, die Maut muss weg!“

Klüssendorf: Herrentunnel muss Bundeseigentum werden

Genau diese Forderung versucht Tim Klüssendorf, Bundestagsabgeordneter der SPD für Lübeck, in Berlin durchzusetzen. Klüssendorf lehnt den Einsatz von privaten Partnerschaftsmodellen wie beim Herrentunnel ab. Er will nun vorschlagen, den Herrentunnel an den Bund abzugeben. „Verkehrliche Infrastruktur wie Straßen, Brücken und in diesem Fall auch Tunnel gehören aus meiner Sicht in staatliche Verantwortung und müssen für die Bürgerinnen und Bürger ohne weitere Gebühren nutzbar sein“, erklärt der Politiker.

Hansestadt wollte den teuren Tunnel

Die Chancen dafür, dass der Bund den Herrentunnel übernimmt, dürften aber gering sein. Schon mehrfach hat der Bund die Übernahme abgelehnt. Denn die Entscheidung für den kostspieligen Tunnel lag Anfang der Zweitausender bei der Hansestadt Lübeck. Die Verwaltung hatte sich nach am Abriss der Herrenbrücke für ein Tunnelmodell entschieden, obwohl eine Brücke günstiger geworden wäre. 

Mauterhöhung soll zum 1. März kommen

Die Erhöhung der Maut des Herrentunnels soll zum 1. März in Kraft treten. Zunächst muss sie aber vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein genehmigt werden. Oliver Pries

Foto: Lutz Roeßler

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