Schulelternbeirat der Eutiner Wisser-Schule prüft Bürgerbegehren für anderen Standort

Elternbeirat

Eutin steuert auf einen neuen Bürgerentscheid zu. Der Schulelternbeirat prüft, ein Bürgerbegehren für einen neuen Standort der Wilhelm-Wisser-Schule zu organisieren. „Wir fordern einen sofortigen Stopp der baulichen Planungen“, teilen die Beiratsmitglieder Sonja Wirges, Stefanie Preuß und Mirko Fähling mit. Denn sie wollen verhindern, dass etwa durch Auftragsvergaben vollendete Tatsachen geschaffen werden. Durch die bisher von den Stadtvertretern getroffenen Entscheidungen sehen die Elternvertreter „eine Gefährdung der Entwicklung unserer Kinder“.

Basis des ersten Bürgerentscheids ist hinfällig

Beim Bürgerentscheid 2019 hatte sich eine Mehrheit der Wähler für eine Sanierung und Erweiterung der Gemeinschaftsschule am Standort in der Elisabethstraße entschieden und damit den Neubau eines gemeinsamen Schulzentrums mit der Grundschule am Kleinen See abgelehnt. Die Basis für dieses Votum sei nun aber hinfällig, da der geplante „Umbau im Bestand“ mittlerweile ein teurer Neubau an gleicher Stelle geworden sei und die Schüler zwischenzeitlich in ein Containerdorf umziehen müssten.

Millionen teures Containerdorf wird abgelehnt

„Und mit der jetzigen Planung von 550 Schülern ist bereits die Kapazitätsgrenze überschritten.  Durch die Schließung der Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld müssen noch weitere Schüler an der Wisser-Schule aufgenommen werden. Nach jetzigem Stand beläuft sich die Zahl im Schuljahr 2022/23 auf 580 Schüler“, bemängelt der Beirat. „Für die dreijährige Bauzeit werden die Kinder und Jugendlichen in einer Containeranlage auf dem Festplatz untergebracht. Dies war nicht Bestandteil des Bürgerentscheids von 2019. Diese 3,7 Millionen Euro teure Lösung ist kein Ort zum Lernen, und für Schüler der Abschlussklassen ist keine optimale Vorbereitung auf die Prüfungen möglich“, so die besorgten Elternvertreter. Hinzu komme, dass durch Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe der Container mit störendem Baulärm zu rechnen sei. Letztendlich sei eine Abwanderung von Schülern und guten Lehrkräften zu befürchten.

„Der jetzt geplante Bau ist nur Kompromisslösung“

„Der jetzt geplante Bau ist aufgrund der Enge im Innenstadtbereich nur eine Kompromisslösung. Nicht nur durch die fehlende Aula und den zu kleinen Schulhof müssen hier alle Beteiligten Zugeständnisse machen. Das kann nicht Sinn eines 40 Millionen Euro teuren Neubaus in einer Kreisstadt sein, die mit Vorbildfunktion auf ein für Jahrzehnte ausgelegtes Schulprojekt reagieren sollte“, so der Beirat.

Unterschriftensammlung noch vor der Bürgermeisterwahl

Alle diese Missstände der aktuellen Lösung hat die SPD-Fraktion in der Dezember-Sitzung der Stadtvertretung aufgelistet und einen alternativen Standort für einen Neubau aus einem Guss zur Abstimmung gestellt. Dieser wurde mit 11:21 Stimmen abgelehnt. Der Elternbeirat knüpft an den SPD-Vorschlag an: „Das Schulentwicklungsland hinter der Gustav-Peters-Schule bietet mit einem zwei Hektar großen Gebiet neben einer sehr guten Verkehrsanbindung auch genügend Platz für eine moderne Gemeinschaftsschule mit genügend Fläche für Außenanlagen und Sporthalle.“ Übrigens stimmt der Beirat zurzeit mit der Kommunalaufsicht die Fragestellung für das Bürgerbegehren ab. Noch vor der Bürgermeisterwahl am 27. Februar soll die Unterschriftensammlung beginnen.

Volker Graap

Mirko Fähling, Sonja Wirges und Stefanie Preuß (von links) vom Schulelternbeirat fordern einen Planungsstopp für die Wisser-Schule in Eutin. (Foto: Graap)

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