Wisser-Schule: Eutiner Bürgerinitiative „Mehr Raum für Entwicklung“ schiebt Bürgerbegehren an

Wisser-Schule

Vor zwei Wochen hatte der Schulelternbeirat der Wilhelm-Wisser-Schule in Eutin die Prüfung eines Bürgerbegehrens für einen neuen Schulstandort angekündigt (wir berichteten). Jetzt melden Sonja Wirges, Stefanie Preuß und Mirko Fähling Vorzug. Am Dienstag überreichten sie Bürgermeister Carsten Behnk das mit der Kommunalaufsicht abgestimmte Papier.

Offizielle Fragestellung liegt vor

Die Fragestellung lautet: „Sind Sie dafür, dass die Wilhelm-Wisser-Schule Eutin einen Neubau mit 3-Feld-Sporthalle und Außensportanlage auf der circa 20 000 Quadratmeter großen, stadteigenen freien Fläche zwischen der Gustav-Peters-Schule – Standort Blaue Lehmkuhle –, Kerntangente und dem Fußweg zur Regenbogenbrücke erhält?“  Die Beweggründe für diese Initiative haben die Elternvertreter nun dem Verwaltungschef erläutert, in Kürze will man mit den Fraktionen ins Gespräch kommen.

Stadtverwaltung muss Kostenaufstellung vorlegen

Wie geht es nun weiter? Die Stadtverwaltung ist angehalten, unverzüglich eine Kostenaufstellung vorzulegen und einzuschätzen, was die von den Eltern ins Spiel gebrachte Schulbau-Variante kosten würde. Das könnte innerhalb der nächsten drei Wochen geschehen. Liegt die Kostenaufstellung vor, müssen für das Bürgerbegehren insgesamt 1310 Unterschriften zeitnah gesammelt und dann im Rathaus eingereicht werden. Ist das Begehren erfolgreich, kommt es zu einem Bürgerentscheid mit besagter Fragestellung.

„Schüler brauchen zum Lernen Licht, Ruhe und Luft“

Dafür haben die Elternvertreter eine Bürgerinitiative gegründet und ihr den Namen „Mehr Raum für Entwicklung“ gegeben. „Wir möchten damit zum Ausdruck bringen, dass Kinder und Jugendliche zum Lernen Licht, Ruhe und Luft benötigen. Moderne pädagogische Architektur plant sowohl Raum für Bewegung im Außen- als auch im Innenbereich. Um erfolgreich zu Lernen benötigt es nicht nur den Kopf, sondern den ganzen Körper“, betonen die Initiatoren.

Gegen Kompromisslösung ohne Wachstumsmöglichkeit und teures Containerdorf

Begründet wird die Forderung nach dem neuen Standort für die Gemeinschaftsschule außerdem damit, dass die derzeitigen Planungen für die Erweiterung und Sanierung am Standort in der Elisabethstraße nur für eine Schule mit 550 Kindern ausgelegt ist. Aber durch die Schließung der Außenstelle der Wisser-Schule in der Heinrich-Harms-Schule Hutzfeld 2022/23 seien es zum jetzigen Zeitpunkt bereits 580 Schüler, die unterzubringen sind. Der aktuell geplante Bau sei aufgrund der Enge im Innenstadtbereich nur eine Kompromisslösung ohne Wachstumsmöglichkeit. Darüber hinaus müssten die Schüler für die etwa dreijährige Bauzeit in einem knapp 3,7 Millionen Euro teuren Containerdorf auf dem Festplatz untergebracht werden, bemängeln die Elternvertreter.

Kompletter Neubau die bessere Alternative

Dieses Luftbild verdeutlicht das große Entwicklungspotenzial, das das sogenannte Schulentwicklungsland zwischen Kerntangente, Parkweg und Gustav-Peters-Schule bietet. (Foto: hfr)

Den Unterschriftenlisten werden Bilder der beiden zur Disposition stehenden Flächen angehängt. Hiermit solle verdeutlicht werden, wo sich der Neubau der Wisser-Schule befinden könnte. Außerdem werde so auch deutlich, wie viel mehr Möglichkeiten dieses Grundstück im Vergleich zum alten Standort in der Elisabethstraße biete, betonen Sonja Wirges, Stefanie Preuß und Mirko Fähling. Das Trio geht übrigens nicht davon aus, dass der Neubau am neuen Standort teurer werden würde als der derzeit geplante, etwa 40 Millionen Euro teure Um- und Erweiterungsbau auf der Bestandsfläche. Und selbst wenn mit gleich hohen Kosten zu rechnen wäre, bleibe der komplette Neubau an anderer Stelle immer noch die bessere Alternative.

Volker Graap

Am Dienstag machten sich Stefanie Preuß (links), Mirko Fähling und Sonja Wirges auf ins Rathaus, um Bürgermeister Carsten Behnk das offizielle Papier zum Bürgerbegehren zu überreichen. (Foto: Graap)

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