Bürgergemeinschaft Eutin hat neuen Vorstand: Mit viel Engagement an die Arbeit

Bürgergemeinschaft

Totgesagte leben länger: Die Bürgergemeinschaft Eutin konnte ihre drohende Auflösung abwenden. Für die Mitarbeit im Vorstand haben sich doch noch fünf Ehrenamtler mit hoher Einsatzbereitschaft gefunden. Oder wie es die frühere Vorstandssprecherin Regine Jepp am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung in der Eutiner Landesbibliothek formulierte: „Das Engagement guckt den neuen Vorständen förmlich aus den Knopflöchern heraus!“

Einsatz für den Erhalt historischer Bausubstanz

Die Bürgergemeinschaft setzt sich seit 1978 für den Erhalt historischer Bausubstanz sowie für eine städtebauliche Entwicklung ein, die auf das kulturelle Erbe Eutins Rücksicht nimmt. Anliegen, mit denen sich auch die neuen Vereinsvorstände identifizieren können: Horst Weppler, der seit 31 Jahren in Eutin lebt, war bis zum Ruhestand bei der Kreisverwaltung beschäftigt und dort unter anderem auch für Denkmalpflege zuständig. Architekt Olaf Blanck ist seit 1987 Eutiner und hat selbst 20 erhaltenswerte Gebäude auf eigene Rechnung saniert.

Vier neue Vorstandsmitglieder retten Verein

Auch Wolf Thomas Trüter möchte den Erhalt historischer Gebäude in Eutin unterstützen. Er arbeitet seit zwei Jahren als Bibliothekar in der Eutiner Landesbibliothek. Neu im Vorstand ist auch der Eutiner Stadtarchivar Jakob Sperre. Er bringt sechs Jahre Erfahrung in der Greifswalder Altstadtinitiative mit ein. Komplettiert wird das Gremium durch Professor Ingo Heberlein. Der Jurist gehörte bereits dem alten Vorstand an und kümmert sich selbst mit Liebe um ein denkmalgeschütztes Haus.

Die Idee eines besonderen Stadtrundganges

„Wir werden jetzt die Aufgaben im Vorstand verteilen und schauen, in welchen Bereichen wir Aktivitäten entfalten“, kündigte Horst Weppler an. Dazu könnten zum Beispiel die Entwicklung eines (digitalen) Stadtrundganges zu denkmalgeschützten Gebäuden oder eine Umfrage unter Eutiner, welche Plätze, Orte und Straßen ihnen besonders wichtig sind, gehören.

Was wird aus dem Tischbein-Gartenhaus?

Von der Mitgliederversammlung dringend ans Herz gelegt wurde dem Vorstand, sich zügig um zwei aktuelle Problemfälle in der Rosenstadt zu kümmern. Zum einen geht es um das stark sanierungsbedürftige Tischbein-Gartenhaus. Es gehört zum Gebäudeensemble in der Stolbergstraße 8 und steht zum Verkauf. Dem Kunstkreis Eutin als bisherigem Nutzer des Gartenhauses wurde der Mietvertrag zum Mai gekündigt. Der Ort ist aber ein wichtiges Zeugnis für das Wirken des berühmten Goethe-Malers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in Eutin.

Erhalt des Gebäudes in der Weidestraße 24 gefordert

Akut gefährdet ist der Erhalt des Ackerbürgerhauses in der Weidestraße 24, das im Zuge der Erweiterung der benachbarten Wisser-Schule weichen soll. Die Denkmalschutzbehörde des Kreises habe das Gebäude voreilig zum Abriss freigegeben, hieß es in der Versammlung. Kürzlich erst habe sich der schleswig-holsteinische Denkmalrat für einen Erhalt ausgesprochen. Auch die Mitglieder der Bürgergemeinschaft wünschten sich einstimmig den Erhalt dieses Kleinods – nicht zuletzt, weil ansonsten auch der Erhalt der historischen Nachbargebäude infrage stehen könnte. Weitere Infos im Internet auf www.bg-eutin.de.

Volker Graap

Der neue Vorstand (v.li.): Horst Weppler, Wolf Thomas Trüter, Professor Ingo Heberlein und Olaf Blanck. Es fehlt Jakob Sperrle. Als frischgebackener Papa konnte er bei der Wahl nicht vor Ort sein. (Foto: Graap)

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